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Stand: 23.12.2014

Unsere Naturschutzerfolge 2014 in Deutschland

Naturschutz beginnt vor der Haustür. In Deutschland. Beim Fischadler, der Hohen Schrecke und dem Verkehr. Und auch hier kamen wir voran.

Fischadler © Fritz Pölking / WWF
Fischadler © Fritz Pölking / WWF

Fischadler brüten wieder in Schleswig-Holstein

In der Vergangenheit wurde der Fischadler so stark verfolgt, dass er bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Schleswig-Holstein ausgestorben war. Nachdem man ihn lange Zeit nur als Zugvogel im Frühjahr und Herbst beobachten konnte, siedelte sich 2014 endlich das erste Fischadler-Brutpaar wieder dort an. Der Brutplatz befindet sich im WWF-Projektgebiet Naturpark Lauenburgische Seen am Rande eines Moorsees auf einer alten Kiefer, die Mitarbeiter des WWF bereits vor über zehn Jahren als Horstunterlage ausbauten. Dank konsequenter Schutzmaßnahmen entwickelt sich der Fischadler-Bestand unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen seit einigen Jahren positiv.

Neuntoeter © Wild Wonders of Europe / Dietmar Nill / WWF
Neuntoeter © Wild Wonders of Europe / Dietmar Nill / WWF

Landwirtschaft für Artenvielfalt

Der Rückgang und Verlust an wildlebenden Tier- und Pflanzenarten in Deutschland und Europa ist dramatisch. Vor allem auf landwirtschaftlich genutzten Flächen gibt es kaum noch Rückzugsbereiche, aber es gibt Möglichkeiten, landwirtschaftliche Flächen so zu bewirtschaften, dass sie Lebensraum für wildlebende Tier- und Pflanzenarten bieten. Insbesondere der ökologische Landbau birgt Potenzial, unter anderem wegen des Verzichts auf synthetische Herbizide und Insektizide. Der WWF arbeitet an einem neuen Naturschutzstandard „Landwirtschaft für Artenvielfalt“, um die Vielfalt wildlebender Tier- und Pflanzenarten in landwirtschaftlich geprägten Lebensräumen zu erhöhen. Pilotbetriebe, die mit diesem Standard arbeiteten, weisen schon jetzt eine erhöhte Zahl von Arten auf. 

Mittlere Elbe – Mehr Raum für einzigartige Auen

Seit 2001 verfolgt der WWF sein größtes deutsches Projekt an der Mittleren Elbe: Auf 9050 Hektar renaturieren wir in Sachsen-Anhalt einen der größten Auenwaldkomplexe Deutschlands. Bis 2018 wird zwischen Mulde und Saale ein durchgehender Verbund überflutbarer Auenwälder entstehen. Die größte Maßnahme ist die Rückverlegung eines Hochwasserschutzdeiches. In Lödderitz bei Dessau wird einige hundert Meter hinter dem derzeitigen Hochwasserschutzdeich auf sieben Kilometern ein neuer Deich gebaut. Bis jetzt konnten 4,3 Kilometer fertiggestellt werden. 16 Hektar Auenfläche mit über 80.000 Eichen wurden zum Auenwald von morgen aufgeforstet.

Naturschutzgroßprojekt Hohe Schrecke

Im Naturschutzgroßprojekt Hohe Schrecke wurde ein Durchbruch erzielt: Unter Beteiligung des WWF wurden einem Besitzer für 176 Hektar Wald das forstliche Nutzungsrecht abgekauft. Das Instrument „Abkauf der Nutzung“ wurde erstmalig angewendet und kann somit als Modell für Wildnisentwicklung dienen. Ergänzend werden 60 Hektar durch Flächenkauf aus der Nutzung genommen. Träger des Naturschutzgroßprojektes ist die Naturstiftung David, der WWF unterstützte mit 85.000 Euro die Sicherung des Bereiches Wiegental. Das Areal gilt mit seinen alten Buchen und Eichen als ein besonders wertvolles Waldgebiet. Naturschützer fanden hier beispielsweise in einer einzigen Buche ein Quartier von rund 570 Fledermäusen. Auch Wildkatze und Uhu konnten im Wiegental nachgewiesen werden. 

Eine Klimaschutzstrategie für den deutschen Verkehr

Der Verkehr ist seinen Anteil an der Minderung der Emissionen bislang schuldig geblieben. Jetzt können wir aber zeigen, wie es funktioniert, den Verkehr bis 2050 fast emissionsfrei umzubauen. Im Juni 2014 wurde mit „Klimafreundlicher Verkehr in Deutschland“ das Klimaschutzkonzept der Umweltverbände WWF, BUND, Germanwatch, NABU und VCD vorgestellt, dessen Ausarbeitung der WWF koordiniert hatte. Zentral ist dabei, den Energieverbrauch durch effizientere Fahrzeuge und Verlagerung des Verkehrs auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel wie Fahrrad, ÖPNV, elektrisch betriebene Carsharing-Fahrzeuge und die Bahn bis 2050 um 70 Prozent zu reduzieren.

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