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Ein Standard für waldbezogene Klimaschutzprojekte

Vermeiden, verringern, kompensieren muss der Grundsatz lauten. Zunächst sollte jede Privatperson, jedes Unternehmen und jedes Land alle zur Verfügung stehenden Mittel anwenden, um Treibhausgas-Emissionen gar nicht erst entstehen zu lassen.  Trotzdem, manche Emissionen lassen sich nicht vermeiden. Wenn man nicht selbst auf CO2-Emissionen verzichten kann, zahlt man in Projekte ein, die helfen, CO2 zu vermeiden, einzusparen oder zu absorbieren.

© Rizal Bukhari / WWF Indonesia

Organisationen, die Klimagutschriften anbieten, schießen wie Pilze aus dem Boden. Es ist schwer im Dschungel des Zertifikathandels den Überblick zu behalten und zu entscheiden, welches Angebot glaubwürdig ist. Aus dem bunten Strauss der Klimasiegel, ragt der so genannte „Gold Standard“ heraus. Das Qualitätslabel für Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern wurde 2003 vom WWF und anderen Umweltverbänden entwickelt. Bislang können nur Projekte, die auf erneuerbare Energie oder die Steigerung der Energieeffizienz setzen, das Siegel erhalten.
 
Dass der Erhalt der Wälder eine wichtige Rolle im Klimaschutz spielt, ist unbestritten. Rund 20 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen gehen auf das Konto der Abholzung. Projekte, bei denen Emissionen durch Walderhaltung, Aufforstung und Wiederaufforstung, verbesserte landwirtschaftliche Nutzung oder Erhalt von Torfmooren eingespart werden, können unter anderem unter dem VCS AFOLU Standard zertifiziert werden. . Der WWF empfiehlt hier jedoch dringend eine Kombination mit dem Climate, Community und Biodiversity Standard.  Mit der Kombination beider Zertifizierungen sind sowohl der Klimanutzen, als auch hohe soziale Standards und der Erhalt der Artenvielfalt bestmöglich gesichert.

Durch Kompensationszahlungen für Walderhalt kann der Wald einen zusätzlichen ökonomischen Wert bekommen. Wenn es lukrativer ist, die Bäume stehen zu lassen als sie für Soja- oder Palmölplantagen abzuholzen, dürfte die Entscheidung leicht fallen, die Kettensägen im Lager zu lassen.

 

Der Klimateufel steckt im Detail

Wenn eine aufgeforstete Fläche abbrennt, ist der Klimaeffekt gleich Null. Zudem besteht die Gefahr, dass Urwälder abgeholzt werden und die Flächen anschließend mit Eukalyptusplantagen oder anderen standortfremden Bäumen „aufgeforstet“ werden. Diese Naturzerstörung noch mit Klimagutschriften zu belohnen, ist unsinnig und zeigt die Grenzen des Prinzips. Ein weiteres Problem bei Waldprojekten ist auch der so genannte „Leakage-Effekt“. Das heißt, Holzkonzerne könnten einige Wälder aus Klimaschutzgründen stehen lassen, dafür aber an anderen Orten umso heftiger einschlagen. Weder der Natur noch dem Klima wäre so gedient.
 
Der Umgang mit Kompensationsprojekten ist schwierig, eine fundamentale Ablehnung bringt uns jedoch nicht weiter. Mit der Weiterentwicklung technischer Möglichkeiten zur Überwachung von Entwaldung, und vor dem Hintergrund eines soliden, glaubwürdigen Standardsystems können Kompensationsprojekte mehr sein als die Beruhigung des eigenen Gewissens – und einen echten Beitrag zum Klimaschutz leisten. Wichtig ist, dass solche Lösungen immer nur als Ergänzung der eigenen Klimaschutzanstrengung gesehen werden.

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