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Klimaschutz: Treibhausgase reduzieren

Der WWF Deutschland gehörte zu den Ersten, die bereits 1989 vor den Folgen des Klimawandels warnten. Seither setzt die Umweltstiftung auf internationale Aufklärungs- und Lobbyarbeit, um die klimaschädlichen Treibhausgase deutlich zu mindern.

Ein Eisbär © Sindre Kinner / WWF
Ein Eisbär © Sindre Kinner / WWF

Für den weltweiten Klimaschutz waren die Ergebnisse der Klimakonferenz 1997 im japanischen Kyoto wegweisend: Dort wurde der erste völkerrechtlich bindende Vertrag zum Schutz des Weltklimas, das Kyoto-Protokoll, verabschiedet. Darin wurde erstmals für Industriestaaten eine durchschnittliche absolute Verminderung von sechs Treibhausgasen (unter anderem Kohlendioxid und Methan) um 5,2 Prozent zwischen 2008 bis 2012 gegenüber dem Basisjahr 1990 beschlossen.

Beharrliche Überzeugungsarbeit

Klimaevent in Weimar 2003 © Gordon Schmidt / WWF-Germany
Klimaevent in Weimar 2003 © Gordon Schmidt / WWF-Germany

Das weltweite WWF-Netzwerk begleitete den Kyoto-Prozess sehr eng – von der Entwicklung, über die Verhandlungen „des Kleingedruckten“ bis zur Ratifizierung. Dabei trug der WWF durch beharrliche Überzeugungsarbeit zum Gelingen der Vereinbarung bei. Er half beispielsweise durch eine internationale Unterschriftenaktion mit, dass auch Russland das Protokoll ratifizierte.

Das Kyoto-Protokoll trat schließlich 2005 in Kraft. Weltweit wurde es bisher von 191 Ländern sowie der Europäischen Union (EU) ratifiziert.

Die Atmosphäre sollte keine globale kostenlose Müllhalde mehr sein – das war dank des Kyoto-Protokolls Konsens. Darin wurden außerdem zum ersten Mal Instrumente eingeführt, die einen Preis für CO2-Ausstoß ermöglichten.

Milliarden an Zusatzgewinnen für Unternehmen

Koffer für Kyoto 1997 © Hartwig Lohmeyer / JOKER / WWF
Koffer für Kyoto 1997 © Hartwig Lohmeyer / JOKER / WWF

Um die eingegangenen Klimaziele im Rahmen des Kyoto-Protokolls erfüllen zu können, führte die EU im Jahr 2005 ein Emissionshandelssystem ein, dem vor allem große Emittenten unterworfen wurden. Von 2008 bis 2012 wurden die Zertifikate zum größten Teil kostenlos vergeben und nur zu einem sehr kleinen Teil versteigert. Hierdurch konnten die beteiligten Unternehmen Milliarden an Zusatzgewinnen einstreichen, die vom Stromverbraucher finanziert wurden. Darauf hatte der WWF in drei aufsehenerregenden Studien 2007 bis 2010 hingewiesen.

Die Politik reagierte und änderte die Gesetzgebung. Ab dem Jahr 2013 müssen die Stromversorger ihre Emissionshandelszertifikate zu 100 Prozent ersteigern. Die Gelder aus der Versteigerung der Zertifikate werden in Deutschland vollständig in einen Klimaschutz- und Energiefonds eingezahlt. Damit ist ein Kernanliegen des WWF erfüllt.

Weiter Verbesserungen

Allerdings möchte die Umweltstiftung bei der Ausgabenpolitik weitere Verbesserungen erreichen. Noch werden Gelder des Klimafonds in Maßnahmen investiert, die mit Klimaschutz nichts zu tun haben.

Dazu kommt, dass ein Überangebot an CO2-Zertifikaten den Markt überschwemmt, der CO2-Preis dadurch sinkt und die Funktionstüchtigkeit des Systems gefährdet. Entgegen der aktuellen Diskussion ist nicht nur die kriselnde europäische Wirtschaft ab dem Jahr 2008 für diesen Überschuss verantwortlich. Falsche Rahmenbedingungen wie die zu großzügige kostenlose Zuteilung und Nutzung von flexiblen Mechanismen – außerhalb von Europa erbrachte Emissionsreduktionen dürfen angerechnet werden – haben das System von Anfang an belastet.

Sanierung des EU-Emissionshandels

Der WWF hat umfassende Vorschläge zur Sanierung des EU-Emissionshandels 2012 vorgelegt. Die Vorstellungen der EU-Kommission liegen auf dem Tisch. Teile der Industrie stemmen sich jedoch kategorisch dagegen, das weitreichendste europäische Klimaschutzinstrument wieder fit zu machen. Der WWF arbeitet mit voller Kraft daran, das Instrument zu sanieren und endlich Rahmenbedingungen durchzusetzen, die dazu führen, dass Investitionen in klimafreundliche Technologien erfolgen. Zentral hierfür ist die Erhöhung des EU-Klimaziels, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 30 statt 20 Prozent zu senken.

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Klima schützen,
Eisbären retten
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