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Elefantentage - die erste Woche der Artenschutzkonferenz

Mit einem regelrechten Paukenschlag hatte die 16. Vertragsstaatenkonferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES CoP 16) am 3. März in Bangkok begonnen. „Wir werden eine Gesetzesreform einleiten - mit dem Ziel, den Elfenbeinhandel zu verbieten“, versprach die thailändische Premierministerin Yingluck Shinawatra bei ihrer Eröffnungsrede. Bislang galt ausgerechnet das Gastgeberland Thailand als regelrechtes Schlupfloch für den Elfenbeinschmuggel.

Carlos Drews redet mit Yingluck Shinawatra?. Kurz darauf versprach die thailändische Premierministerin, eine Gesetzesreform einzuleiten. © Christiaan van der Hoeven / WWF
Carlos Drews übergibt der thailändischen Premierministerin die Petition.

Dramatische Zahlen aus Zentralafrika

Zuvor hatte das internationale WWF-Kampagnenteam der Staatschefin eine Petition überreicht. Fast 1,5 Millionen Menschen forderten darin Shinwatra auf, sich endlich beim globalen Kampf gegen die Wildereikrise zu beteiligen.

„Wir sind von dem Versprechen begeistert, dass sie den Elfenbeinhandel in ihrem Land zu verbieten will“, sagte Carlos Drews, der Direktor des WWF Global Species Programme. „Doch der Kampf gegen die Wildereikrise ist damit noch lange nicht vorbei. Jetzt müssen dringend weitere Maßnahmen in Herkunfts-, Transit- und Abnehmerländern des illegalen Elfenbeins folgen. Denn das Elefantenschlachten geht unvermindert weiter.“

Das Drews Recht behalten sollte, zeigte sich schon am Dienstag, den 5. März.  Das Onlinefachmagazin PLOS ONE veröffentlichte eine Studie über den drastischen Rückgang der Waldelefanten in Zentralafrika. Innerhalb von zehn Jahren habe sich die Population regional um 62% verringert. Wird die illegale Jagd nicht gestoppt, bestehe nur wenig Hoffnung für diese Unterart. „Die Zahlen sind umso erschreckender, wenn man bedenkt, dass das Rekordjahr der Wilderei 2012 noch nicht einmal einbezogen wurden“, sagte Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland.

Herkunftsbestimmung von Elfenbein

Stefan Ziegler vom WWF Deutschland präsentierte am Donnerstag eine neue Technologie im Kampf gegen den Schmuggel von Elfenbein: „Mit der Isotopenmethode können wir das Alter und die Herkunft von Stoßzähnen bestimmen. Wir sind bereits dabei, eine umfangreiche Datenbank aufzubauen. Bislang haben wir Proben aus 37 Ländern“. Isotope sind Atome gleicher chemischer Elemente, die sich nur in der Anzahl der Neutronen voneinander unterscheiden. Die Nahrung, das Klima, die Geologie aber auch die Entfernung zur Küste beeinflussen die Isotopenverhältnisse. Diese sind im Elfenbein nachweisbar. Das Verfahren wurde in Kooperation mit dem Bundesamt für Naturschutz und den Universitäten Mainz und Regensburg entwickelt und vom Bundesministerium für Umwelt finanziert.

Die „Gang of Eight“ - Elfenbeinfunde in immer den gleichen Ländern

Kein Schmuck aus Stoßzähnen, fordern auch die Kleinsten. © WWF
Kein Schmuck aus Stoßzähnen, fordern auch die Kleinsten.

Am Freitag veröffentlichte Tom Milliken, Koordinator für Elefanten und Nashörner in Afrika vom Artenschutznetzwerk TRAFFIC den brisanten Report „Elephants in the Dust“. Die Zahl der großen Elfenbeinfunde mit jeweils über 800 Kg Gewicht pro aufgegriffenem Fall, habe sich seit 1998 mehr als verdreifacht. „Und immer wieder führt die Spur in die gleichen Länder: Thailand, China, Kenia, Tansania, Südafrika, Malaysia, die Philippinen und Vietnam“, die „Gang of Eight“, wie Milliken sie nannte. 

Einen Tag zuvor stritten sich die Vertragsstaaten über die Wildereikrise. „Steigen in China die Einkommen, steigen gleichzeitig auch die Zahlen der illegal getöteten Elefanten in  Afrika“, sagte Julian Blanc, Datenanalyst des CITES Programmes MIKE (Monitoring the Illegal Killing of Elephants).

Die chinesische Delegation wies diesen Vorwurf jedoch zurück und schob die Verantwortung zurück zu den Elefantenverbreitungsstaaten. Diese würden zu wenig gegen die Wilderei unternehmen, hieß es. Die meisten dieser Staaten sind Entwicklungsländer, die sich allein einen umfassenden Schutz der Elefanten gar nicht leisten können. Sie gelte es durch die internationale Staatengemeinschaft zu stärken, damit ein effektiver Schutz gewährleistet wird.


Der Vertreter Swasilands, einem kleinen Staat im südlichen Afrika stellten klar, dass die Krise auf allen Seiten bekämpft werden muss - in den Elefantenverbreitungsstaaten genauso wie in den Abnehmerländer des illegalen Elfenbeins. Nur so könne die Krise effektiv bekämpft werden.

Wilderei ist ein internationales Problem

Joseph Okori vom WWF Südafrika gibt Interviews. © WWF

Die Delegation der Demokratischen Republik Kongo unterstützte diese Forderung: „Wir haben es mit schwer bewaffneten Militärs und Rebellen zu tun. Man sollte darüber nachdenken, eine Eingreiftruppe zu installieren - nach dem Vorbild der UN-Blauhelm-Truppen. Wilderei ist ein internationales Problem, das international gelöst werden muss.“ Auch Tansania stimmte zu: „Wir brauchen globale Unterstützung, sonst gibt es in großen Regionen bald gar keine Elefanten mehr.“

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