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Handel mit illegalem Holz eindämmen

Nach Jahren zähen Ringens ist im März 2013 das Einfuhrverbot für illegale Holzprodukte nach Europa in Kraft getreten. Zuvor gab es EU-weit kein Gesetz, das Import, Handel und Besitz von Holz und Holzprodukten aus illegalen Quellen unterbindet.

Regenwald im Kongo © Brent Stirton / Getty-Images / WWF-UK
Regenwald im Kongo

Jedes Jahr werden weltweit etwa 13 Millionen Hektar Wald – eine Fläche von der Größe Griechenlands – zerstört. Illegaler Holzeinschlag ist eine der Hauptursachen. Schätzungen zufolge stammte in den letzten Jahren fast ein Fünftel der Holz- und Papierimporte in die Europäische Union aus illegalen Quellen, vorrangig aus Indonesien, China, Brasilien, Russland und anderen osteuropäischen Ländern. Das bedeutet für Verbraucher: Nicht nur Tropenhölzer, sondern auch Hölzer eurasischer Arten wie Fichte, Esche oder Lärche können illegalen Ursprungs sein.

Rückverfolgung der Handelskette

Teilnehmer am WWF Global Forest and Trade Network © Hartmut Jungius / WWF-Canon
Teilnehmer am WWF Global Forest and Trade Network

Wer deshalb heute Holz aus jeglichem Raubbau definitiv ausschließen will, kauft ausschließlich Holz- und Papierprodukte mit FSC-Label aus nachweislich verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern, die regelmäßig kontrolliert werden.

Darüber hinaus plädierten Umweltschutzorganisationen seit Jahren dafür, ein Gesetz gegen die Einfuhr illegal geschlagenen Holzes auf den Weg zu bringen. Doch erst am 7. Juli 2010 war es so weit: Nach jahrelanger Beratung - auch durch den WWF - verabschiedete das EU-Parlament in Straßburg mit deutlicher Mehrheit ein Gesetz, das den Import von Holzprodukten aus illegaler Herkunft stoppen soll: die EU-Holzhandelsverordnung (Verordnung EU Nr. 995/2010).

Ihr wichtigster Punkt: Wer in der Europäischen Union Holz und Holzprodukte als Erster in den Verkehr bringt, muss künftig Nachweise über deren legale Herkunft erbringen. Dazu müssen die europäischen Unternehmen eine effiziente und strenge Rückverfolgung ihrer Handelskette aufbauen. Das EU-Gesetz findet für deutsches Holz genauso Anwendung wie für importiertes.

Beharrlichkeit zahlt sich aus

Handel mit illegalem Holz © Riau
Handel mit illegalem Holz

Die Verabschiedung dieses Gesetzes ist ein großer Erfolg der beharrlichen WWF-Arbeit im Kampf gegen die globale Entwaldung. Allerdings wird die Verordnung nur dann die Abholzung wertvoller Wälder bremsen, wenn die EU beziehungsweise die nationalen zuständigen Behörden streng kontrollieren und bei Verstößen entsprechend hohe Strafen verhängen. Mit dem Ausschluss illegaler Produkte ist daher nur der erste Schritt getan.

Da es in vielen Ländern auch legalen Raubbau und Waldvernichtung gibt, ist der logisch folgende nächste Schritt die Nachweispflicht, dass die zu verkaufenden Holzprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen. Der WWF wird außerdem darauf drängen, dass künftig auch weiterverarbeitete Druckerzeugnisse wie Bücher oder Magazine unter die Holzhandelsverordnung fallen.

Methode zur Überprüfung der Holzherkunft

Um künftig im Handel illegales Holz aufzuspüren, entwickelt der WWF gemeinsam mit dem TÜV-Rheinland-Agroisolab und unterstützt durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt eine wissenschaftliche Methode zur Überprüfung der deklarierten Holzherkunft. Die Erprobungsphase ist fortgeschritten. Der WWF erwartet die Anwendung in der Praxis in Zusammenhang mit dem EU-Gesetz zum Ausschluss von illegalem Holz (2013).

Im Papierbereich wurde vom WWF eine Analysemethodik weiterentwickelt, welche die Zusammensetzung der Holzarten in Papieren aufdeckt. Dadurch können Papiere aufgespürt werden, für deren Herstellung mit großer Wahrscheinlichkeit tropische Regenwälder zerstört wurden. Die Methode wird inzwischen international von verschiedenen Umweltorganisationen, aber auch von Unternehmen wie Verlagen angewendet, um Tropenwaldzerstörung auszuschließen. Marktrecherchen des WWF 2009 und 2012 bei deutschen Kinderbüchern haben ergeben, dass dies leider allzu oft der Fall ist.

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