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Stand: 17.11.2016

Tiger-Schmuggel in Indonesien aufgedeckt

Im Geheimdienst Ihrer Majestät – dem Tiger

In Indonesien, in Zentral-Sumatra, wurden zum zweiten Mal in diesem Jahr zwei Wildtierhändler aufgegriffen, die illegal Tigerfelle schmuggeln und verkaufen wollten. Ein wichtiger Erfolg. Außerdem ein Signal für andere Händler und die Wilderer, dass man ihnen auf den Fersen ist – und dass es sich beim illegalen Wildtierhandel wirklich nicht um ein Kavaliersdelikt handelt: Alle Beteiligten wurden zu je vier Jahren Haft und mehreren Tausend Euro Strafe verurteilt. Ein vom WWF Indonesien ins Leben gerufenes Wildlife Crime Team hat dazu seinen Beitrag geleistet.

Beschlagnahmtes Tigerfell © Muliadi / WWF Indonesien
Beschlagnahmtes Tigerfell © Muliadi / WWF Indonesien

007 in den Wäldern von Sumatra: Die verdeckten Ermittler des WWF

Das Wildlife Crime Team bewegt sich auf gefährlichem Terrain. Wir alle haben schon oft über die Skrupellosigkeit der Wildtierhändler gelesen. Es geht um viel Geld. Und dieses Team begibt sich undercover auf die Fährte der Verbrecher und versucht, den Behörden genügend Beweise zu liefern. Da werden vorgetäuschte Käufe durchgeführt, damit Schuldige überführt werden können. Da wird versucht, mit Informanten in Kontakt zu treten (und das alles in einem äußerst kriminellen Umfeld), um die letzten Tiger, Bären, Orang-Utans und andere Arten zu retten. Durch die akribischen Recherchen des Wildlife Crime Teams hilft der WWF, die Grundlagen zu schaffen, die den Behörden Verhaftungen und adäquate Verurteilungen erst ermöglichen.

Ganz wichtig: Keine Alleingänge!

Die Aktionen unseres Ermittler-Teams finden immer in Absprache mit den Behörden statt, die ganze Zeit stehen sie in intensivem Austausch miteinander. Das Team unterstützt die einzelnen zuständigen Behörden außerdem beim Informationsaustausch und bei der Zusammenarbeit. Denn hier müssen viele Zahnräder ineinander greifen, um von den erfolgreichen Ermittlungen bis zu den Verurteilungen zu gelangen. Dafür müssen auch entsprechenden Gesetze implementiert und die jeweiligen Beamten – vom Zoll bis zur Justiz – hinreichend geschult sein. Hier hilft der WWF ebenfalls bei Ausbildung und Umsetzung.

Das zweite Team: Die Tiger Protection Units

Neben den investigativen Ermittlungen zur Eindämmung des illegalen Wildtierhandels braucht es auch Menschen, die sich dem Schutz der verbleibenden Tiere widmen – die sogenannte Tiger Protection Units. Diese Ranger haben die Aufgabe, das illegale Töten schon im Vorfeld zu verhindern. Sie patrouillieren durch die Wälder des Wildtierreservats Rimbang Baling, entschärfen Fallen und melden verdächtige Aktivitäten. Und das zu Fuß, mit dem Auto oder mit dem Boot auf den Flüssen. Insgesamt werden so 136.000 Hektar überwacht, das entspricht der anderthalbfachen Größe Berlins.

Ranger-Team auf Sumatra © WWF Indonesien
Ranger-Team auf Sumatra © WWF Indonesien

Mittlerweile kommen 12 von 18 Mitgliedern der Tiger Protection Unit aus lokalen Gemeinden. Der WWF hat nach und nach immer mehr Menschen aus der lokalen Bevölkerung für das Team rekrutiert und als Ranger ausgebildet, denn wir wollen die Menschen vor Ort in den Natur- und Artenschutz einbinden. Niemand kennt das Gebiet so wie sie. Sie respektieren den Tiger als Teil ihres natürlichen Erbes und sie wissen auch, dass er nützlich sein kann: Die Tiger als Top-Prädatoren des Ökosystems kontrollieren die Wildschweinbestände, welche ansonsten Überhand nehmen und die Felder der Bevölkerung leer fressen würden. Und die Ranger haben so ein Einkommen, werden Teil der Naturschutzbewegung, leisten wertvolle Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit bei der ansässigen Bevölkerung und werden unweigerlich zu einem Multiplikator für den Schutz der Tiger und anderer bedrohter Arten wie z. B. Orang-Utans.

Der Dank gilt den Behörden

Der WWF ist natürlich keine Polizei, kein Staatsanwalt und kein Richter. Aber wir wollen mithelfen, ein ordentliches juristisches System aufzubauen, die Beamten zu coachen und ihnen die nötigen Informationen zu geben, um verantwortungsvoll gegenüber der Natur zu agieren und die mutmaßlichen Täter zu verhaften und einzusperren. Wie man sieht, funktioniert das: Im Fall der Wildtierhändler haben Richter Mut und Aufklärung bewiesen und die Verbrecher entsprechend ihrer Taten verurteilt.

Junge Sumatra-Tiger © Alain Compost / WWF
Junge Sumatra-Tiger © Alain Compost / WWF

Eine Zukunft für den Sumatra Tiger

Wir hoffen sehr, dass diese Fälle abschreckend wirken und es in Zukunft weniger Aufgriffe gibt – aber nicht, weil die Wildtierhändler gewiefter geworden sind, sondern weil der Wildtierhandel zurückgeht. Der WWF arbeitet weiterhin mit den lokalen Gemeinden zusammen, mit den Behörden und mit den Schutzgebietsmanagern, um die Tigerpopulation zu erhöhen und die Wilderei einzudämmen. Der WWF wird Indonesien weiterhin unterstützen, dieses Ziel zu erreichen - damit wir eines Tages nicht mehr in diesem Gebiet arbeiten müssen.

(Text: Stephanie Probst und Michael Zika)

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