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Artenschmuggel gibt es auch in Deutschland

Im Oktober 2012 untersuchten die Zöllner am Frankfurter Flughafen ein Paket aus der Demokratischen Republik Kongo. Der Inhalt: Zehn Kilogramm rot eingefärbtes Elfenbein. Eine Sendung, gedacht für einen Schmuckhändler in Istanbul.

Objekte aus der Asservatenkammer in Bad Hersfeld © Matthias Adler / WWF
Objekte aus der Asservatenkammer in Bad Hersfeld © Matthias Adler / WWF

„Ein so großer Fund ist zwar etwas Besonderes“, sagt Michael Bender, Sprecher vom Hauptzollamt Gießen. Typisch sei aber, dass der Frankfurter Flughafen für den Artenschmuggel das größte Einfallstor nach Deutschland ist. Im Jahr 2011 ermittelten die Zollbeamten insgesamt 553 Fälle von Verstößen gegen die Bestimmungen des Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES - Convention on International Trade Endangered Species) – insgesamt 25.543 Einzelexemplare und 4675 lebende Tiere).

 

Illegale Urlaubssouvenirs

Der Großteil der „Schmuggler“ seien zurückkehrende Reisende, mit ein paar Souvenirs im Gepäck, sagt Bender. „Oftmals aus Thailand, Singapur oder Vietnam.“ In Deutschland gibt es weder Elefanten noch Nashörner in freier Wildbahn. Afrika und Asien sind die blutigen Tatorte der Wildereikrise. Doch auch hierzulande kämpft der Zoll gemeinsam mit dem WWF gegen den illegalen Schmuggel bedrohter Arten.

Artenschutzspuerhund Uno vom Zoll am Flughafen © Stefan Streit / WWF
Artenschutzspuerhund Uno vom Zoll am Flughafen © Stefan Streit / WWF

An sechs deutschen Flughäfen patrouillieren inzwischen Artenspürhunde, die vom WWF Deutschland ausgebildet werden. Mit dem Artenschutzkoffer startet im Jubiläumsjahr (50 Jahre) ein Bildungsangebot. Am 25. Februar werden im Beisein der Landesministerin für Schule und Weiterbildung Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann, die ersten WWF-Artenschutzkoffer engagierten Umweltbildungseinrichtungen in NRW übergeben.

 

Mit diesem Angebot versucht der WWF Deutschland für das Thema „Artenschutz“ zu sensibilisieren. Insgesamt 150 Artenschutzkoffer konnten in Zusammenarbeit mit dem Zoll und dem Bundesamt für Naturschutz erstellt werden. „Vielen ist einfach nicht klar, dass ein Verstoß gegen die Artenschutzkonvention nicht nur die Zerstörung der biologischen Vielfalt unserer Erde vorantreibt, sondern zudem eine Straftat darstellt“, sagt Bettina Münch-Epple, Leiterin der Bildung beim WWF Deutschland.

Der WWF-Artenschutzkoffer © Sven Köllner / WWF
Der WWF-Artenschutzkoffer © Sven Köllner / WWF

Artenschutzkoffer: Bildungsangebot mit echten Asservaten

„Der Inhalt der Koffer besteht aus echten Asservaten, die der Zoll sichergestellt hat. Darunter befinden sich Felle, Schmuck, Taschen, Schuhe – allesamt hergestellt aus von unter Schutz stehenden Arten.“ Begleitend zum Koffer wurden Unterrichtsmaterialien wie Artenschutzmemory oder Sinnesprotokoll entwickelt, um den Einstieg ins Thema zu erleichtern. So können Lehrer bundesweit in Schulen ein nachhaltiges Bewusstsein für den Artenschutz vermitteln.

 

Petition an die thailändische Premierministerin

Der WWF hat eine internationale Petition gestartet, und fordert darin Yingluck Shinawatra, die thailändische Premierministerin auf, endlich den weltweiten Kampf gegen den illegalen Elfenbeinhandel zu unterstützen. Thailand gilt als eines der größten Schlupflöcher für Elfenbeinprodukte weltweit. Schon über 400.000 Menschen haben den Aufruf unterschrieben. Vom 3. bis zum 14. März findet in Bangkok die wichtigste Konferenz für den Artenschutz, die 16. CITES CoP (Conference of the Parties) statt. Kurz vor der Konferenz soll der Gastgeberin Yingluck Shinawatra die Unterschriften überreicht werden.

WWF Jugend-Aktion auf dem Frankfurter Flughafen

Um möglichst viel Aufmerksamkeit auf die Petition zu lenken, verwandelte die WWF Jugend am 21. und 22. Februar 2013 den Frankfurter Flughafen in einen echten Wildtiermafia-Tatort. Direkt an der Passkontrolle sammelten die Jugendlichen Unterschriften für die Petition. Gleichzeitig wollen sie darauf aufmerksam machen, dass Artenschmuggel eine Straftat darstellt, unter der aber vor allem die Vielfalt unseres Planeten leidet.

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