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Washingtoner Artenschutzübereinkommen

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES reguliert den internationalen Handel mit wild lebenden Tier- und Pflanzenarten und ist eines der bedeutendsten internationalen Naturschutzabkommen.

 

CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Flora and Fauna) wurde 1973 in Washington ausgehandelt und trat 1975 international und ein Jahr später auch in Deutschland in Kraft. Als Instrument verbindlichen internationalen Rechts gilt CITES für derzeit 181 Vertragsstaaten (Stand März 2016).

Das Procedere

Bevor eine Tier- oder Pflanzenart bei CITES gelistet wird, finden in der Regel umfangreiche Untersuchungen statt, mit denen man herausfinden will, ob die betreffende Art den Kriterien für eine Aufnahme in einen der Anhänge von CITES (siehe unten) erfüllt oder nicht.

 

Die Anträge auf Listung werden von den nationalen wissenschaftlichen CITES-Behörden gestellt und bei der nächsten Vertragsstaatenkonferenz diskutiert, beraten und angenommen oder abgelehnt beziehungsweise zurückgestellt.

Zur Antragstellung muss das Land, von dem eine Listung beantragt wird, ein nachvollziehbares Interesse an der betreffenden Tier- oder Pflanzenart haben – sei es, weil sie dort wildlebend vorkommt, oder weil sie in beträchtlichen Mengen in das Land importiert wird. Jeder Vertragsstaat hat eine wissenschaftliche CITES-Behörde. In Deutschland ist dies das Bundesamt für Naturschutz (BfN).

Wie viele Arten sind geschützt?

Das Abkommen reguliert den Handel von mehr als 35.000 Pflanzen- und Tierarten durch ein System von Bescheinigungen und Genehmigungen. In CITES werden die Arten in verschiedenen Schutzkategorien aufgeführt. Nur CITES-Konferenzen können die Anhänge ändern.

Wie der Handel kontrolliert wird

In Anhang I sind Arten gelistet, die vom Aussterben bedroht sind und durch den Handel gefährdet werden könnten. Kommerzieller internationaler Handel mit wild lebenden Exemplaren dieser Arten ist verboten. Zu den wenigen Ausnahmen gehört zum Beispiel der genehmigungspflichtige Handel zum Zweck wissenschaftlicher Untersuchungen sowie Reisende mit Arten und Erzeugnissen aus nachgewiesenem legalem Privatbesitz. Mehr als 900 Arten sind hier geschützt.

 

In Anhang II sind Arten gelistet, die nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht sind, aber bedroht sein könnten, sollte der Handel nicht strikt reguliert werden. Anhang II schließt außerdem viele Arten mit ein, die wegen ihres ähnlichen Aussehens leicht mit gefährdeten Arten verwechselt werden können. Knapp 35.000 Arten sind hier geschützt.

 

In Anhang III sind Arten gelistet, deren internationaler Handel auf Antrag eines Verbreitungsstaates der entsprechenden Art reguliert wird und der nur die Bestände des betreffenden Landes umfasst. Fast 150 Arten sind hier geschützt.

Umsetzung innerhalb der EU

Seit 1997 gilt in der EU ein neues europäisches Artenschutzrecht, welches unmittelbar die Umsetzung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens für alle Mitgliedsstaaten einheitlich und verbindlich festlegt. Die entsprechende Verordnung (VO (EG) 338/97) wurde am 23. April 2009 angepasst und gilt nun als VO (EG) 398/2009. Die Artenschutzbestimmungen sind im Vergleich zu CITES teilweise strenger geregelt. Außerdem existieren vier (A, B, C, D) statt drei Anhänge.

 

In Anhang A sind alle Anhang I-WA-Arten aufgeführt sowie einige Arten des Anhang II und III, die nach Ansicht der EU durch den internationalen Handel so gefragt sind, dass jeglicher Handel das Überleben der Art gefährden würde. Für Anhang A-Exemplare gilt fast ohne Ausnahme ein kommerzielles Handelsverbot, Ein- und Ausfuhrgenehmigungspflicht sowie innergemeinschaftliche Vermarktungsverbote, vor allem für der Wildnis entnommene Exemplare.

 

Anhang B enthält Arten des WA-Anhangs II, soweit sie nicht bereits nach Anhang A geschützt werden, und Arten, die international in solchen Mengen gehandelt werden, die das Überleben der Art oder von Populationen in bestimmten Ländern gefährden können. Es gelten Ein- und Ausfuhrgenehmigungspflicht für alle Exemplare.

 

In Anhang C werden bis auf bestimmte Rotfuchs-, Hermelin- und Wieselarten die Arten des WA-Anhangs III aufgeführt. Bei diesen Arten wird bei der Einfuhr auf eine wissenschaftliche Prüfung verzichtet. Die Naturverträglichkeit der Entnahme muss durch Dokumente des Ursprungslandes belegt werden.

 

Anhang D gilt als Frühwarnsystem. Hier werden vor allem Arten aufgeführt, die zwar handelsrelevant sind, aber noch nicht unter die internationalen Schutzkategorien fallen. Um frühzeitige Rückschlüsse auf die Erhaltungssituation der betroffenen Arten ziehen zu können, werden die Handelsdaten registriert.

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