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REDD+ - Politik - wo stehen wir?

Hintergrund

Die Einbeziehung der Klimarelevanz der Wälder in ein neues UN-Klimaabkommen, das im Dezember 2015 in Paris verabschiedet wird, wurde durch die UN-Vertragsstaatengemeinschaft unter der Klimarahmenkonvention im Jahr 2007 beschlossen und seitdem verhandelt. Schritt für Schritt wurde ein Mechanismus entwickelt, der finanzielle Anreize schafft, Wälder zu erhalten und dadurch Emissionen zu vermindern. Dieser Mechanismus heißt „Reducing Emissions from Deforestation and Degradation“ (Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern), kurz REDD+. Die Idee, die dahinter steckt ist, den Entwicklungsländern ergebnisbasiert im Nachweis gegen erfolgreichen Waldschutz Gelder zu zahlen – pro Tonne reduziertes Co2.

 

Doch REDD+ bietet nicht nur Klimaschutz durch Waldschutz. Gut durchdacht, transparent und verantwortungsbewusst umgesetzt, kann REDD+ einen echten Beitrag leisten, das Klima, die Natur und die Rechte der Menschen zu schützen sowie alternative Lebensgrundlagen schaffen.

Seit 2006 wurden den Entwicklungsländern ungefähr 9 Mrd. USD zur Finanzierung von REDD+-Programmen zur Verfügung gestellt, bzw. zugesagt. Diese Gelder fließen durch verschiedene Kanäle: öffentliche, private, multilaterale oder bilaterale. Die wichtigsten Initiativen sind dabei die internationale Waldkohlenstoffpartnerschaft (FCPF), der Forest Investment Fund ( FIP), UN-REDD, oder auch bilateral das deutsche REDD Early Mover Programm, die deutsche Internationale Klimaschutzinitiative oder die Norwegische Waldklimainitiative, NICFI.  

 

Während die Durchführung von Waldklimaprojekten in den Anfangsjahren von REDD+ Sinn gemacht hat, um die technische Machbarkeit von Kohlenstoffberechnung durch erfolgreichen Waldschutz zu testen, liegt der Fokus seit 2010 auf der Umsetzung von REDD+ durch nationale Programme und nur für eine Übergangszeit auf subnationaler Ebene. Durch die „Nationalität“ von REDD+ soll verhindert werden, dass die Entwaldung, die durch ein, im Verhältnis eher kleinflächiges Projekt, verhindert wurde, außerhalb des Projektgebietes verlagert wird.  In der Ausarbeitung ihrer REDD+-Programme müssen die Länder auch durch sog. „Safeguards“, Schutzklauseln, die ökologische und soziale Integrität von REDD+ sicherstellen und die erfolgreiche Einhaltung dieser nachweisen, um Gelder zu erhalten. 

Waldbrand in Indonesien. © Mast Irham / WWF-Indonesia
Waldbrand in Indonesien. © Mast Irham / WWF-Indonesia

Klimaverhandlungen in Paris

Der REDD+-Mechanismus  ist im Juni 2015 in Bonn während der UNFCCC Klimagespräche fertig verhandelt worden und die Beschlüsse müssen nun in Paris auf der UN Klimakonferenz im Dezember 2015 von den Ministern offiziell bestätigt werden.

 

Die langfristige Finanzierung von REDD+ ist noch nicht abschließend geklärt. Sicher ist jedoch, dass REDD+ auch unter einem neuen Klimaabkommen weiterhin aus verschiedenen Quellen finanziert wird, aber dem Grünen Klimafond -  der Fond der UNFCCC, der Klimaschutzprojekte und –programme in Entwicklungsländern finanzieren wird - dabei eine wichtige Rolle zukommen wird. In welcher Höhe diese Finanzierung für die nächsten Jahre sichergestellt werden wird, ist jedoch unklar. Weltweit arbeiten mehr als 50 Länder ihre nationalen REDD+-Programme aus und haben bereits, in Erwartung auf langfristige Finanzierung für erfolgreichen Waldschutz, viele Ressourcen in diesen Mechanismus gesteckt. Um die richtigen positiven Impulse für eine langfristige und nachhaltige Finanzierung für REDD+ zu setzen, fordert der WWF, dass REDD+ in dem neuen Klimaabkommen, Erwähnung findet. Dies ist insbesondere auch für Länder wie die des Kongobeckens wichtig, damit diese u.a. die Wichtigkeit dieses Mechanismus bei ihren politischen Führern dauerhaft platzieren können. 

Was tut der WWF?

Der WWF unterstützt politische Entscheidungsprozesse mit dem Ziel, ambitionierte REDD+-Systeme, die in Einklang mit den 5 WWF REDD+ Guiding Principles stehen, in Tropenländern aufzubauen, zum Beispiel durch sein Engagement als Beobachter bei den UN-Klimaverhandlungen oder in Gremien multlilateraler Finanzierunginitiativen wie FCPF oder BioCarbon Fund. Dabei kommt dem WWF seine Erfahrung aus der langjährigen Projektarbeit in den Tropen zugute und insbesondere seine Erkenntnisse aus REDD+-Demonstrationsprojekten. In seiner Projektarbeit unterstützt der WWF tropische Waldländer auf verschiedenen Ebenen bei der Schaffung der Rahmenbedingungen für ein künftiges REDD+-System. Dazu gehören der Aufbau von Satellitensystem zur Messung der Wald- und Waldkohlenstoffbestände, die wissenschaftliche Quantifizierung und Überwachung dieser Bestände, sowie die enge Zusammenarbeit mit den Menschen in tropischen Regenwäldern und Entwicklung alternativer Landnutzungskonzepte für eine nachhaltige Waldnutzung. International arbeitet der WWF zum Thema REDD+ insbesondere durch das Forest and Climate Program auf internationaler Ebene und in fünf Ländern.

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