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Stand: 25.11.2015

Woher stammt das weiße Gold?

Tatort Leipzig: Im Frühjahr 2011 findet der deutsche Zoll eine Lieferung von 35kg Elfenbein, das als Plastikware deklariert von Nigeria nach Hong Kong transportiert werden sollte.

Tatort China: Anfang 2012 beschlagnahmt der chinesische Zoll mehr als 900kg Elfenbein, die ebenfalls illegal ins Land geschmuggelt werden sollten.

Elfenbeinmarkt © A. Mercado / A. Pole / WWF
Elfenbeinmarkt © A. Mercado / A. Pole / WWF

Der internationale kommerzielle Handel mit Elfenbein und anderen Produkten, das aus Elefanten gewonnen wird, ist seit Aufnahme der Elefantenarten in den Anhang der CITES-Konvention streng reguliert. Nur Botsuana, Namibia, Südafrika und Zimbabwe wurde es in den letzten Jahren erlaubt, über 100 Tonnen gelagertes Elfenbein zu versteigern. So konnten sich die Populationen in einigen Ländern, wie Tansania oder Südafrika, langsam erholen und verzeichnen einen jährlichen Zuwachs von vier Prozent. Trauriger Weise boomt der illegale Handel mit Elfenbein momentan wie schon lange nicht mehr, mehrere zehntausend Elefanten sterben jährlich wegen ihrer Stoßzähne.

Aber woher weiß zum Beispiel der Zoll, ob es sich bei einem Fund um legales oder illegales Elfenbein handelt?

Und woher stammte das Tier denn genau? Um diese Fragen zu klären, haben der WWF Deutschland gemeinsam mit dem International Centre of Ivory Studies (INCENTIVS) an der Universität Mainz eine

Was sind Isotope?

Atome desselben Elements können eine verschiedene Anzahl von Neutronen besitzen; die  verschiedenen möglichen Varianten eines Elements heißen Isotope.

Methode entwickelt und getestet, die die Herkunft von unbekannten Stoßzähnen an Hand deren stabiler Isotopensignatur zuordnen kann. Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) über das Bundesamt für Naturschutz (BfN) finanziert und läuft noch bis Ende 2016. Die Ergebnisse der Vorhabens sollen anschließend vom Sekretariat des Washingtoner Artenschutzübereinkommens übernommen und weitergeführt werden.

 

Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung einer Methode zur Ursprungsbestimmung von Elfenbein mittels einer Referenzdatenbank. Hierzu wurden mehr als 600 Elfenbein-Proben aus Museen, CITES-Behörden und anderen Sammlungen, z.B. von Trophäenjägern, aus 24 afrikanischen und sechs asiatischen Arealstaaten gesammelt und untersucht. Während eines Elefantenlebens werden die durch die Nahrung aufgenommenen Isotope im Gewebe eingelagert, so z.B. auch in den Stoßzähnen. Die stabilen Isotope von Wasserstoff und Sauerstoff geben Informationen über das Trinkwasser und die Klimazone. Die Kohlenstoff- und Stickstoffvarianten verraten, welche Art von Pflanzen das Tier überwiegend gefressen hat, und durch die Schwefelisotope erfahren die Wissenschaftler etwas über den Boden. Durch eine Kombination dieser unterschiedlichen Merkmale entsteht eine Art Fingerabdruck, durch den sich der Aufenthaltsort des Elefanten bestimmen lässt.

Praktisch umgesetzt: Die Methode liefert Ergebnisse

Diese Methode wurde auch auf die beiden oben genannten Elfenbeinfunde angewandt: Die in Leipzig gefundenen Stücke stammen von Tieren aus dem Kongobecken (Republik Kongo, Kamerun). Bei dem chinesischen Elfenbein handelt es sich um Tiere aus Ost- sowie dem südlichen Afrika (Tansania, Malawi und Mosambik), die über den Hafen von Daressalam nach China eingeführt werden sollten (siehe Karte rechts).

 

Die Entwicklung einer zuverlässigen Bestimmungsmethode und einer Referenzdatenbank ist ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung des illegalen Elfenbeinhandels, da sich so „Wilderei Hotspots“ identifizieren lassen und Gegenmaßnahmen konzentriert werden können. Des Weiteren wird es Schmugglern erschwert illegales Elfenbein „rein zu waschen“ und als legales Material auszugeben, wie es oft in Thailand passiert. Dort ist nämlich der Binnenhandel mit Elfenbein von domestizierten Elefanten erlaubt.

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