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CITES CoP16: Historische Ergebnisse

Umwelt- und Naturschutz setzen sich gegenüber kommerzieller Ausbeutung durch

Mit einem regelrechten Paukenschlag hatte die 16. Vertragsstaatenkonferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES CoP 16) am 3. März 2013 in Bangkok begonnen. „Wir werden eine Gesetzesreform einleiten - mit dem Ziel, den Elfenbeinhandel zu verbieten“, versprach die thailändische Premierministerin Yingluck Shinawatra bei ihrer Eröffnungsrede. Bislang galt ausgerechnet der Gastgeber Thailand als eines der größten Schlupflöcher für den Elfenbeinschmuggel. Zuvor hatte das internationale WWF-Kampagnenteam der Staatschefin eine Petition überreicht: Fast 1,5 Millionen Menschen forderten darin Shinwatra auf, sich endlich beim globalen Kampf gegen die Wildereikrise zu beteiligen.

Erste buddhistische Zeremonie für Elefanten

Während die Delegierten auf der Artenschutzkonferenz verhandelten, veranstalteten fünf thailändische buddhistische Religionsführer eine „Merit-Making-Zeremonie“. Mönche und Nonnen versammelten sich dafür im Wat Tat Thong, einem Tempel im unmittelbaren Zentrum von Bangkok. Dabei segneten die Geistlichen die Seelen der mehreren zehntausend Elefanten, die jährlich der Wildereikrise zum Opfer fallen. Gleichzeitig riefen sie gemeinsam andere Tempel zum Verzicht von Elfenbein als Schmuck oder Devotionalien auf.

Beschlüsse der Artenschutzkonferenz

Nashörner:

Die Artenschutzkonferenz hat eine klare Botschaft an die Länder Vietnam und Mosambik gesendet. Beiden Nationen wird eine entscheidende Rolle im Schmuggel und Verbrauch im Falle von Vietnam von Nashornprodukten zugesprochen. Die Staatengemeinschaft einigte sich darauf, ab dem Jahr 2014 Handelssanktionen gegen Vietnam und Mosambik zu verhängen, sollten die Bestimmungen des Washingtoner Artenschutzabkommens künftig weiterhin missachtet werden. „Das ist ein riesiger Schritt für den Nashornschutz”, kommentiert Carlos Drews, Delegationsleiter des WWF  die Entscheidung. „Diese wunderbaren, fast schon prähistorischen Tiere werden in alarmierenden Zahlen abgeschlachtet, nur um die große Nachfrage aus Vietnam zu decken.“

Elefanten:

Die Staaten China, Kenia, Malaysia, die Philippinen, Thailand, Uganda, Tansania und Vietnam sind besonders tief in dem illegalen Elfenbeinhandel und -verbrauch verwickelt. Tom Milliken vom Artenschutznetzwerk TRAFFIC bezeichnete sie als „Gang of Eight”. Sollten diese Nationen künftig nicht das Handelsverbot einhalten, können innerhalb eines Jahres Sanktionen beschlossen werden.

Haie und Mantarochen

Die Vertragsstaaten einigten sich darauf, fünf besonders stark gefährdetete Haiarten (Heringshai, Weißspitzen-Hochseehai, drei Hammerhaiarten) und zwei Mantarochenarten künftig stärker zu schützen. „Die Beschlüsse zeigen, dass die Regierungen durchaus in der Lage sind, einen politischen Konsens zu finden. Es geht darum unsere Ozeane zu beschützen und die Nahrungsgrundlage für kommende Generationen zu sichern”, sagte Carlos Drews. In der Vergangenheit scheiterte der verstärkte Haischutz meist an den wirtschaftlichen Interessen der großen Fischereinationen Japan und China. In Südostasien gilt Haifischflossensuppe als eine Delikatesse. Das Sharkfinning ist dabei eine besonders grausame Methode, um die Flossen zu gewinnen. Dabei werden dem gefangenen Hai einfach die Flossen abgeschnitten und er anschließend wieder ins Meer geworfen, wo die Tiere verenden.

Eben-, Rosenhölzern und Palisander

Der Schutz von Eben-, Rosenhölzern und Palisander wurde angesichts der drohenden Ausrottung auf der Artenschutzkonferenz verstärkt. Zahlreiche Holzarten werden überwiegend zu Möbelstücken oder für den Bau von Musikinstrumenten weiterverarbeitet. „Das ist eine gute Entscheidung”, lobte Dr. Colman O'Criodain, Handelsexperte vom WWF International anschließend.

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