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Torfmoorwälder: Die unterschätzte Zeitbombe

Tropische Torfmoorwälder sind Kohlenstoffspeicher gigantischen Ausmaßes und haben daher eine große Bedeutung für das globale Klima. Entsprechend viel Treibhausgase entstehen, wenn sie zerstört werden.

Eigentlich sollten hier Bäume wachsen und Orang-Utans leben. © Markus Radday / WWF
Eigentlich sollten hier Bäume wachsen und Orang-Utans leben. © Markus Radday / WWF

Mit 3.000 bis 6.000 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar speichern sie bis zu 50-mal soviel Kohlenstoff wie eine gleichgroße Fläche Regenwaldes ohne Torfboden (120 bis 400 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar).

Tropische Torfmoorwälder gibt es vor allem in Indonesien. Sie bedecken fast zehn Prozent der Landesfläche, meist in tief liegenden, küstennahen Gebieten auf den Inseln Sumatra, Borneo und Neuguinea (West-Papua). Die Gesamtfläche beläuft sich auf rund 22 Millionen Hektar – das entspricht fast der Fläche Großbritanniens. Diese Torfmoorwälder sind zwischen 5.000 und 8.000 Jahren alt.

Ursprünglich waren alle tropischen Torfmoore mit üppigem, unberührtem Regenwald bedeckt. Aber die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen 20 Jahre hat zu einer intensiven Abholzung, Entwässerung und Umwandlung in Plantagen, besonders Ölpalmenplantagen, geführt. In der Provinz Zentral-Kalimantan der Insel Borneo zum Beispiel wurden über eine Millionen Hektar Torfmoorwälder trockengelegt, um den großflächigen Anbau von Reis zu ermöglichen. Die Torfmoorwälder des angrenzenden Sebangau-Nationalparks, einem zentralen WWF-Projektgebiet, sind heute die letzten Überlebenden dieser verheerenden Umweltsünde.

Torf besteht aus totem, unvollständig zersetztem Pflanzenmaterial, das sich über Tausende von Jahren in einer wassergesättigten Umgebung unter Sauerstoffabschluss gebildet hat. Sobald Sauerstoff in den entwässerten Torfkörper eindringt, beginnen Mikroorganismen den Torf abzubauen und erhebliche Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) freizusetzen. Durch Flächenbrände wird dieser Prozess noch beschleunigt.

Die Zerstörung von Torfmoorwäldern trägt weltweit mit mehr als drei Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr zum Klimawandel bei. Davon entfallen zwei Milliarden Tonnen allein auf Südostasien, 90 Prozent davon wiederum auf Indonesien. Letzteres entspricht acht Prozent der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger.

Torfmoorwälder fallen vor allem der Holzindustrie und der Umwandlung in Palmölplantagen zum Opfer. Seit 1985 sind die Emissionen aus der Zerstörung tropischer Torfmoorwälder rapide angestiegen – und sie steigen jährlich weiter, wenn wir nicht unsere Anstrengungen verstärken.

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