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Ostseeküste: Das Erbe der Eiszeit bewahren

Nach der Wiedervereinigung 1990 wurden mit Hilfe des WWF Meeresschutzgebiete in der Ostsee eingerichtet und Störungen in den Lebensräumen entlang der Küste gemildert oder beseitigt.

Der Schoner "Julia" © Holger Roenitz / WWF
Der Schoner "Julia" © Holger Roenitz / WWF

Heute sind die ostdeutschen Nationalparks wie Jasmund und Vorpommersche Boddenlandschaft sowie das Biosphärenreservat Südost-Rügen gut gepflegt. Es gibt eine hohe Akzeptanz in der lokalen Bevölkerung, mehr naturnahen Tourismus und ein gutes Image. Diese Schutzgebiete müssen dauerhaft bewahrt bleiben.

Beseitigung militärischer Siedlungen

Schutzgebiete an der deutschen Ostseeküste © WWF (zum Vergrößern bitte klicken)
Schutzgebiete an der deutschen Ostseeküste © WWFLupe

Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft wurden vor allem in dessen Anfangsphase mit WWF-Hilfe militärische Siedlungen beseitigt, Feuchtgebiete renaturiert und damit wieder Überflutungsraum geschaffen. Die Kernzone ist aus der forstlichen Nutzung genommen und ein Großteil der nach einem größeren Windwurf gefallenen Bäume bleibt – naturwaldgemäß – liegen.

Im Nationalpark Jasmund wurden die Kernzone auf 86 Prozent des Parks vergrößert und wertvolle Buchenwälder vor dem Abholzen gerettet. Das 2004 eröffnete Nationalparkzentrum Königsstuhl, vom WWF initiiert und eingerichtet, ist eine Touristenattraktion, in der sich jährlich hunderttausende Besucher über Besonderheiten dieser einmaligen Naturlandschaft informieren. An dessen Gesamtkosten von zehn Millionen Euro beteiligten sich neben dem Bundesamt für Naturschutz und dem Wirtschafts- und Umweltministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern der WWF Deutschland mit drei Millionen Euro, ferner die Michael-Otto-Stiftung, die BINGO-Stiftung und Partner aus der Wirtschaft. Das gelang unter anderem dank der Unterstützung vieler Projektpaten und Miterbauer, die für je 150 Euro einen Spenderstein kauften.

Zehn Prozent der Ostsee stehen unter Schutz

Die Steilküste von Rügen © Hartmut Jessel / WWF
Die Steilküste von Rügen © Hartmut Jessel / WWF

Segler, Angler, Kanuten, Ruderer, der Förderverein Nationalpark Boddenlandschaft und das Umweltministerium einigten sich auf Initiative und durch Moderation des WWF auf gemeinsame Richtlinien zum Naturschutz im Greifswalder Bodden – wie Tabuzonen und Tempolimits für Boote –, um das Gewässer auf 750 Quadratkilometern zu schützen. Die Umweltstiftung betreut zudem aktuell den Greifswalder Bodden als Teil des europäischen Schutzgebietsnetzwerkes Natura 2000.

Seit 2003 arbeiten alle WWF-Organisationen der Anrainerstaaten zusammen für den Ostseeschutz und beeinflussen maßgeblich die Arbeit der Helsinki-Konvention zum Schutz der Ostsee (HELCOM). Auf eine Initiative des WWF geht auch die HELCOM-Empfehlung zurück, ein Netz aus Meeresschutzgebieten aufzubauen. Inzwischen stehen dank WWF-Hilfe zehn Prozent der Ostsee unter Schutz. Die Umweltstiftung hält jedoch 25 Prozent für nötig, um die verschiedenen Teilgebiete des Meeres dauerhaft zu schützen. Ein Meilenstein in der Schifffahrt war 2007 die Einrichtung eines Sondergebietes, das den Verkehr bestimmter Schiffe auf speziellen Routen vorschreibt. Der WWF will zudem die EU-Agrarpolitik ändern, um die noch zu hohe Zufuhr von Nährstoffen aus der Landwirtschaft in die Ostsee zu stoppen.

Die Rückkehr der Kegelrobbe

Der Rückgang von Umweltgiften und ein Jagdverbot haben dazu geführt, dass die Kegelrobbe an die deutsche Ostseeküste zurückkehrt. Der WWF hilft mit, Deutschlands größtes Raubtier zu schützen und Interessenskonflikte mit anderen Meeresnutzern wie Fischern oder Touristen zu vermeiden – unter anderem durch das Projekt „Robbenbotschafter“. Dabei helfen Jugendliche bei der Überwachung der Tiere und werben bei der Bevölkerung um mehr Verständnis für deren Schutz.

Der WWF hat außerdem erreicht, dass die 2011 eingeweihte Gaspipeline von Russland nach Greifswald durch die Ostsee wesentlich umweltverträglicher verlegt wurde.

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