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Kongo-Becken: Ein Schutznetz für das grüne Herz Afrikas

Das Kongo-Becken ist das zweitgrößte Regenwaldgebiet der Erde. Rund zehn Prozent, das sind 20 Millionen Hektar, stehen inzwischen offiziell unter Schutz – auch mit Hilfe des WWF.

Berggorillas © Michael Poliza / WWF
Berggorillas © Michael Poliza / WWF

In Zentralafrika entlang des Kongo-Flusses wurden bisher mehr als 400 verschiedene Säugetierarten, über 1.000 Vogelarten und mehr als 10.000 Pflanzenarten nachgewiesen. Die Wälder sind zudem Heimat und Lebensgrundlage für Millionen Menschen und stabilisieren als Kohlenstoffspeicher das globale Klima.

Ein Rückzugsgebiet für unzählige Arten

Schutzgebietsnetz in der Demokratischen Republik Kongo © WWF (zum Vergrößern bitte klicken)
Schutzgebietsnetz in der Demokratischen Republik Kongo © WWFLupe

Um diese biologische Schatzkammer zu bewahren, konnten in den letzten Jahren neue Schutzgebiete gesichert werden. So hat sich die Regierung des größten Staates Zentralafrikas, die Demokratische Republik Kongo, auf Betreiben des WWF 2010 verpflichtet, mit Unterstützung der Bundesregierung die Naturschutzgebiete auf rund 17 Prozent der Landesfläche zu erweitern. Das entspricht mehr als der doppelten Fläche Bayerns. Der WWF leitet, finanziert vom Bundesumweltministerium, die Auswahl, Planung und Ausweisung dieser neuen Schutzgebiete in den ökologisch wertvollsten Regionen. Dazu wurden bereits erste große Gebiete auf ihre Biodiversität und Landnutzung untersucht.

Die Lac-Tumba-Landschaft umfasst die größten Überflutungswälder der Erde und ist Rückzugsgebiet für unzählige Arten. Auf Initiative des WWF wurden dort 2009 und 2011 zwei neue Schutzgebiete, das Tumba-Ledjima- und das Ngiri-Naturreservat, von jeweils über 5.000 Quadratkilometer Größe eingerichtet und finanziert. In Ngiri gibt es Schimpansen, während auf der anderen Seite des Kongo-Flusses im Tumba-Ledjima-Gebiet Bonobos leben. Diese werden ebenfalls vom WWF - wie die Gorillas in Dzanga-Sangha - für Forschung und Ökotourismus an menschliche Besucher gewöhnt („habituiert“). In beiden Gebieten gibt es neben großen, strikt geschützten Kernzonen Bereiche, in denen mit den Bewohnern kleiner Dörfer eine naturverträgliche Landwirtschaft und schonende Ressourcennutzung etabliert werden sollen. Dadurch sollen insbesondere Jagd und Fischerei auf nachhaltige Techniken umgestellt und die Brandrodung stark reduziert werden.

Gute Voraussetzungen für die Erhaltung bedrohter Arten

Der Virunga-Nationalpark © Martin Harvey / WWF-Canon
Der Virunga-Nationalpark © Martin Harvey / WWF-Canon

Rund 5,3 Millionen Hektar Wald außerhalb von Schutzgebieten in Kamerun, der Republik Kongo und Gabun werden inzwischen nach den strengen Regeln des FSC (Forest Stewardship Council) verantwortungsvoll bewirtschaftet. Eine weitere Million Hektar wird bereits schrittweise umgestellt. Der WWF fördert und überwacht die Einhaltung der Standards.

Einer der artenreichsten Wälder der Erde wurde 1999 nach langen Bemühungen der Umweltstiftung dauerhaft gegen illegalen Raubbau geschützt: Das Gebiet Lobéke im Süden Kameruns – mit rund 218.000 Hektar fast dreimal so groß wie Hamburg – ist seitdem Nationalpark.

Wildhüter konnten den illegalen Fang von Graupapageien und Fruchttauben völlig unterbinden. Die Wilderei im Bereich der Waldlichtungen wurde dank effektiver Überwachung um 80 Prozent reduziert. Gute Voraussetzung für die Erhaltung der hier heimischen rund 2.000 Waldelefanten, 2.500 Gorillas und anderer bedrohter Arten – aber auch für die hier lebenden Pygmäen, die auf einen funktionierenden Naturwald angewiesen sind.

Vielfältige Bedrohungen

Bedroht sind die Wälder des Kongo-Beckens nach wie vor durch illegale Abholzung, Abbau von Bodenschätzen, kriminell organisierte Wilderei und kommerziellen Handel mit „Bushmeat“. Ziel des WWF ist es daher, die Entwaldung bis zum Jahr 2020 zu stoppen.

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