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Kamerun: Armee startet Großoffensive gegen Wilderer

Kamerun macht Ernst im Kampf gegen Wilderei: Jetzt wird die Armee dauerhaft gegen schwerbewaffnete Elefanten-Wilderer eingesetzt.

Militär gegen Wilderei © Green Renaissance/ WWF
Militär gegen Wilderei © Green Renaissance/ WWF

Es sind Szenen wie aus dem Krieg: Vier Einheiten von Wilderern sind gerade in der Zentralafrikanischen Republik unterwegs nach Kamerun, ausgerüstet mit Maschinengewehren und Raketenwerfern. Es sind Wilderer. Ihr Ziel: Der Norden Kameruns – um massenhaft Elefanten abzuschießen. Wie Anfang 2012, als im Bouba N’Djida National Park aus dem Sudan eingesickerte kriminelle Horden über 350 Elefanten massakrierten

Elite-Soldaten gegen Wilderer

Elefantenknochen. © naturepl.com / Bruce Davidson / WWF-Canon
Elefantenknochen. © naturepl.com / Bruce Davidson / WWF-Canon

Das soll so nie wieder passieren. Kamerun startet die wahrscheinlich größte Militär Aktion, die es je gegen Wilderer gab. Über 600 Elite-Soldaten des Battallion d’Intervention Rapide (BIR) der kamerunischen Armee werden auf direkten Befehl von Staatspräsident Paul Biya nun über einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren gegen die Wilderer eingesetzt. Details der Operation wurden der internationalen Presse am 15.12.2012 vor Ort im Bouba N’Djida-Nationalpark vorgestellt.


„Es freut uns, dass Kamerun aktiv gegen die kriminellen Wilderer-Banden vorgeht“, sagt die WWF Afrika-Expertin Ilka Herbinger. „So traurig es ist: Der Einsatz des Militärs ist der einzige Weg, um die Elefanten gegen die hochgerüsteten Wilderer zu schützen.“ Sie sieht in der massiven Militär-Aktion eine Reaktion auf die scharfe Kritik, die Kamerun für die zu zögerlich angelaufenen Maßnahmen gegen die Wilderer Anfang 2012 einstecken musste. „Das ist ein klarer Erfolg für unsere internationale Kampagne gegen Wildlife Crime (Wilderei und Schmuggel), die auch in Kamerun sehr genau verfolgt wird“, sagt Herbinger.

WWF gibt entscheidende Hinweise

Vom WWF und anderen Partnerorganisationen in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) kamen entscheidende Hinweise über Aufenthaltsorte und Bewaffnung der Wilderer. Naturschützer im Norden der ZAR hatten die Informationen über die durchziehenden Wilderer-Gruppen gesammelt.

In ganz Afrika grassiert momentan eine Wilderei-Krise bisher unbekannten Ausmaßes. Noch nie mussten so viele Elefanten und Nashörner wegen ihrer Stoßzähne und Hörner sterben wie in den letzten Jahren. Mit den Profiten aus dem Elfenbein finanzieren Verbrecherorganisationen sogar lokale Konflikte, vor allem in Zentralafrika. Wilderei ist nicht nur ein Verbrechen an der Natur, ganze Staatengebilde können destabilisiert werden. Die weltweite Anti-Wilderei-Kampagne des WWF will Regierungen zum Beispiel in Zentralafrika, Thailand, China, Vietnam und auch die Vereinten Nationen dazu bringen, Wilderei und den illegalen Handel mit Wildtieren endlich als schwere Verbrechen einzustufen - und entsprechend hart zu ahnden.

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