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Torfmoore wieder unter Wasser setzen

Torfmoore bedecken fast zehn Prozent Indonesiens, meist in tief liegenden, küstennahen Gebieten auf den Inseln Sumatra, Borneo und Neuguinea (West-Papua). Die Gesamtfläche beläuft sich auf rund 22 Millionen Hektar – das entspricht fast der Fläche Großbritanniens.

Zerstörte Torfmoorwälder. © Guenola Kahlert / WWF
Zerstörte Torfmoorwälder. © Guenola Kahlert / WWF

Die indonesischen Torfmoorwälder sind bis zu 8.000 Jahre alt. Über diese lange Zeit hat sich abgestorbenes Pflanzenmaterial unter Wasser langsam zu einer mächtigen Torfschicht aufgetürmt. Der „Torfdom“ im Sebangau-Nationalpark ist teilweise bis zu 12 Meter dick. Unter natürlichen Umständen steht das Grundwasser dicht unter der Erdoberfläche, das heißt: Der Torf ist vollgesogen mit Wasser und vom Luftsauerstoff abgetrennt.

In Sebangau ist aber an vielen Stellen der Grundwasserspiegel bereits bis zu einem halben Meter niedriger, weil abgeholzt wurde und weit verzweigte Kanäle in den Waldboden gegraben wurden, um die Baumriesen besser abtransportieren zu können. Insgesamt mehr als 4.000 Kanäle wurden angelegt.

Fällt der Torfboden nun mehr und mehr trocken, geht der freigesetzte Kohlenstoff aus dem Torf mit dem Luftsauerstoff eine Verbindung ein. Kohlendioxid, das für unser Klima schädliche Treibhausgas, entsteht – und zwar in großen Mengen.

Dammbau von Krombacher. © Guenola Kahlert / WWF
Dammbau von Krombacher. © Guenola Kahlert / WWF

Diesen Prozess der Entwässerung, der zugleich den restlichen Regenwald weiter austrocknet, wollen wir mit einer einfachen Methode aufhalten. Durch den Bau von Dämmen an strategisch günstigen Stellen können wir den Abfluss bremsen und den Wasserspiegel im Torfmoorwald allmählich wieder zum Ansteigen bringen. Der Torfboden gerät so wieder unter Luftabschluss und die Bildung von Kohlendioxid wird gestoppt.

Diese Wiedervernässung ist erstaunlich effektiv und kann innerhalb kürzester Zeit CO2-Emissionen in großem Maßstab verhindern. Mit Hilfe von Fernerkundungsanalysen und hydrologischen Gutachten hat der WWF dabei die notwendige Anzahl und die Größe der Dämme ermittelt. 434 Dämme wurden bereits errichtet. Sie sollen Teile eines Einzugsgebietes von über 100.000 ha wieder renaturieren und teilweise unter Wasser setzen.

Die ersten 145 Dämme im Rahmen der Zusammenarbeit von WWF und Krombacher wurden bereits 2011 fertig gestellt – gemeinsam mit der einheimischen Bevölkerung, für die sich durch die Maßnahmen weitere Verdienstmöglichkeiten eröffnen. Die Dämme sind meist mit einem Durchlass versehen, so dass Dorfbewohner mit kleineren Booten die Kanäle ohne Problem weiterhin zur Sammlung von Nicht-Holz-Waldprodukten nutzen können, das Wasser jedoch dauerhaft gestaut bleibt.

Wie viel CO2 wird vermieden?

Aus einer Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen ist bekannt, dass die jährlichen CO2-Emissionen aus drainierten Torfwäldern je nach Drainagetiefe im Bereich von 24 bis 65 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent pro Hektar liegen. Der WWF geht von einer konservativeren Rechnung aus und nimmt zehn Tonnen CO2-Bindung pro Hektar und Jahr an.

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