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Schutzgebietskategorien

Ob Naturschutzgebiet, Nationalpark, Naturwaldreservat, Biosphärenreservat, Naturpark, Wildreservat oder Landschaftsschutzgebiet: Weltweit existieren mindestens 140 unterschiedliche Schutzgebiets-Kategorien, alleine 90 in Europa.

Regenwald in Kolumbien. © Kevin Schaefer / WWF-Canon
Regenwald in Kolumbien. © Kevin Schaefer / WWF-Canon

Für einige, wie Biosphärenreservate und Nationalparks, gelten internationale Richtlinien. Andere werden national geregelt. Sie alle unterscheiden sich nach der Strenge des Schutzes und der in ihnen erlaubten Eingriffe. Zudem sind bei nationalen Kategorien unterschiedliche Behörden auf verschiedenen Verwaltungsebenen zuständig. Darüber hinaus können demselben Gebiet gleich mehrere Schutzgebietskategorien zugeordnet werden, so dass es sehr schwer ist, die Gesamtgröße der weltweit geschützten Flächen zu beurteilen.

 

Um ein einheitliches und international anwendbares System von Schutzgebieten zu entwickeln, hat die Weltnaturschutzunion IUCN deshalb sechs Schutzgebiets-Kategorien definiert. Die Einteilung der Areale erfolgt nach dem Zweck, der mit der Errichtung dieser Schutzgebiete verfolgt wird.

 

Darüber hinaus veranstaltet die IUCN alle zehn Jahre den "World Parks Congress" (WPC), auf dem der Stand der Schutzgebietsausweisungen weltweit überprüft wird und Impulse für die Zukunft gegeben werden sollen. So stellte man auf dem letzten WPC in Durban fest, dass etwa zwölf Prozent der weltweiten Landfläche unter Schutz stehen, aber immer noch viele wichtige Lebensräume nicht im Schutzsystem repräsentiert sind.

Der Grund: Die meisten Schutzgebiete wurden in Regionen ausgewiesen, in denen der Widerstand anderer Interessensgruppen - zum Beispiel der Land- und Forstwirtschaft, der Tourismusindustrie oder Bergbauunternehmen - am geringsten war. Dementsprechend werden nicht alle wichtigen Lebensräume gleichermaßen geschützt.

Außerdem fehlt einem Großteil der Staaten das Geld und der politische Wille, die bestehenden Schutzgebiete effektiv zu betreuen – von der Einrichtung neuer Schutzgebiete ganz zu schweigen. Viele dieser Gebiete bestehen deshalb leider nur auf dem Papier – sind so genannte "Paper parks".

 

Drei WWF-Wege zum Ziel

Der Schutz der letzten natürlichen Wälder ist eines der Hauptanliegen des WWF. Zu diesem Zweck hat die Umweltorganisation 1996 das so genannte "Forest for Life"-Programm ins Leben gerufen. Hier wird auf dreifachem Weg versucht, die weltweiten Waldbestände zu retten.

 

Zum einen ist der Schutz repräsentativer Waldgebiete ein wichtiger Schwerpunkt der WWF-Aktivitäten. Allerdings reichen Schutzgebiete alleine nicht aus. Deshalb fördert der WWF zusätzlich nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden. Waldbesitzer und Holz be- und verarbeitende Betriebe haben die Möglichkeit, sich nach den Kriterien des Forest Stewardship Councils (FSC) zertifizieren zu lassen. Mit diesem Siegel wird die Einhaltung umweltverträglicher sowie sozial gerechter Waldbewirtschaftung gewährleistet.

Der dritte Weg zum Erhalt der Wälder sind Renaturierungsmaßnahmen. Neben der Stabilisierung des Wasserhaushalts und der Verhinderung von Bodenerosion werden durch diese Bewaldungsprojekte auch wichtige Verbindungen zwischen Schutzgebieten oder isoliert liegenden Waldresten geschaffen.

Eins muss bei den Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen jedoch unbedingt beachtet werden: Langfristig können die letzten Naturwälder der Erde nur gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung geschützt werden, weshalb die Wahrung ihrer Interessen ein wichtiger Aspekt der WWF-Arbeit darstellt.

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