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Stand: 30.03.2016

Stoppt das Mordsgeschäft: Gemeinsam gegen die Wildtiermafia

Zehntausende von Elefanten und über tausend Nashörner werden jährlich grausam getötet, die Wilderei grassiert. Mit einer weltweiten Aktion hat der WWF den Kampf gegen das Verbrechen aufgenommen.

In Kamerun wurden mehr als 300 Elefanten abgeschlachtet. © WWF / Green Renaissance

Vor allem in Afrika spielen sich schreckliche Szenen ab: Tausende Elefanten und Nashörner mussten wegen ihrer Stoßzähne und Hörner in den letzten Jahren sterben. Laut der Datenbank für Elefantenhandel ETIS war 2011 mit 51 Tonnen ein Rekordjahr für Elfenbeinschmuggel – ein Trend der sich auch 2012 und 2013 fortsetzte. 2013 wurden über 65 Tonnen Elfenbein beschlagnahmt.

Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs, die Dunkelziffer ist viel höher. Die Population der Waldelefanten in Zentralafrika ist innerhalb von nur zehn Jahren über 60 Prozent gesunken. Allein der Minikébé Nationalpark in Gabun hat 80% seiner Elefantenbestände verloren. Dramatisch ist auch die Lage bei den Nashörnern. Die Wilderei hat in Südafrika zwischen 2007 und 2016 um das 80-fache zugenommen. Laut des Umweltministeriums in Südafrika fielen allein 2016 1.054 Nashörner den Wilderern zum Opfer. Afrikaweit wurden im Jahr zuvor sogar mehr als 1.300 Tiere getötet.

Die Stoßzähne eines einzigen Elefanten bringen mehrere zehntausend Euro. © Bas Huijbregts / WWF-Canon
Die Stoßzähne eines einzigen Elefanten bringen mehrere zehntausend Euro.

Die Hörner und das Elfenbein gehen illegal vor allem nach Asien. Die explosionshafte Zunahme der Wilderei ist eine Folge der zunehmenden Nachfrage und der horrenden Summen die für manchen Wildtierprodukte auf dem Schwarzmarkt gezahlt werden. Bei dem blutigen Geschäft mit Nashorn und Elfenbein sind internationale Verbrechersyndikate beteiligt. Der Gesamtwert des illegalen Handels mit Arten aus der Wildnis wird auf bis zu 20 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Wilderei und der Schmuggel mit illegalen Wildartenprodukten sind Teil des viertgrößten Verbrechens weltweit hinter dem Handel mit Drogen, gefälschten Produkten und Menschen.

Mit dem Geld finanzieren Verbrecherorganisationen sogar lokale Konflikte, vor allem in Zentralafrika. Wilderei ist nicht nur ein Verbrechen an der Natur, ganze Staatengebilde werden destabilisiert, Entwicklungspotenziale werden geschwächt und die Rechtsstaatlichkeit durch Korruption innerhalb des illegalen Handels untergraben. Aufgrund dieser weitreichenden Konsequenzen ist das Thema in den letzten Jahren auch vermehrt in den Fokus der nationalen und internationalen Politik gerückt. Viele Regierungen sehen die Wilderei und den illegalen Handel mit Wildtieren endlich als erhebliche Bedrohung an und verstärken ihre Bemühungen.


Die Weichen fürs Handeln sind gestellt und jetzt werden wir am Ball bleiben, ob Zusagen und Versprechen auch in die Tat umgesetzt werden. Stoppt das Mordsgeschäft! Gemeinsam gegen die Wildtiermafia.

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