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Drömling: Ein Niedermoor blüht wieder auf

Der Drömling zwischen Aller und Ohre gehört zu den größten Feuchtgebieten Deutschlands und wurde seit Jahrhunderten entwässert. Der WWF  renaturiert deshalb seit rund 30 Jahren mit Partnern dieses etwa 320 Quadratkilometer große Labyrinth aus Feuchtwiesen, Niedermooren und Bruchwäldern.

Eisvogel © J. Fieber / igreen media
Eisvogel © J. Fieber / igreen media

Naturpark Drömling

Projektgebiet Droemling © WWF (zum Vergrößern bitte klicken)
Projektgebiet Droemling © WWFLupe

Der Drömling liegt zu vier Fünfteln in Sachsen-Anhalt und zu einem Fünftel in Niedersachsen. Bereits 1982 kaufte der WWF Flächen für Wiedervernässungen im Westdrömling, um die damals sehr seltenen Kranichbrutpaare zu retten. Denn besonders nach 1945 wurde der Drömling über Wasserschöpfwerke verstärkt kultiviert. Zum Glück behielt das Feuchtgebiet noch Reste einer seltenen Tier- und Pflanzenwelt, die von Naturschützern in Ost und West zäh verteidigt wurden.

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung gab es dann die einmalige Chance: „DDR“ -und „BRD“-Naturschützer, die trotz Sperrzone schon früher Naturschutzinformationen austauschten, bildeten sofort eine gemeinsame Naturschutzlobby und erreichten, dass noch am 12. September 1990 durch die letzte DDR-Volkskammersitzung der „Naturpark Drömling“ begründet wurde.

Auf dieser Basis schufen 1991 der WWF und die Landkreise des Naturparks den Zweckverband „Naturschutzprojekt Drömling/Sachsen-Anhalt“, Grundlage für ein jetzt über 10.000 Hektar großes Naturschutzkerngebiet. Es wurde 1992 von der Bundesregierung als Gebiet von „gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung“ anerkannt.

Die Renaturierung läuft

Feuchtwiese © Matthias Kausche / WWF
Feuchtwiese © Matthias Kausche / WWF

Gefördert durch den Bund und das Land Sachsen-Anhalt sowie Eigenmittel der Kreise und des WWF konnten bis 2012 etwa 4.200 Hektar Eigentumsflächen erworben und in Zusammenarbeit mit der Naturparkverwaltung renaturiert werden. Weitere 1.850 Hektar wurden durch öffentliche Institutionen oder lokale Naturschutzinitiativen zur Verfügung gestellt. Die restlichen Flächen gehören anderen Eigentümern.

 

Entwässerungen werden seither zurückgebaut, in den Wäldern standortfremde Gehölze entfernt, Äcker in Grünland umgewandelt und 130 Flachteiche und Überschwemmungsflächen angelegt. In den Kernzonen kann nun wieder wasserreicher Bruchwald entstehen. Landwirte nahmen die „Naturschutz-Herausforderungen“ an und pflegen seither die Wiesen und Weiden. Bis zu 40 Weißstorchpaare und viele andere Tierarten sind auf diese Landschaft angewiesen.

Ein Paradies für Kraniche, Biber & Co.

Dem guten östlichen Beispiel folgend genehmigte ab 2002 das Bundesumweltministerium auch das Naturschutzgroßprojekt „Niedersächsischer Drömling“. Seitdem wird die „grenzübergreifende“ Wiedervernässung zügig vorangetrieben.

 

Heute hat der Drömling wieder eine internationale Bedeutung: Allein Tausende Kraniche, Gänse und Kiebitze rasten hier jedes Jahr. Auch wachsende Bestände von Weißstorch, Biber und Fischotter sowie die Rückkehr des Seeadlers sind der beste Beweis für die gelingende Renaturierung eines großen Naturraumes. Die wiederum dient auch dem Klimaschutz: Denn wo Moore wieder wachsen wie im Drömling, entsteht auch kein klimaschädliches Kohlendioxid mehr.

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