WWF Deutschland

http://www.wwf.de/


Content Section

16. CITES Vertragsstaatenkonferenz (CoP): Wildereikrise, Haie und seltene Hölzer

Der illegale Handel mit gefährdeten Arten gilt bislang als ein Thema, das ausschließlich mit dem Umweltschutz verbunden wird. Doch der illegale Handel mit gefährdeten Tieren und Pflanzen bedroht nicht nur die biologische Vielfalt unseres Planeten, sondern kann sogar zu sozialen Destabilisierungen und Konflikten führen.

Die Wilderei wegen Elfenbein hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. © Mike-Goldwater / WWF-Canon

Vom 3. bis zum 14. März 2013 findet die wichtigste Artenschutzkonferenz, die 16. CITES-CoP (Conference of the Parties) statt. Genau vierzig Jahre nach dem Gründungstreffen in Washington treffen sich die Vertragsstaaten nun in Bangkok. Die Erwartungen im Jubiläumsjahr sind groß. Vor allem die Wildereikrise gilt es zu stoppen. „Wildlife Crime muss international endlich auch als das angesehen werden, was es ist: Ein schwerwiegendes Verbrechen, mit weitreichenden Folgen für Menschen und Umwelt“, sagt Volker Homes, Leiter Artenschutz und TRAFFIC beim WWF Deutschland.  Das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES- Convention on Trade in Endangered Species) haben insgesamt 177 Staaten der Welt unterzeichnet.

Wilderei ist außer Kontrolle

Die Wilderei von Elefanten und Nashörner erreicht jedes Jahr neue Superlative. 2012 wurden schätzungsweise ca 30.000 Elefanten brutal abgeschlachtet. Auch die illegale Jagd auf Nashörner ist völlig außer Kontrolle geraten. Für den Zeitraum von 2007-2012 rechnet das Artenschutznetzwerk TRAFFIC mit einem Anstieg der Nashornwilderei von 5000% gegenüber den Jahren vor der Wildereikrise. Letztes Jahr starben allein in der Republik Südafrika 668 Nashörner durch Wilderei. „Es ist dringend Zeit zu handeln, sonst werden wir wohl Nashörner und Elefanten zumindest regional nicht vor dem Aussterben retten können“, sagt Volker Homes. 

Der WWF fordert die internationale Staatengemeinschaft auf, endlich zu handeln. „In den betroffenen Ländern ist die Strafverfolgung extrem schwach. Das muss sich ändern. Zwischen 2009 und 2011 wurden 61 Tonnen Elfenbein beschlagnahmt. Aber nun müssen sich die Nationen stark machen, dass solche Funde untersucht werden, damit nachvollzogen wird, wohin das illegale Elfenbein geliefert wird. Und dass es schließlich auch zu Verhaftungen und Verurteilungen kommt“, sagt Ilka Herbinger, Referentin Zentrales Afrika beim WWF Deutschland. „Der Druck muss verstärkt werden. Sollten die betroffenen Länder nicht einlenken, sind Sanktionen unumgänglich.“

Petition an die Thailändische Premierministerin

Auch Thailand als Gastgeberland wird sich einige unangenehme Fragen stellen lassen müssen, ist sich Volker Homes sicher. Im Vorfeld der CITES-CoP in Bangkok fordert der WWF die thailändische Premierministerin Yingluck Shinawatra auf, endlich den Kampf gegen den illegalen Elfenbeinhandel zu verstärken. Die Petition soll der Staatschefin kurz vor Beginn der Konferenz überreicht werden. Bislang haben über 1.500.000 Menschen aus aller Welt den Aufruf des WWF unterzeichnet.

Haie, Mantarochen und seltene Holzarten

Auf der CITES-CoP wird sich der WWF außerdem dafür stark machen, dass neue Arten auf die Anhänge des Abkommens aufgenommen und so durch die Washingtoner Artenschutzkonvention geschützt werden. Dabei handelt es sich vor allem um gefährdete Holzarten- oder Fischarten, wie den Heringshai, verschiedene Hammerhai-Arten oder die Mantarochen. Zahlreiche Haiarten sind vor allem in Asien als Delikatesse gefragt. Ebenholz,  Palisander und Rosenhölzer wiederum sind vor allem für die Möbelindustrie interessant. Sie werden aber auch zu Musikinstrumente verarbeitet. Die Listung auf den Anhang II würde den internationalen Handel regulieren, die Listung auf Anhang I den Handel verbieten.    

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken
   
Unterstützen Sie
den WWF
Unterstützen Sie
den WWF