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Nachhaltige Fischerei: Die Plünderung der Meere stoppen

Unsere Meere sind überfischt. Deshalb fordert der WWF endlich die Trendwende zu einem nachhaltigen Management unserer marinen Nahrungsreserven – und fördert die nachhaltige Fischerei unter anderem mit dem MSC-Siegel.

Fischschwarm © Brent Stirtor / Getty Images
Fischschwarm © Brent Stirtor / Getty Images

Fische können eine dauerhafte Nahrungsquelle sein – solange man nicht mehr fischt, als der Bestand verträgt. Genau das passiert jedoch schon seit Jahrzehnten. Gerade wir Europäer plündern die Meere: zuerst den Nordostatlantik, inzwischen auch die Fischgründe vor Westafrika. Heute sind weltweit mehr als ein Drittel aller Fischbestände (31 Prozent) überfischt. Weitere 58 Prozent der Bestände werden maximal genutzt.

Die Zertifizierung der Fischstäbchen

MSC-zertifizierte Fischer © WWF
MSC-zertifizierte Fischer © WWF

Höchste Zeit, Fische und andere Meerestiere nur noch nachhaltig zu gewinnen. Also nicht mehr zu fangen, als unter natürlichen Bedingungen wieder nachwachsen kann. Zu diesem Zweck gründete der WWF 1996 gemeinsam mit Unilever, dem damals weltgrößten Fischverarbeiter, den Marine Stewardship Council (MSC). Fischereiunternehmen, die sich zu einer umweltverträglichen und damit nachhaltigen Fischerei verpflichtet haben, können das MSC-Logo erhalten. Es garantiert, dass beim Fang dieses Fisches sein Bestand nicht überfischt, sein Lebensraum nicht zerstört und weniger ungewolter Beifang mitgefischt wurde.

2005 erfolgte der Durchbruch: Die weltgrößte Fischerei auf Weißfische – Alaska-Seelachs in der Beringsee und den Aleuten – wurde MSC-zertifiziert. Inzwischen sind sogar beliebte Produkte wie Fischstäbchen MSC-zertifiziert zu erhalten.

9,5 Millionen Tonnen Fisch aus MSC-Fischereien

Zertifizierter Fisch © Elma Okic / WWF-Canon
Zertifizierter Fisch © Elma Okic / WWF-Canon

Heute ist der MSC die weltgrößte Zertifizierungs-Organisation für umweltverträgliche Fischerei. Weltweit stammen etwa 9,5 Millionen Tonnen Fisch aus MSC-Fischereien, das entspricht rund zehn Prozent der weltweit gefangenen Wildfischmengen. Deutschland hat den größten Markt an MSC-Produkten mit einem Marktanteil von 60 Prozent bei Wildfisch. Weltweit gibt es mehr als 25.000 MSC-gekennzeichnete Fisch- und Seafood-Erzeugnisse, davon mehr als 4.800 in Deutschland.

Vor allem das vom WWF unterstützte Engagement des Unternehmens EDEKA für nachhaltige Fischprodukte seit 2009 hat wesentlich dazu beigetragen, dass sich der Anteil von zertifiziert umweltschonenden Fischereien auf dem deutschen Markt mehr als verdreifacht hat. Bereits 78 Prozent der EDEKA-Fischeigenmarken werden aus nachhaltigen Quellen bezogen, im Wildfisch-Bereich sind es 80 Prozent.

Der MSC hat seit der Gründung vor 20 Jahren als erfolgreiches Werkzeug erwiesen, um umweltverträgliche Fischerei ins allgemeine Bewusstsein zu bringen. Er hat viel Bewegung und Transparenz in den verschlossenen Fischereisektor gebracht. Das hat geholfen, einer fehlgeleiteten Fischereipolitik etwas entgegenzusetzen.

Der MSC ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Im Wachstum, in der Vielzahl der Fischereien liegt aber auch die Herausforderung, die Qualität für jede einzelne Zertifizierung sicherzustellen. Die Zahl der vom WWF-Netzwerk eingereichten Beanstandungen einzelner Zertifizierungen hat zugenommen. WWF Deutschland sieht diese Entwicklung mit Sorge. Das haben wir gegenüber MSC zum Ausdruck gebracht und arbeiten daran, dass Kritik am MSC konstruktiv umgesetzt wird und zu einer kontinuierlichen positiven  Weiterentwicklung des Zertifizierungssystems führt.

Einkaufsratgeber für Verbraucher

Die Verbraucher sind eine weitere wichtige Zielgruppe der WWF-Arbeit. Dank des „Einkaufsratgebers für Fische und Meeresfrüchte“ setzen sie ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit im Einkaufswagen. In diesem Ratgeber bewertet die Umweltstiftung rund 70 handelsübliche Arten nach ökologischen Kriterien wie Bestandsentwicklung und Fangmethoden. „Gute Wahl“ bedeutet: Diesen Fisch können Sie guten Gewissens genießen.

Ziel des WWF ist es, dass Verbraucher möglichst bald beim Einkauf nur noch nachhaltige Fischprodukte vorfinden. Produkte aus bedrohten Fischarten oder umweltschädlichem Fischfang sollen hingegen möglichst bald aus allen Regalen verschwinden.

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