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WWF fordert den Rücktritt von Juan Carlos als Ehrenpräsident

Juan Carlos von Spanien. © Ange Diaz

Der WWF Spanien fordert vom König Juan Carlos I. den Rücktritt als Ehrenpräsident. Rückendeckung erhält er dabei von den WWF Sektionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die allesamt den Schritt ihrer spanischen Kollegen begrüßten.

Die Glaubwürdigkeit des WWF sei in großer Gefahr. Schließlich habe der WWF seit 50 Jahren große Erfolge im Artenschutz feiern können, vor allem im Kampf gegen die Wilderei in Afrika und den illegalen Elfenbeinhandel. Diesen Ruf gelte es nun zu retten. 

König Juan Carlos hatte in Botswana an einer Elefanten-Safari teilgenommen und sich dabei schwer verletzt, wodurch diese Jagd-Reise überhaupt erst bekannt wurde. Das Amt des Ehrenpräsidenten müsse in Ehre und Würde als Vorbild in Sachen Naturschutz ausgeführt werden. Nach dem, was bekannt geworden ist, ist dieses für Juan Carlos nicht mehr möglich.

Im Rahmen einer außerordentlich einberufenen Sitzung der Geschäftsführung hat der WWF Spanien am 17. April 2012 beschlossen, einen Prozess einzuleiten, der auf eine Änderung der Stiftungsordnung hinauslaufen wird. Demnach ist geplant, auf einer Mitgliederversammlung über den Artikel 6 der Satzung abzustimmen, der die Ehrenpräsidentschaft von Juan Carlos beinhaltet. 

Offener Brief des WWF an König Juan Carlos

Afrikanische Elefanten © Michael Poliza / WWF
Afrikanische Elefanten © Michael Poliza / WWF

Schon einen Tag zuvor hatte sich Juan Carlos del Olmo, der Generalsekretär des WWF Spanien, mit einem offenen Brief an den König gewandt. Del Olmo bat darin dringend um einen Gesprächstermin. Er kündigte an, bei diesem Treffen am 20. April 2012 eine Online-Petition zu überreichen, die den Rücktritt von Juan Carlos als Ehrenpräsident des WWF Spanien fordert, nachdem bekannt geworden war, dass der König von Spanien an einer Elefanten-Safari teilgenommen hat. Bislang haben über 80.000 Menschen diese Forderung unterzeichnet (Stand 17. April).

WWF Deutschland begrüßt die Entscheidung

Der WWF Deutschland begrüßt ausdrücklich die Entscheidung des WWF Spanien, seinem Ehrenpräsidenten schriftlich den Rücktritt nahe zu legen.

Während die internationale Gazetten überwiegend mit Spott und Häme auf diesen Vorfall reagierten, führten Juan Carlos‘ Eskapaden in der spanischen Presse zu einer Grundsatzdiskussion über die Rolle der Monarchie im 21. Jahrhundert. 

Dennoch es dürfte Del Olmo es nicht leicht gefallen sein, den Brief zu verfassen. Der König von Spanien bekleidet seit 1968 – in Zeiten der Franko-Diktatur – das Amt des Ehrenpräsidenten. Es ist auch dem Einfluss des Königs zu verdanken, dass der WWF schon ein Jahr später einen seiner bis heute größten Erfolge feierte. 1969 gelang es dem WWF Spaniens wichtigstes Feuchtgebiet, die Coto de Doñana, unter Schutz zu stellen.

Der König solle Konsequenzen ziehen

Erst in seiner Weihnachtsansprache 2011 hatte sich Juan Carlos mit eindringlichen Worten an sein Volk gewandt. Er sprach von außergewöhnlich schwierigen Zeiten seiner Nation und von Werten, die die Spanier schon in der Vergangenheit dazu befähigt hätten, Krisen zu überstehen. „Wir alle, und allen voran diejenigen mit öffentlicher Verantwortung, haben nun die Pflicht, mit einem adäquaten Verhalten vorwegzugehen, mit einem bespielhaften Verhalten.“

 

Der WWF fordert nun von Juan Carlos seinen eigenen Worten Taten folgen zu lassen und das Amt des Ehrenpräsidenten aufzugeben. 

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