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Stand: 16.12.2016

Mosambik: Staatsanwälte gegen Wilderer

Bei der Verfolgung von Wilderern fehlt es im bitterarmen Mosambik oft an vielem. Nicht nur an Rangern oder Ausrüstung. Häufig scheitert Wildereibekämpfung aber auch an der fehlenden Strafverfolgung. Mal fehlen Polizisten, mal Gesetze, mal schlicht Wissen. In Mosambik bildet der WWF jetzt Staatsanwälte weiter.

Teilnehmer des Training für Staatsanwälte in Mozambique © WWF
Teilnehmer des Training für Staatsanwälte in Mozambique © WWF

Bisher galt der Abschuss von Wildtieren in Mosambik eher als Kavaliersdelikt. Wilderei  wurde lasch bis gar nicht ernsthaft strafrechtlich verfolgt. Das soll sich jetzt ändern: 29 mosambikanische Staatsanwälte gingen im Oktober 2016 durch einen zweiwöchigen Trainingskurs, welcher vom WWF zusammen mit der Generalstaatsanwaltschaft entwickelt wurde. Dabei ging es natürlich auch um Gesetze, Ermittlungs- und Strafverfolgungsabläufe – aber zum großen Teil darum, die Staatsanwälte für die verheerenden Auswirkungen der Wilderei auf die nationale Ökonomie und Gesellschaft zu sensibilisieren.  Dies ist das erste Mal, dass in Mozambique Staatsanwälte in einem längeren Trainingskurs auf den Strafvollzug von Wildlife Crime vorbereitet werden.

Monitoring-Training vor Ort © James Morgan / WWF
Monitoring-Training vor Ort © James Morgan / WWF

Tatorte und Erfahrungen

Eine Woche fuhren die Staatsanwälte in den von Nashornwilderei stark betroffenen mosambikanischen Limpopo Park. Sie waren dabei auch an Wilderei-Tatorten, um Methoden der korrekten Beweisaufnahme zu erlernen – Frontbesuche im Kampf gegen die Wilderei.

 

Danach ging es über die Grenze in den Krügerpark in Südafrika zum Erfahrungsaustausch. Der Krügerpark leidet extrem stark unter Nashornwilderei. Aus dem extrem armen Mosambik kommen täglich neue Wilderer über die Grenze, die nichts zu verlieren haben. In ihrer Heimat gibt es kaum Jobs oder Einkommensmöglichkeiten. Viele junge Mosambikaner sterben im Feuer der Wildereibekämpfung. In den vergangenen Jahren wurden mehr als 400 Mosambikaner getötet,  viele mehr festgenommen und zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt. Jedoch werden sie schnell ersetzt, denn das Geschäft mit Nashorn Horn ist höchst lukrativ.

Vereidigt – und an den Schwerpunkten eingesetzt

Anfang wurden die frisch ausgebildeten 29 Staatsanwälte feierlich vom Oberstaatsanwalt vereidigt und in 13 Distrikten, die besonders von Wilderei betroffen sind eingesetzt. Es zeigt das gestiegene Interesse und den Willen der Regierung, tatsächlich endlich etwas gegen die Wilderei zu tun.

 

Die Zeiten, in den Wilderei als Kavaliersdelikt geahndet wurden dürften in Mosambik damit vorbei sein.

 

Das Polifonds-Projekt, durchgeführt von der GIZ im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), bündelt die Expertise und Ressourcen von fünf deutschen Ministerien, internationalen Organisationen und NROs zur Bekämpfung der Wilderei und des illegalen Handels mit Wildtierprodukten (Elfenbein und Nashorn-Horn) in Afrika und Asien.

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