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Stand: 06.05.2014

Artenschutz-Spürhunde: Beste Freunde der Zollbeamten

Der Kampf gegen die Wilderei wird auch an Flughäfen geführt, wenn Gepäck und Fracht nach verbotenen Produkten gefilzt wird. Dabei schwer verzichtbar: Tierische Hilfe mit feiner Nase.

Artenschutz-Spürhund beschnuppert Gepäck © Wayne Wu / TRAFFIC / WWF
Artenschutz-Spürhund beschnuppert Gepäck © Wayne Wu / TRAFFIC / WWF

Es ist der erster Erfolg von Artenschutz-Spürhund Jin Kai im Kampf gegen Artenschmuggler: Am Flughafen der Stadt Guangzhou hat der Artenschutz-Spürhund im Dienst des chinesisches Zolls knapp ein Kilogramm Elfenbein-Schmuck und Schuppen von Schuppentieren erschnüffelt. Es war es das erste Mal, dass ein Artenschutz-Spürhund in China Schmuggelware entdeckte.

Schmuggler machen vor nichts Halt. © Adam Oswell / WWF
Schmuggler machen vor nichts Halt. © Adam Oswell / WWF

„Märkte trockenlegen“

„Wer die Wilderei auf Nashörner und Elefanten in Afrika erfolgreich eindämmen will, der muss vor allem die Nachfragemärkte in Südostasien und China trockenlegen. Der Einsatz von Artenschutz-Spürhunden ist daher ein großer Erfolg für den Naturschutz“, freut sich Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland.

Jin Kai kämpft nicht alleine gegen den Artenschmuggel. Seine tierischen Kollegen sind in Europa und Australien schon länger erfolgreich im Einsatz. In Deutschland erhält der deutsche Zoll seit 2007 an deutschen Flughäfen tatkräftige Unterstützung von den pelzigen „Sonderbeamten“. Eingeführt wurden sie auf Initiative des WWF.

15 verschiedene Gerüche – und mehr

Die sensiblen Nasen von Hunden eignen sich bestens dafür, geschmuggelte Drogen, Sprengstoff oder Waffen aufzuspüren – oder eben auch Tiere und Pflanzen. „Die Hunde brauchen dafür vor allem einen ausgeprägten Spiel- und Beutetrieb, die Rasse ist dafür gar nicht so entscheidend“, sagt Ausbildungsleiter Jürgen Halbmann von der Zollhundeschule Neuendettelsau. Nach mindestens einem Jahr Training mit präpariertem Spielzeug lernen die Hunde 15 Geruchsbilder - und können in Sekundenschnelle in Gepäckstücken etwa illegalen Kaviar, Nashorn-Horn, Elfenbein, Korallen oder Teile von Meeresschildkröten erkennen. „Ältere Hunde kennen aber noch deutlich mehr“, sagt der Zollhundelehrwart Dieter Keller. „Wenn sie beispielsweise auf eine Art Papageienfedern trainiert wurden, erkennen sie dann alle.“

Keller staunt dabei selbst oft, was bei den Kontrollen alles zum Vorschein kommt: „In den letzten Wochen hatte auch wir große Aufgriffe von Schuppentier-Schuppen“ – ein Hinweis auf den grassierenden Handel mit dem geschützten Tier in Asien

Was der deutsche Zoll findet

Vom Zoll beschlagnahmt © Andreas Meinhardt / WWF
Vom Zoll beschlagnahmt © Andreas Meinhardt / WWF

Der Arten-Schmuggel ist nach Waffen und Drogen weltweit das lukrativste Schmuggelgeschäft. Nach Angaben von Interpol werden jährlich Tier- und Pflanzenarten im Wert von über 13 Milliarden Euro auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Insgesamt wurde in den Jahren 2011 und 2012 vom deutschen Zoll gefunden: Mehr als 2500 lebende Tiere, 2151 Elfenbeinschnitzereien, 4280 Korallen, 200 Schildkrötenpanzer, 19 ganze Stoßzähne, mehr als 400 illegale Jagdtrophäen. Mit über 1000 Beschlagnahmen waren die Zöllner am Flughafen Frankfurt am erfolgreichsten – dort, wo zwei Artenschutz-Spürhunde Dienst tun: Der Labrador Uno und Schäferhunddame Amy. „Die beiden haben in Deutschland die Nase vorn“, sagt Keller. 

Happy End für Schildkröten

Dabei kann es auch durchaus zu einem „Happy End“ kommen. So zum z.B., als einer der Artenschutz-Spürhunde im Frankfurter Flughafen Schildkröteneier „erschnüffelte“. Die beschlagnahmten Eier wurden sofort dem Zoo Frankfurt übergeben, wo sie in den Brutkasten kamen. Als die jungen Schildkröten dann einige Tage später schlüpften, konnten Experten sie eindeutig als Echte Karettschildkröten identifizieren. Anders als in den meisten Fällen von Artenschmuggel war der Herkunftsort eindeutig: Auf den Seychellen gibt es nur zwei Strände, an denen die Meeresschildkröten ihre Eier ablegen.

Die fünf kleinen Schildkröten wurden auf der Insel Mahé/Seychellen wieder in die Freiheit entlassen. Die kleinen Meeresschildkröten wurden an einem Sandstrand ausgewildert, der als üblicher Nistplatz für die seltenen Karettschildkröten dient.

Video: Der WWF-Artenschutzkoffer

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