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Das Krombacher Klimaschutz-Projekt

Regenwälder und Klima zugleich schützen: Nach Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit in Zentralafrika haben die Brauerei Krombacher und der WWF Deutschland gemeinsam im Juni 2011 ein neues großes Vorhaben gestartet. Das Krombacher Klimaschutz-Projekt soll helfen, Torfmoorwälder in Indonesien wieder großflächig unter Wasser zu setzen. Dadurch wird dauerhaft Kohlenstoff gebunden und der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen verhindert.

© Guenola Kahlert / WWF

Schlimm genug, dass mit den Regenwäldern unsere biologische Vielfalt rapide schrumpft. Die Zerstörung der tropischen Torfmoorwälder könnte darüber hinaus so viele Treibhausgase freisetzen wie die weltweite Verbrennung fossiler Brennstoffe in den vergangenen 70 Jahren. Denn tropische Torfmoorwälder sind riesige Kohlenstoffspeicher. Mit 3.000 bis 6.000 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar binden sie 20- bis 40-mal so viel Kohlenstoff wie eine gleichgroße Fläche Regenwaldes ohne Torfboden. Entsprechend viele Treibhausgase entstehen, wenn sie zerstört werden.

Torfmoorwälder wurden trockengelegt

Genau das passiert in Indonesien, wo es die größten tropischen Torfmoorwälder gibt. An vielen Stellen werden sie komplett gerodet, entwässert und in Palmölplantagen umgewandelt – vor allem auf Sumatra. Große Flächen in Zentral-Kalimantan auf Borneo werden seit Jahrzehnten kommerziell und illegal abgeholzt. Um das Holz der gefällten Urwaldriesen abzutransportieren, wurde ein weit verzweigtes Netz von Kanälen in die Regenwälder gegraben. Dies führte zu einer Entwässerung der Böden und gefährdet heute nicht nur einen einzigartigen Lebensraum, die Heimat von Orang-Utans und anderen faszinierenden Tieren und Pflanzen, sondern trägt zugleich gravierend zum Klimaproblem bei. Aus den trockengelegten Mooren werden gewaltige Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid frei, die Jahrtausende im Boden gespeichert waren. Die Folgen sind fatal: Indonesien liegt heute beim Ausstoß an Treibhausgasen bereits weltweit auf Platz drei.

Der WWF Deutschland und die Brauerei Krombacher haben sich deshalb zum Ziel gesetzt, in den nächsten drei Jahren über 100.000 Hektar dieser Moore zu renaturieren und teilweise wieder zu vernässen sowie verbrannte und geschädigte Waldflächen mit heimischen Baumarten aufzuforsten. Dadurch wird Kohlenstoff gebunden und bleibt im sumpfigen Boden gespeichert. 

Dämme bauen für ein besseres Klima

Das Prinzip ist einfach: Um die trocken gelegte Torfmoorwälder wieder unter Wasser zu setzen, werden Dämme gebaut. Durchgeführt wird das Projekt im 568.000 Hektar großen Sebangau-Nationalpark auf der indonesischen Insel Borneo. Dort gibt es die größten tropischen Torfmoore der Welt. Sie sind bis zu zwölf Meter dick.

Im Sebangau-Nationalpark haben der WWF und Krombacher 434 Dämme errichtet. Sie sorgen dafür, dass der Grundwasserspiegel wieder steigt und die Torfmoorwälder auf einer Fläche von über 100.000 Hektar wieder renaturiert und teilweise vernässt werden.

Danach wird aufgeforstet. © Guenola Kahlert / WWF
Danach wird aufgeforstet. © Guenola Kahlert / WWF

Nach der Wiedervernässung wird aufgeforstet

Nach der erfolgten Wiedervernässung wird auf besonders geschädigten Flächen des Projektgebietes außerdem wiederaufgeforstet. Weitere Flächen werden durch Anreicherungspflanzungen renaturiert. Zum einen mit besonderen Futterpflanzen für Orang-Utans, um die Lebensgrundlage der Menschenaffen und der gesamten Artenvielfalt deutlich zu verbessern.

 

Zum anderen mit heimischen Pflanzen wie zum Beispiel Naturkautschuk, welche die Dorfgemeinschaften nutzen können. Insgesamt 100.000 Setzlinge sollen in die Lücken des Waldes gepflanzt werden. Diese Anpflanzungen werden kontinuierlich kontrolliert und eventuell nicht angegangene Setzlinge ersetzt. Die Bewohner der umliegenden Dörfer profitieren außerdem von zusätzlichen Verdiensten beim Dammbau, den Aufforstungsarbeiten sowie durch die Arbeit bei der Feuerbekämpfung.

Langfristiges Projekt

Es wird mindestens zwei bis drei Jahre dauern, bis alle geplanten Maßnahmen zur Wiedervernässung durchgeführt sein werden. Für Wiedervernässung und Wiederaufforstung/Renaturierung stellt Krombacher insgesamt rund zwei Millionen Euro zur Verfügung. Darüber hinaus wird Krombacher gemeinsam mit dem WWF einen Fonds für Instandhaltung und Reparatur der Dämme auflegen, so dass die Wiedervernässung des Gebietes für mindestens 30 Jahre gewährleistet ist. Bis dahin werden die meisten Kanäle hinter und zwischen den Dämmen von alleine wieder zugewachsen sein. In dem Gesamtbudget ist dafür inklusive der Überwachung des Klimanutzens eigens die Summe von 300.000 Euro eingeplant.

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