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Brandstifter Mensch - immer öfter brennen die Wälder

Feuer war schon immer Teil des Ökosystems Wald. Solange es natürlichen Ursachen wie Blitzeinschlägen entsprang, konnten sich die Wälder noch nach jedem Brand erholen und wieder in ihren angestammten Regionen ausbreiten. Doch überall dort, wo sie am falschen Ort, zur falschen Zeit, zu stark und zu häufig auftreten, stellen sie eine ernsthafte Bedrohung für das Ökosystem Wald dar.

© Konstantin Kobyakov / WWF Russia
© Konstantin Kobyakov / WWF Russia

Etwa 95 Prozent aller Waldbrände entstehen durch den Menschen - direkt durch Brandstiftung oder indirekt zum Beispiel infolge von weggeworfenen Zigaretten oder Glas. Niemand weiß genau, wie viele Hektar Wald jedes Jahr wirklich verbrennen. Doch Statistiken belegen, dass die Intensität der Waldbrände in den vergangenen hundert Jahren deutlich gestiegen ist.

Die Ursachen der Waldbrände

Es gibt viele Arten der Entstehung und Ausbreitung von Waldbränden, aber meist nur einen Verursacher: den Menschen. Der WWF fordert daher, dass die wirklichen Ursachen der Waldbrände – Abholzung und damit verbundene Austrocknung der Flächen, zerstörerische Holzwirtschaft und Brandrodung für Plantagen, die oft außer Kontrolle gerät – konsequent bekämpft werden. Er setzt sich mit Projekten zum Schutz und zur pfleglichen Nutzung der Wälder für dieses Ziel ein und übt durch Lobbyarbeit Druck auf die jeweiligen Regierungen aus.

Wie kompliziert das Ursachengeflecht von Klima, menschlicher Nutzung und dem Auftreten von Waldbränden ist, zeigen die Feuerkatastrophen der Jahre 1997 und 1998. Damals führte das Wetterphänomen El Niño in weiten Teilen Südostasiens, Lateinamerikas und im russischen fernen Osten zu extremer Trockenheit. In Brasilien und Indonesien gerieten riesige Waldgebiete in Brand, die zuvor durch Holzeinschlag aufgelichtet und damit der Austrocknung schutzlos preisgegeben worden waren. Allein in Indonesien brannten fast fünf Millionen Hektar Wald. Rauch und Gase verschmutzten die Luft und gefährdeten die Gesundheit von 70 Millionen Menschen in der Region. Wissenschaftler befürchten, dass sich die El Niño-Zyklen durch die drohende Erderwärmung in Zukunft verkürzen und so zu mehr Trockenperioden führen könnten.

In den Vereinigten Staaten fielen im Jahr 2000 fast drei Millionen Hektar Wald den Flammen zum Opfer. Ein Jahr später vernichteten Feuer in Australien über 700.000 Hektar Wald und Buschland und verursachten dadurch einen Schaden von 30 Millionen US-Dollar.

Auch der Mittelmeerraum wird regelmäßig von sommerlichen Waldbränden heimgesucht. In Portugal wüteten 2003 die schlimmsten Brände seit 25 Jahren und zerstörten fast 400.000 Hektar Wald. Es entstanden Schäden in Höhe von etwa einer Milliarde Euro. Insgesamt verlieren die Mittelmeerländer durch die Feuer jedes Jahr durchschnittlich 700.000 bis eine Million Hektar Wald. Das entspricht etwa der Fläche von Korsika.

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