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Stand: 27.11.2015

Konferenz in London: Tiger, Elefanten, Prinzen und Regierungen

50 Regierungen, ein Thema: In London fand die erste hochrangige Konferenz zur Wildereikrise statt. Was waren die Ziele des WWF? Welche Ergebnisse wurden erreicht?

Elefanten und Nashörner sind von der Wilderei stark bedrohte Arten © nature.pl
Elefanten und Nashörner sind von der Wilderei stark bedrohte Arten © nature.pl

Die Konferenz

Am 12. und 13. Februar 2014 lud die britische Regierung Präsidenten und Politiker aus aller Welt zu einer Wilderei-Konferenz nach London ein. Der politische Kampf gegen die Wilderei und den illegalen Handel mit bedrohten Arten sollte damit weiter Fahrt aufnehmen. Ziel war es, konkrete Maßnahmen zur Lösung des Problems zu vereinbaren, sowie politische und finanzielle Unterstützung auf höchster Ebene zu sichern. Der Fokus lag dabei auf Tigern, Elefanten und Nashörnern.

Die Teilnehmer

50 Länder, die von der Wilderei und dem illegalen Handel mit bedrohten Arten betroffenen sind, sowie wichtige Geberländer nahmen an der Konferenz teil. Dazu kamen Organisationen wie CITES, Interpol, das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung UNDOC und die Afrikanische Entwicklungsbank. Nichtregierungsorganisationen (NGO) wie der WWF nahmen an der Konferenz selbst nicht teil, diese war den Staatsoberhäuptern und ihren Beratern vorbehalten. Prinz Charles und sein Sohn Prinz William nahmen ebenfalls teil. Sie hatten schon im Vorfeld der Konferenz in einer Videobotschaft zur Unterstützung im Kampf gegen die Wilderei aufgerufen.

Die Ziele des WWF

Elfenbeinprodukte © USFWS Mountain Prairie / WWF
Elfenbeinprodukte © USFWS Mountain Prairie / WWF

WWF und TRAFFIC, das gemeinsame Artenschutzprogramm des WWF und der Weltnaturschutzorganisation IUCN, hatten im Vorfeld mit Expertise geholfen und mit ihrer weltweiten Wildereikampagne auf die Krise aufmerksam gemacht – schließlich arbeitet der WWF schon seit mehr als 50 Jahren im Bereich Artenschutz. Der WWF hatte folgende Erwartung an die Konferenz: ernsthaften Maßnahmen gegen Wilderei, die das Strafmaß erhöhen, die nationalen Gesetze verschärfen, und die Nachfrage nach illegalen Wildtierprodukten erheblich reduzieren. Das Stattfinden einer solchen Konferenz zeigt, dass sich die internationale Gemeinschaft über den Ernst der Lage inzwischen bewusst ist. Insbesondere China, das als Hauptkonsumentenland für viele bedrohte Tierarten gilt, hat in den vergangenen Monaten einen Willen zur Besserung gezeigt. So werden inzwischen Artenschutzspürhunde vom Zoll eingesetzt, und Anfang des Jahres zerstörte die chinesische Regierung sechs Tonnen beschlagnahmtes Elfenbein. Der WWF hofft, dass nun auch andere asiatische Länder wie Thailand und Vietnam, diesem Vorbild folgen werden.

Die Erwartungen im Vorfeld

Dass die Regierungen auf der Konferenz Vereinbarungen treffen, die dem enormen Ausmaß des Problems gerecht werden. Dabei müssen Gesetze und Strafverfolgung verschärft, die Nachfrage nach den Produkten gebremst werden - und die lokale Bevölkerung muss unterstützt werden, Alternativeinkommensquellen als Wilderei aufzubauen und Wildtiere als schützenswertes Gut zu sehen. Diese Vereinbarungen müssen dann zügig umgesetzt und überwacht werden. Hierfür ist die internationale Kooperation entlang der gesamten Handelskette, angefangen vom Land, in dem gewildert wird, über Transitländer bis hin zum Abnehmerland, in dem das Produkt über den Tresen geht, essentiell.

Das Ergebnis: Kampfansage an die Wilderei-Mafia

Es ist ein Meilenstein für den internationalen Schutz bedrohter Arten: Die Weltgemeinschaft macht sich gemeinsam stark gegen die Wilderei. In ihrer Abschlussdeklaration legen die Staaten fest, Elefanten, Nashörner, Tiger und andere bedrohte Wildtierarten besser vor der Wilderei zu schützen.

Härtere Strafen für Wilderei und illegalen Wildtierhandel

Die internationale Zusammenarbeit und der Informationsaustausch sollen deutlich ausgebaut, Strafen erhöht und konsequenter angewendet werden. Die Weltgemeinschaft will entschieden gegen Bestechung und Korruption vorgehen und Strafermittler und Wildhüter besser ausstatten und schulen.

Information über Wilderei-Produkte wie Elfenbein und Nashorn

Elfenbein Wilderei © Bas Huijbregts / WWF Canon
Elfenbein Wilderei © Bas Huijbregts / WWF Canon

Um die Nachfrage nach Elfenbein, Tigerteilen und Nashorn zu verringern, wollen die Staaten die Öffentlichkeit gezielter informieren. Gleichzeitig müssen Konzepte für alternative Einkommensquellen in ländlichen Regionen Afrikas und Asiens entwickelt werden, damit den Menschen dort  auch ohne Wilderei und Wildtierschmuggel ein Auskommen haben.

Das ist ein Durchbruch im Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel. Die Weltgemeinschaft will entschieden gegen Wilderei und illegalen Artenhandel vorgehen. Selten wurde eine solche Entschlossenheit und Einigkeit gezeigt. Es wird sehr ungemütlich für die Wildtiermafia da draußen.

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