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Nachhaltige Fischerei: Die Plünderung der Meere stoppen

Unsere Meere sind überfischt. Deshalb fordert der WWF endlich die Trendwende zu einem nachhaltigen Management unserer marinen Nahrungsreserven.

Fischschwarm © Brent Stirtor / Getty Images
Fischschwarm © Brent Stirtor / Getty Images

Fische können eine dauerhafte Nahrungsquelle sein – solange man nicht mehr fischt, als der Bestand verträgt. Genau das passiert jedoch schon seit Jahrzehnten. Gerade wir Europäer plündern die Meere: zuerst den Nordostatlantik, inzwischen auch die Fischgründe vor Westafrika. Heute sind weltweit mehr als ein Drittel aller Fischbestände (31 Prozent) überfischt. Weitere 58 Prozent der Bestände werden maximal genutzt.

Die Zertifizierung der Fischstäbchen

MSC-zertifizierte Fischer © WWF
MSC-zertifizierte Fischer © WWF

WWF empfiehlt MSC als bestes verfügbares Wildfisch-Siegel am Markt – auch wenn wir nicht jeder Zertifizierung zustimmen. Für Verbraucher ist MSC die beste schnelle Orientierungshilfe beim Fischkauf.

MSC hat viel Gutes bewirkt, Transparenz und Bewegung in Fischereisektor gebracht. Jetzt steht der MSC am Wendepunkt. Er muss sicherstellen, dass das Wachstum nicht zu Lasten der Qualität geht.  Das Siegel ist so attraktiv, dass auch schwierige Fischereien mit größeren Umweltauswirkungen hineindrängen. Es kommt drauf an, dass MSC auch künftig streng bleibt.

9,5 Millionen Tonnen Fisch aus MSC-Fischereien

Zertifizierter Fisch © Elma Okic / WWF-Canon
Zertifizierter Fisch © Elma Okic / WWF-Canon

Heute ist der MSC die weltgrößte Zertifizierungs-Organisation für umweltverträgliche Fischerei. Weltweit stammen etwa 9,5 Millionen Tonnen Fisch aus MSC-Fischereien, das entspricht rund zehn Prozent der weltweit gefangenen Wildfischmengen. Deutschland hat den größten Markt an MSC-Produkten mit einem Marktanteil von 60 Prozent bei Wildfisch. Weltweit gibt es mehr als 25.000 MSC-gekennzeichnete Fisch- und Seafood-Erzeugnisse, davon mehr als 4.800 in Deutschland.

Der MSC hat seit der Gründung vor 20 Jahren als erfolgreiches Werkzeug erwiesen, um umweltverträgliche Fischerei ins allgemeine Bewusstsein zu bringen. Er hat viel Bewegung und Transparenz in den verschlossenen Fischereisektor gebracht. Das hat geholfen, einer fehlgeleiteten Fischereipolitik etwas entgegenzusetzen.

Der MSC ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Im Wachstum, in der Vielzahl der Fischereien liegt aber auch die Herausforderung, die Qualität für jede einzelne Zertifizierung sicherzustellen. Die Zahl der vom WWF-Netzwerk eingereichten Beanstandungen einzelner Zertifizierungen hat zugenommen. WWF Deutschland sieht diese Entwicklung mit Sorge. Das haben wir gegenüber MSC zum Ausdruck gebracht und arbeiten daran, dass Kritik am MSC konstruktiv umgesetzt wird und zu einer kontinuierlichen positiven  Weiterentwicklung des Zertifizierungssystems führt.

Einkaufsratgeber für Verbraucher

Die Verbraucher sind eine weitere wichtige Zielgruppe der WWF-Arbeit. Dank des „Einkaufsratgebers für Fische und Meeresfrüchte“ setzen sie ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit im Einkaufswagen. In diesem Ratgeber bewertet die Umweltstiftung rund 70 handelsübliche Arten nach ökologischen Kriterien wie Bestandsentwicklung und Fangmethoden. „Gute Wahl“ bedeutet: Diesen Fisch können Sie guten Gewissens genießen.

Ziel des WWF ist es, dass Verbraucher möglichst bald beim Einkauf nur noch nachhaltige Fischprodukte vorfinden. Produkte aus bedrohten Fischarten oder umweltschädlichem Fischfang sollen hingegen möglichst bald aus allen Regalen verschwinden.

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