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Globale Bedrohung der Wälder

Illegaler Holzeinschlag ist inzwischen weltweit eine der größten Bedrohungen für die Wälder. Ob in Amazonien, in den Regenwäldern Indonesiens oder im fernen Osten Russlands - ein beträchtlicher Prozentsatz des dort geschlagenen Holzes ist illegal. Das heißt, dass bei Ernte, Transport, Einkauf oder Verkauf des Holzes gegen nationale oder internationale Gesetze verstoßen wurde.

Illegale Abholzung bedroht die Wälder © Alain Compost / WWF-Canon
Illegale Abholzung bedroht die Wälder © Alain Compost / WWF-Canon

In Russland, dem Land mit den drittgrößten Urwaldflächen, stammen bis zu 50 Prozent des Holzes aus illegalen Quellen. In den Tropen ist der Anteil sogar noch höher. Indonesisches Tropenholz stammt in drei von vier Fällen aus illegaler Quelle. Und im brasilianischen Amazonasgebiet liegt der Anteil sogar bei 80 Prozent.

 

Gerade in den waldreichen Regionen der Erde sind die Auswirkungen durch illegalen Holzeinschlag gewaltig: Ganze Waldgebiete werden oft völlig kahl geschlagen und ihre Tier- und Pflanzenwelt vernichtet. Solche Abholzungen werden dann oft als Umwandlung schöngeredet: Der Aufbau von Plantagen muss hier oft als Vorwand herhalten, um die Kahlschläge zu begründen. Hauptverursacher für die Rodung in den Tropen ist die Landwirtschaft (für die Gewinnung von Palmöl und Soja sowie Rinderweiden) und die Umwandlung von Naturwald in Holz-Plantagen für die Zellstoffproduktion.

 

Doch so verarmen die nährstoffarmen tropischen Böden schnell, so dass die Industrien nach ein paar Jahren wieder neue Waldflächen roden werden.

Abholzung schadet auch dem Menschen

Unter der Waldvernichtung leidet aber nicht nur die Natur, sondern auch die lokale Bevölkerung, der durch den Wegfall ihrer Hauptunterhaltsquelle oft die Lebensgrundlage entzogen wird. Während die Gewinne aus den illegalen Geschäften nur einigen wenigen Nutznießern zugute kommen, müssen die negativen Folgen aber von der gesamten Bevölkerung getragen werden. Die Volkswirtschaften ganzer Länder erleiden so massive finanzielle Verluste. Doch nicht nur die Menschen in den so genannten Produzentenländern leiden unter der Waldvernichtung, sondern wir alle, egal wo wir sind. Denn die weltweite Walddegradierung und Waldvernichtung trägt weltweit zu 20 Prozent der globalen Kohlendioxidemissionen bei und schädigt zugleich massiv den Wald als Klimaschützer.

 

Der Anteil des illegalen Holzeinschlags an der globalen Holzproduktion wird auf 20 bis 40 Prozent geschätzt, der wirtschaftliche Schaden durch entgangene Einnahmen für Staat, Industrie und Waldbesitzer auf 15 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Illegaler Holzeinschlag drückt durch seine Billigangebote (ermöglicht zum Beispiel durch nicht gezahlte Steuern und verhinderte Abgaben, indem die Hölzer als minderwertig deklariert werden) den Holzpreis weltweit um schätzungsweise sieben bis 16 Prozent.

 

Hinzu kommt der Imageschaden für den Rohstoff Holz und den gesamten Forstsektor. Waldbesitzer und Unternehmen der Holzbranche, die nachhaltig arbeiten und Holz aus legalen oder nachhaltigen Quellen einsetzen, sind einem unfairen Wettbewerb ausgesetzt. Zwischen 16 und 19 Prozent der Holzimporte in die Europäische Union (EU) stammen nach Angaben einer WWF-Studie aus illegalem Holzeinschlag. Allein in Deutschland kommen zwischen sieben und neun Prozent der Holzimporte aus illegalen Quellen.

 

Ziel des WWF ist es, überall auf der Welt diesen Raubbau einzudämmen. Hierzu arbeitet der WWF direkt in den Schutzgebieten zur Sicherung von Wäldern – zum Beispiel durch die Einrichtung und Unterstützung spezieller Waldschutz-Patrouillen in Russland oder Indonesien. Gleichzeitig wirkt der WWF auf Änderungen der Gesetzeslage auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene hin und fördert unabhängige Zertifizierungssysteme wie das des FSC, um eine nachhaltige Waldnutzung zu stärken.

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