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Tod eines Rangers

Über 60 Ranger kamen 2015 bei ihrer Arbeit ums Leben. Der Tod eines Rangers in Thailand erschütterte uns besonders. 

Ranger in Thailand - im Einsatz für den Naturschutz © WWF
Ranger in Thailand - im Einsatz für den Naturschutz © WWF

Taweesak Chomyoung starb für den Tiger – erschossen von Wilderern im Pang-Sida-Nationalpark. Der Nationalpark ist eines von vielen Schutzgebieten im Dong Phayayen Khao Yai Forest Complex, einem UNESCO Weltnaturerbe, nicht unweit von der Grenze zu Kambodscha und gleichzeitig wichtige Projektregion des WWF. Seit 2012 wird hier in enger Zusammenarbeit mit dem WWF Thailand und der thailändischen Regierung ein „REDD+“-Projekt umgesetzt. Zwar handelt es sich dabei weniger um ein Tiger- als um ein Waldprojekt, dennoch stellte der WWF an einigen Stellen Kamerafallen auf, um ein genaueres Bild über die dort vorkommenden Arten zu bekommen. Mit einem überraschenden Ergebnis: Nach nur wenigen Wochen konnten bereits zehn verschiedene Individuen nachgewiesen werden – ein Glücksfall. Daraufhin begann der WWF umgehend mit dem Aufbau eines Tiger-Monitorings und der Umsetzung erster Tigerschutzmaßnahmen – wie eben mit dem Einsatz von Rangern.

Geheimhaltung um Tiger – vergebens

Auch der Ranger Pitak Fonglom wurde von Wilderern angeschossen © WWF
Auch der Ranger Pitak Fonglom wurde von Wilderern angeschossen © WWF

Bewusst hielt man die Neuigkeit über Tigervorkommen in dieser Region geheim und behandelte gewonnene Daten und Informationen mit höchster Diskretion, weil man verhindern wollte, dass Wilderer dieses Gebiet als neue Fundgrube für sich entdecken würden. Der Tod von Taweesak Chomyoung war der traurige Beweis, dass dies nicht geglückt ist. Er wurde von Wilderen erschossen, als er gerade auf Tour war, um Material aus unseren Kamerafallen zu holen. Taweesak hinterließ eine Frau und ein fünfjähriges Kind.

Nur zwei Wochen zuvor wurde sein Kollege Pitak Fonglom im selben Park von Wilderern angeschossen. Er hatte Glück: Als die Wilderer auf ihn feuerten, trafen sie nur seinen Arm.

Schutz und Unterstützung für die Ranger

Vom WWF wurden umgehend Maßnahmen eingeleitet: Zunächst wurden die Hinterbliebenen des verstorbenen Taweesak finanziell unterstützt. Aber auch der Familie des verletzten Rangers wurde für die Zeit des Arbeitsausfalls unter die Arme gegriffen. „Wir werden aber auch einen Unterstützungsfonds für die Ranger einrichten, die in WWF-Gebieten verletzt oder gar getötet werden“, so Stuart Chapman vom WWF Mekong-Projekt. Häufig haben die verletzten Ranger oder die Hinterbliebenen der Getöteten keinen Anspruch auf Hilfe von der Regierung. 

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