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Nutzung biologischer Ressourcen

Mit der steigenden Zahl von Menschen auf unserem Planeten wächst der Bedarf an Land und Rohstoffen. Diese steigende Nutzung natürlicher Ressourcen gefährdet viele Tier- und Pflanzenarten in ihrem Bestand. Zum einen werden die Arten durch die direkte Nutzung, zum anderen durch die Umwandlung ihrer Lebensräume für menschliche Bedürfnisse bedroht.

© Michael Poliza / WWF
© Michael Poliza / WWF

Derzeit findet weltweit das größte Artensterben der vergangenen 600 Millionen Jahren statt. Das Massensterben der Neuzeit unterscheidet sich gravierend von dem vorangegangener „Massensterbeereignisse“: Zum ersten Mal hat eine einzelne Art, der Mensch, das Potenzial entwickelt, den größten Teil der übrigen Arten in kurzer Zeit zu vernichten. Die derzeitige Aussterberate von 3 bis 130 Arten pro Tag liegt um den Faktor 1.000 bis 10.000 über dem natürlichen Prozess der Evolution.

 

Die Menschheit verbraucht immer mehr natürliche Ressourcen, mehr als die Erde auf Dauer zur Verfügung stellen kann: Der „ökologische Fußabdruck“ – als Maß für den Ressourcenverbrauch – übersteigt die Kapazität der Erde schon heute um 25 Prozent. Ein Viertel der Erdoberfläche (11,2 Milliarden Hektar) kann zur produktiven Land und Meeresfläche gezählt werden. Jedem Menschen stehen bei der derzeitigen Bevölkerungsdichte von 6,4 Milliarden Menschen durchschnittlich 1,8 Hektar produktiver Fläche zur Verfügung. Im weltweiten Ländervergleich liegt der ökologische Fußabdruck Deutschlands im oberen Sechstel, auf Platz 23 (4,5 Hektar). Bei Einwohnern von Ländern mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen dagegen, beträgt der Fußabdruck nur 0,8 Hektar (Stand 2003). Wäre der deutsche Fußabdruck Standard, würden wir rund 2,6 Planeten benötigen. Wir leben somit nicht nur auf Kosten der ärmeren Länder, sondern auch auf Kosten zukünftiger Generationen!

 

Je weniger biologische Ressourcen wir für unser Leben benötigen, beziehungsweise je nachhaltiger wir sie nutzen, umso besser ist dies nicht nur für die Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch für uns Menschen. Außerdem trägt ein nachhaltiges Wirtschaften direkt zum Artenschutz bei. So bleibt zum Beispiel in Wäldern, die nach den Vorgaben des Forest Stewardship Council (FSC) bewirtschaftet und zertifiziert werden, die biologische Vielfalt besser erhalten. Das gleiche gilt für die Heilpflanzennutzung, für die der WWF mit Partnern einen Wildsammlungsstandard (ISSC-MAP) entwickelt hat, und für den Fischfang, der durch den Marine Stewardship Council (MSC) zertifiziert ist. Die direkte Ressourcennutzung (konsumtive Nutzung), wie die Entnahme von Holz und Meeresfrüchten, kann also auch in Natur schonender Weise geschehen. Aber auch durch die indirekte Ressourcennutzung (nicht-konsumtive Nutzung) kann die Natur nachhaltig genutzt werden. Die Gewinne, die beispielsweise durch Walbeobachtungstouren oder allgemein durch naturnahen Tourismus erzielt werden, können dauerhaft von der heimischen Bevölkerung genutzt werden und kommen auch dem Naturschutz zugute.

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