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Borneo: Torfmoorwälder retten – Treibhausgase verhindern

In Sebangau auf der Insel Borneo führt der WWF eine der größten Moorrenaturierungen der Welt durch. Mit finanzieller Unterstützung der Brauerei Krombacher werden dort Torfmoorwälder wieder großflächig unter Wasser gesetzt. Dadurch wird Kohlenstoff gebunden und der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase verhindert. Zugleich kommt das Waldprojekt auch einer der größten Orang-Utan-Populationen zugute.

Aufforstung in Sebangau © Guenola Kahlert WWF
Aufforstung in Sebangau © Guenola Kahlert WWF

Tropische Torfmoorwälder sind riesige Kohlenstoffspeicher. Sie binden bis zu 40-mal so viel Kohlenstoff wie eine gleich große Fläche Wald in Deutschland. Entsprechend viele Treibhausgase werden freigesetzt, wenn diese Wälder zerstört werden.

Mehr Treibhausgase durch trockengelegte Moore

Wiedervernässung in Sebangau © WWF (zum Vergrößern bitte klicken)
Wiedervernässung in Sebangau © WWFLupe

Genau das passiert in Indonesien, wo es die größten tropischen Torfmoorwälder der Welt gibt. Große Flächen wurden für die Forstwirtschaft, den Anbau von Reis oder Ölpalmen abgeholzt. Um die Baumriesen abtransportieren zu können, wurden Kanäle in den Waldboden gegraben. Seither werden aus den trockengelegten Mooren gewaltige Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid freigesetzt, die Jahrtausende im Boden gespeichert waren. Die Folgen sind fatal: Indonesien liegt bereits heute beim Ausstoß an Treibhausgasen weltweit auf Platz drei.


Auf WWF-Initiative erklärte die indonesische Regierung den bereits ökologisch stark verarmten Torfmoorwald von Sebangau 2004 zum Nationalpark. Seitdem wird er von der Nationalparkbehörde und vom WWF gemeinsam geschützt und renaturiert. Dazu werden gezielt bedrohte Flächen wieder unter Wasser gesetzt. Dämme werden gebaut, um einst von Holzfirmen gezogene Entwässerungskanäle zu schließen. Seit 2008 wurde der WWF dabei zunächst von der Deutschen Post, anschließend von der Brauerei Krombacher finanziell unterstützt.

Höherer Grundwasserspiegel durch Dämme

Wiederaufforstung des Regenwaldes in Indonesien © WWF-Indonesia
Wiederaufforstung des Regenwaldes in Indonesien © WWF-Indonesia

Inzwischen hat der WWF Deutschland mit Hilfe beider Partner 384 Dämme im Sebangau-Nationalpark errichtet. Sie sorgen dafür, dass der Grundwasserspiegel wieder steigt. Damit wurden bereits Teile eines Einzugsgebietes von ca. 100.000 Hektar Torfmoorwald wiedervernässt. Das entspricht etwa der Fläche Berlins. Der Bau von weiteren rund 750 Dämmen ist geplant.

 

Ziel des WWF ist es, bis Ende 2016 rund 200.000 Hektar dieser Moore wieder zu vernässen, eine Fläche, fast so groß wie Sachsen. 

Futterpflanzen für Orang-Utans

Nach der erfolgten Wiedervernässung wird auf besonders geschädigten Flächen des Projektgebietes mit heimischen Bäumen wiederaufgeforstet. Auch Futterpflanzen für Orang-Utans werden gesetzt. Die Population der Menschenaffen war durch den intensiven Holzeinschlag stark dezimiert. Inzwischen hat sich ihr Bestand wieder bei rund 6.000 Tieren stabilisiert – und ist damit eine der größten Orang-Utan-Populationen weltweit.
Außerdem werden Nutzpflanzen wie Kautschuk in die Lücken des Waldes gepflanzt, insgesamt 100.000 Setzlinge. Davon sollen die Bewohner der umliegenden Dörfer künftig genauso profitieren wie aktuell durch den Dammbau, die Aufforstungsarbeiten sowie bei der Feuerbekämpfung.

 

Für Wiedervernässung und Renaturierung hat Krombacher insgesamt fast vier Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus hat die Brauerei gemeinsam mit dem WWF einen Fonds für Instandhaltung und Reparatur der Dämme aufgelegt, so dass die Wiedervernässung des Gebietes und damit der Klimanutzen für mindestens 30 Jahre gewährleistet sind.

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