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Waldbrände in Spanien: Ein Jahr im Zeichen des Feuers

Das Jahr 2012 wird einen traurigen Platz in der Geschichte der spanischen Waldzerstörung einnehmen. Schuld daran sind verheerende Brände, die derzeit auf der Iberischen Halbinsel wüten. Bis zum August 2012 kam es schon zu 24 Großbränden. 

Über zwei Drittel der vom Feuer betroffenen Flächen sind wertvolle Schutzgebiete. © WWF Spanien
Über zwei Drittel der vom Feuer betroffenen Flächen sind ökologisch wertvolle Schutzgebiete. © WWF Spanien

Besonders dramatisch dabei: Über zwei Drittel der vom Feuer betroffenen Flächen sind ökologisch wertvolle Schutzgebiete. Wichtige Nationalparks und Naturschutzgebiete sind von dem Flammenmeer existenziell bedroht. „Weitere Feuer sind vorprogrammiert. Die steigende Anzahl und Heftigkeit der Brände zeigt, dass viele Ökosysteme durch menschliche Eingriffe aus den Fugen geraten sind“, sagt Philipp Gölthenboth, Leiter Waldschutzes beim WWF Deutschland. „Der Sommer 2012 entwickelt sich in Spanien zum tödlichen Sommer für Mensch und Natur.“

Weltnaturerbe in Flammen

Brandquellen sind oftmals Müll, Zigaretten oder andere Feuerquellen © Jorge Bartolome / WWF-Canon
Brandquellen sind oftmals Müll, Zigaretten oder andere Feuerquellen © Jorge Bartolome / WWF-Canon

Der WWF geht davon aus, dass von den Waldbränden bislang ein Fläche von 135.000 Hektar verwüstet wurden. Sechs Menschen kamen dabei ums Leben. Von den Flammen bedroht sind auch besonders sensible Gebiete wie das Weltnaturerbe „Garajonay“ auf der Kanareninsel La Gomera, der Nationalpark „Alto Tajo“ in Guadalajara oder das Waldgebiet „Fragas del Eume“ in A Coruña.


„Fast die Hälfte der spanischen Wälder stehen unter Schutz“, sagt Diana Colomina, Koordinatorin Waldschutz beim WWF Spanien. „Das ist zwar einerseits eine erfreulich große Fläche. Aber es fehlen Managementpläne, klare Strukturen und Strategien. Beispielsweise gelten nur für neun Prozent des EU-Naturschutznetzwerkes „Natura 2000“ in Spanien konkrete Managementpläne. Diese Strukturschwäche trägt dazu bei, dass wir hilflos zuschauen müssen, wie unsere Wälder in Flammen aufgehen.“

Eine Fläche, so groß wie Gran Canaria

Der WWF hat auf einer Karte die verheerendsten Brände zusammengefasst. Abzulesen ist, welche Gebiete von den Feuern betroffen sind, welche Tier- und Pflanzenarten bedroht sind und wie viel Fläche schon zerstört wurde. Bislang sind etwa 135.000 Hektar den Flammen zum Opfer gefallen, eine Fläche, größer als die Insel Gran Canaria. Der jährliche Durchschnitt lag in Spanien zuletzt bei etwa 120.000 Hektar.

Fast immer Menschen als Brandstifter

Auch in Spanien werden  rund 95 Prozent der Waldbrände durch Menschen verursacht, wie der WWF in seiner Studie „Wälder in Flammen“ aufzeigen konnte.

Brandquellen sind oftmals nachlässig verbrannte landwirtschaftliche Abfallstoffe, unsachgemäß eingesetzte Maschinen in den ländlichen Gegenden, Müll, Zigaretten oder Brandstiftung. Die klimatischen Bedingungen sind die Komplizen der Pyromanen. Durch die extreme Trockenheit gerieten besonders viele Feuer außer Kontrolle. Bis jetzt zählte man in spanien bereits 24 Großbrändem bei der jeweils mehr als 500 hektar in Flammen standen.

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