WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

Stand: 07.06.2017

Die Biomassekarte des Carbon Map- und Model-Projektes

Die nationale Biomassekarte der Demokratischen Republik Kongo erlaubt eine detaillierte Schätzung der Kohlenstoffspeicherkapazität der Waldbestände im größten nationalen Waldgebiet des Kongobeckens unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Waldtypen.

Wald in Malebo, DR Kongo © WWF / Matthias Dehling
Verbrannte Savanne nach Buschfeuer © WWF / Edouard Sombié

In das Modell, das mit hoher Präzision die Biomasse pro Hektar Wald errechnet, wurden verschiedene Datensätze integriert, unter anderem Informationen von 142 Bodenparzellen zu Baumart, -höhe und -umfang,  Satellitendaten sowie  die während eines Flug-Surveys aufgenommenen LiDAR-Daten (Light Detection and Ranging). Während der Überfliegung wurden Daten für  mehr als 430.000 Hektar in Kombination mit hochauflösenden Fotoaufnahmen der Waldoberfläche aufgenommen.

 

Die Berechnung des in den Wäldern gebundenen Kohlenstoffes soll für die Umsetzung einer nationalen REDD+-Strategie (siehe unten) genutzt werden und somit einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung und Armutsbekämpfung in der DR Kongo leisten. Die Biomassekarte vervollständigt  und präzisiert die bereits vorhandenen Informationen des nationalen Wald-Monitorings. Mittels der Abschätzung der bestehenden Biomasse liefert das Projekt die Daten, auf deren Grundlage potenzielle Emissionseinsparungen durch Waldschutzmaßnahmen berechnet werden. Letztlich soll entsprechend der erbrachten Emissionseinsparung Zahlungen aus einem internationalen Fond an die DR Kongo geleistet werden, um damit den Wald über einen REDD+-Ansatz in Wert zu setzen. Dieser Ansatz wird seit 2017 in der Mai Ndombe-Provinz in einem provinzbasierten REDD-Programm umgesetzt.

REDD

REDD ist ein von UNFCCC (United Nations Framework Convention on Climate Change) entwickelter finanzieller Mechanismus,  der über die Reduzierung der Entwaldung und Degradierung der Wälder den Ausstoß an Treibhausgasen reduziert und gleichzeitig Maßnahmen fördert, die die natürliche Fixierung von Kohlenstoff begünstigen.  REDD schafft besonders für Entwicklungs- und Schwellenländer  finanzielle Anreize,  die Emissionen durch Entwaldung und Degradierung gering zu halten und einen emissionsarmen Weg  zu nachhaltiger Entwicklung anzustreben.

Innovation im Waldmonitoring

Wald im Kongo © WWF-US / Julie Pudlowski
Wald im Kongo © WWF-US / Julie Pudlowski

Die DR Kongo ist das erste Land im Kongobecken und auf dem Afrikanischen Kontinent, in dem die nationale Biomasse der Waldflächen durch eine Überfliegung mit LiDAR-Technik (Light Detection and Ranging) erfasst worden ist. Beim Überflug scannt ein Laserstrahl die Oberfläche des Waldes ab und ermittelt über die Rücklaufzeit des Signals die Entfernung zur Waldoberfläche. Gleichzeitig werden hochauflösende Luftbildaufnahmen erstellt. Aus diesen Informationen wird ein Modell der Waldstruktur erstellt, das mittels der  Daten aus den Bodenparzellen kalibriert und über Satellitendaten auf die gesamte Waldfläche übertragen wird.

Die LiDAR-Technik erlaubt, große Waldstücke kostengünstig, mit einer geringen Fehlerquote und hoher Genauigkeit zu erfassen. Besonders im Bereich der Fernerkundung, Datenanalyse und anschließender Kartenerstellung wird durch das Projekt fachliches und technisches Wissen in der DR Kongo in verschiedenen kongolesischen Behörden aufgebaut und institutionell verankert. Die Kartenerstellung wurde von der University of California, Los Angeles (UCLA) geleitet, wobei mit nationalen Partnern, insbesondere mit dem Institut für Fernerkundung und Beobachtung der Wälder Zentralafrikas (OSFAC) und dem kongolesische Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung (MEDD) zusammengearbeitet wurde. 

Mit LiDAR Daten erstellte 3D-Waldstruktur © Ferraz / Satchi, 2015

Die Darstellung der LiDAR-Kartenübersicht wurde uns freundlicherweise durch das Institute of the Environment and Sustainability der UCLA genehmigt.

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Helfen Sie
den Wäldern
Helfen Sie
den Wäldern