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Was ist REDD+?

Die Einbeziehung der Klimarelevanz der Wälder in ein UN-Klimanachfolgeabkommen wurde durch die UN-Vertragsstaatengemeinschaft unter der Klimarahmenkonvention im Jahr 2007 beschlossen und seitdem verhandelt. Schritt für Schritt wird nun ein Mechanismus entwickelt, der finanzielle Anreize schafft, Wälder zu erhalten und dadurch Emissionen zu vermindern. Dieser Mechanismus heißt „Reducing Emissions from Deforestation and Degradation“ (Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern), kurz REDD+. Doch REDD+ bietet nicht nur Klimaschutz durch Waldschutz. Gut durchdacht, transparent und verantwortungsbewusst umgesetzt, kann REDD+ einen echten Beitrag leisten, das Klima, die Natur und die Rechte der Menschen zu schützen.

Waldbrand in Indonesien. © Mast Irham / WWF-Indonesia
Waldbrand in Indonesien. © Mast Irham / WWF-Indonesia

Durch den internationalen UN-Klimahandlungsrahmen und verschiedene multilaterale Initiativen (wie z.B. UN-REDD, FCPF, FIP) und Partnerschaften wurden bereits wichtige Grundsteine gelegt, um REDD+ eine „Infrastruktur“ zu verleihen. Jetzt gilt es, die richtigen Schwerpunkte und Impulse zu setzen. Einen wichtigen Meilenstein setzte die UN-Klimakonferenz 2010 in Mexiko, indem diese einen klaren Fokus auf die Umsetzung von REDD+ durch nationale Programme und Strategien setzte. Damit soll einerseits vermieden werden, dass die Entwaldung innerhalb eines Landes auf andere Regionen verlagert wird und gleichzeitig die Eigenverantwortlichkeit der Länder über die Handhabe von REDD+ gestärkt werden. Weiterhin wurde beschlossen, dass die Umsetzung von REDD+ außerdem Hand in Hand gehen muss mit dem Schutz der Rechte indigener Völker und ihrer nachhaltigen Entwicklung sowie dem Erhalt der Artenvielfalt und der Naturwälder. Darüber hinaus beschlossen die 194 UN-Vertragsstaaten, dass der menschengemachte Druck auf die Wälder verringert und „Treiber der Entwaldung“ angegangen werden müssen. Durch diesen Aufruf müssen insbesondere Industrieländer ihre Konsummuster, die auf nicht nachhaltiger oder illegaler Abholzung oder Waldschädigung beruhen, aufbrechen.

Die UN-Klimakonferenz in Südafrika im Dezember 2011 hat nicht zu dem vom WWF erhofften Erfolg geführt. Abschließende Ergebnisse zu den Eckpfeilern von REDD+, wie die Ausgestaltung der Finanzierung oder Methoden zur Messung von Emissionen durch vermiedene Entwaldung, wurden nicht erzielt und werden dieses Jahr in weiteren Arbeitsprogrammen verhandelt. Ein unbefriedigendes Teilergebnis ist für die Berichterstattung zur Einhaltung von Schutzbestimmungen für Biodiversität und Menschrechte zu vermelden: Es wird kein standardisiertes Verfahren geben, das Vergleichbarkeit und Transparenz liefert. Somit liegt es im Ermessen der Länder, wie sie worüber berichten werden.

REDD+ umzusetzen und praktisch anzuwenden stellt die Länder vor viele, nicht zuletzt methodische und technische, Herausforderungen. Es ist deshalb wichtig, dass Entwicklungs– und Geberländer Erfahrungen austauschen, wie zum Beispiel innerhalb der im Mai 2010 gegründeten „REDD+ Partnerschaft“ welcher mittlerweile über 70 Länder angehören.

Motivierte und starke Länderpartnerschaften, getragen durch den Willen die UN-Beschlüsse von Mexiko umzusetzen und die Bereitstellung der dafür notwendigen Finanzierung sind ausschlaggebend, damit die in den Entwicklungsländern geschürten Erwartungen auch realisiert werden. Nur mit dem gemeinsamen Ziel aller Beteiligten, durch REDD+ echte Klimawirkung zu erzielen, Naturwälder zu erhalten und Gelder gerecht an diejenigen zu verteilen, die im und vom Wald leben, werden die noch offenen Fragen so gelöst werden können, dass REDD+ nicht nur eine einmalige, sondern auch echte Chance für die Wälder und Menschen in den Entwicklungsländern ist.

Was tut der WWF?

Der WWF unterstützt politische Entscheidungsprozesse mit dem Ziel, ambitionierte REDD+-Systeme, die in Einklang mit den 5 WWF REDD+ Guiding Principles stehen, in Tropenländern aufzubauen, zum Beispiel durch sein Engagement als Beobachter bei den UN-Klimaverhandlungen und bei der REDD+ Partnerschaft. Dabei kommt dem WWF seine Erfahrung aus der langjährigen Projektarbeit in den Tropen zugute und insbesondere seine Erkenntnisse aus REDD+-Demonstrationsprojekten. In seiner Projektarbeit unterstützt der WWF tropische Waldländer auf verschiedenen Ebenen bei der Schaffung der Rahmenbedingungen für ein künftiges REDD+-System. Dazu gehören der Aufbau von Satellitensystem zur Messung der Wald- und Waldkohlenstoffbestände, die wissenschaftliche Quantifizierung und Überwachung dieser Bestände, sowie die enge Zusammenarbeit mit den Menschen in tropischen Regenwäldern und Entwicklung alternativer Landnutzungskonzepte für eine nachhaltige Waldnutzung.

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