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Stand: 20.09.2016

Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES

Neben dem Verlust des Lebensraumes stellt die Ausbeutung durch Übernutzung und nicht nachhaltigen, internationalen Handel die größte Bedrohung für den Fortbestand wild lebender Tier- und Pflanzenarten dar. Das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES reguliert daher diesen internationalen Handel mit wild lebenden Tier- und Pflanzenarten und ist eines der bedeutendsten internationalen Naturschutzabkommen.

 

CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Flora and Fauna) wurde 1973 in Washington ausgehandelt und trat 1975 international in Kraft, ein Jahr später auch in Deutschland. Als Instrument verbindlichen internationalen Rechts gilt CITES für derzeit 183 Vertragsstaaten (Stand September 2016).

Wie viele Arten sind geschützt?

Das Abkommen reguliert den Handel von ca. 5600 Tier- sowie 30.000 Pflanzenarten durch ein System von Bescheinigungen und Genehmigungen. Durch CITES werden die Arten in verschiedene Schutzkategorien eingeteilt. Nur per Konsens-Entscheidung oder Zweidrittel-Mehrheit bei einer der Vertragsstaaten-Konferenzen können die CITES-Anhänge geändert werden.

Wie der Handel kontrolliert wird

Auf Anhang I gelistete Arten erfahren den höchsten Schutz. Hier sind Arten gelistet, die unmittelbar vom Aussterben bedroht und durch den Handel gefährdet sind. Kommerzieller internationaler Handel mit wild lebenden Exemplaren dieser Arten ist verboten. Zu den wenigen Ausnahmen gehört zum Beispiel der genehmigungspflichtige Handel zum Zweck wissenschaftlicher Untersuchungen. Mehr als 930 Arten sind hier geschützt.

In Anhang II sind Arten aufgeführt, die zwar noch nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht sind, deren Bestand aber gefährdet würde, sollte der Handel nicht strikt reguliert werden. Anhang II schließt außerdem viele Arten mit ein, die wegen ihres ähnlichen Aussehens leicht mit gefährdeten Arten auf Anhang I oder II verwechselt werden können. Über 34.000 Arten sind hier geschützt.

In Anhang III sind Arten gelistet, deren internationaler Handel auf Antrag eines Verbreitungsstaates der entsprechenden Art reguliert wird und der nur die Bestände des betreffenden Landes umfasst, zum Teil sogar nur bestimmter Regionen. Fast 150 Arten sind hier geschützt.

Wie kommen Arten auf die Anhänge

Bevor der Handel mit einer Tier- oder Pflanzenart durch CITES reguliert wird, finden in der Regel umfangreiche Untersuchungen statt, ob die betreffende Art die Kriterien für die Aufnahme in einen der Anhänge von CITES (siehe oben) erfüllt oder nicht.

Die Anträge auf Aufnahme in einen der Anträge werden von den nationalen wissenschaftlichen CITES-Behörden gestellt und auf den alle zwei bis drei Jahre stattfindenden Vertragsstaatenkonferenzen diskutiert. Durch dortige Abstimmung der Vertragsstaaten werden diese anschließend angenommen oder abgelehnt beziehungsweise zurückgestellt.

Zur Antragstellung muss das Land, von dem eine Listung beantragt wird, ein nachvollziehbares Interesse an der betreffenden Tier- oder Pflanzenart haben – sei es, weil sie dort wildlebend vorkommt, oder weil sie in beträchtlichen Mengen in das Land importiert wird. Jeder Vertragsstaat hat eine wissenschaftliche CITES-Behörde. In Deutschland ist dies das Bundesamt für Naturschutz (BfN).

Umsetzung innerhalb der EU

Alle 28 Mitgliedsstaaten der EU sind CITES beigetreten; auch die EU selbst ist als einzige Staatengemeinschaft Mitglied von CITES. Seit 1997 gilt in der EU ein neues europäisches Artenschutzrecht, welches unmittelbar die Umsetzung des Washingtoner Artenschutzabkommens für alle Mitgliedsstaaten einheitlich und verbindlich festlegt. Die entsprechende Verordnung (VO (EG) 338/97) wurde im Dezember 2014 an die Abstimmungsergebnisse der letzten CITES-Konferenz angepasst und gilt nun als VO (EU) 1320/2014. Die Artenschutzbestimmungen sind im Vergleich zu CITES teilweise strenger geregelt, da hier zum Teil auch EU-Richtlinien wie die FFH- und die Vogelschutz-Richtlinie umgesetzt werden. Außerdem existieren vier (A, B, C, D) statt drei Anhänge.

Anhang A enthält alle im Anhang I von CITES aufgeführten Arten sowie einige Arten des Anhang II und III, die nach Ansicht der EU durch den internationalen Handel so gefragt sind, dass jeglicher Handel das Überleben der Art gefährden würde. Für Anhang A-Exemplare gilt fast ohne Ausnahme ein kommerzielles Handelsverbot, Ein- und Ausfuhrgenehmigungspflicht sowie innergemeinschaftliche Vermarktungsverbote, vor allem für der Wildnis entnommene Exemplare.

Anhang B enthält Arten des CITES-Anhangs II, soweit sie nicht bereits nach Anhang A geschützt werden, sowie Arten, die international in solchen Mengen gehandelt werden, die das Überleben der Art oder von Populationen in bestimmten Ländern gefährden können. Es gelten Ein- und Ausfuhrgenehmigungspflicht für alle Exemplare.

In Anhang C werden bis auf bestimmte Rotfuchs-, Hermelin- und Wieselarten die Arten des CITES-Anhangs III aufgeführt. Bei diesen Arten wird bei der Einfuhr auf eine wissenschaftliche Prüfung verzichtet. Die Naturverträglichkeit der Entnahme muss allerdings durch Dokumente des Ursprungslandes belegt werden. Außerdem müssen Arten des Anhang C bei der Einfuhr in die EU beim Zoll angemeldet werden.

Anhang D gilt als Frühwarnsystem. Hier werden vor allem Arten aufgeführt, die zwar handelsrelevant sind, aber noch nicht unter die internationalen Schutzkategorien von CITES fallen. Bei diesen Arten rechtfertigt der Umfang der Einfuhren in die EU die Überwachung und Registrierung der Handelsdaten, um frühzeitig Rückschlüsse auf die Erhaltungssituation der betroffenen Arten ziehen zu können und ggf. eine stärkere Unterschutzstellung herzuleiten.

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