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Schaalsee: Hier wächst zusammen, was zusammengehört

Wo einst zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern die deutsch-deutsche Grenze verlief, entstand ein besonderes Rückzugsgebiet für viele bedrohte Arten. Dort ist der WWF seit mehr als 40 Jahren durch Artenschutzprogramme und Geländeankäufe besonders aktiv.

Ruschensee Randzone Salemer Moor © Thomas Neumann / WWF
Ruschensee Randzone Salemer Moor © Thomas Neumann / WWF

Die Schaalsee-Landschaft ist ein 33.500 Hektar großes Mosaik aus Seen, Inseln, Mooren und Buchenwäldern zwischen Hügeln, die einst von eiszeitlichen Gletschern geformt wurden. Fischotter tummeln sich im Wasser, Kraniche brüten in den Bruchwäldern, Seeadler bauen ihre gewaltigen Nester in den Kronen alter Bäume. Jedes Jahr ab dem Spätsommer rasten dort über 40.000 Wasservögel.

Zweckverband „Schaalsee-Landschaft“

Projektgebiet Schaalsee © WWF (zum Vergrößern bitte klicken)
Projektgebiet Schaalsee © WWFLupe

Als im November 1989 der Eiserne Vorhang, die DDR-Grenze, geöffnet wurde, sah der WWF, der bereits viele Jahre im Westen des Schaalsees für den Naturschutz tätig war, die Notwendigkeit und Chance, ein grenzübergreifendes Großnaturschutzprojekt zu unterstützen. Naturschützer aus Ost und West trafen sich in der damaligen WWF-Naturschutzstelle Nord in Mölln.

 

Am 12. September 1990 wurde eine Schutzverordnung für den Naturpark Schaalsee-Ost verabschiedet. Im Westen waren bereits im März des Jahres in Zusammenarbeit mit der Landesregierung von Schleswig-Holstein die Schutzgebiete naturschutzrechtlich sichergestellt worden. Dies war notwendig, um den Ausverkauf dieser einmaligen Landschaft an Bodenspekulanten zu verhindern und den aufkommenden und grundsätzlich auch gewünschten Tourismus in naturverträgliche Bahnen zu lenken.

Zweckverband „Schaalsee-Landschaft“

Kranich © Sanchez Lope / WWF-Canon
Kranich © Sanchez Lope / WWF-Canon

Bereits 1990 empfahl das Bundesumweltministerium dem WWF, einen Naturschutzzweckverband mit den betroffenen Landkreisen ins Leben zu rufen, um mit Fördermitteln des Bundes, der Länder und der Umweltstiftung wichtige Naturschutzgebiete zu kaufen und zu entwickeln. Ein Jahr später wurde der Zweckverband „Schaalsee-Landschaft“ gegründet und das Projekt durch das Bundesumweltministerium als „Gebiet von gesamtstaatlicher Bedeutung“ anerkannt. Bis heute sind mehr als 27 Millionen Euro an Fördermitteln in das Projekt geflossen, allein 4.600 Hektar Land wurden gekauft. Weitere 2.600 Hektar stellte die öffentliche Hand kostenlos für die Umsetzung der Projektziele zur Verfügung.

 

Ein großer Teil dieser Flächen, etwa 2.500 Hektar Wald, wurde für eine natürliche Entwicklung ohne forstliche Nutzung bereitgestellt. Entwässerungen, die zum Teil für die Sicherung der ehemals militärischen Sperranlagen im großen Stil durchgeführt wurden, konnten wieder zurückgebaut werden.

„Grünes Band“ statt Eiserner Vorhang

Nun wächst auch biotopmäßig zusammen, was zusammengehört: ein grünes Band anstelle des Eisernen Vorhangs. Heute umfasst das Projektgebiet 33.500 Hektar mit einem Naturschutz-Kerngebiet von 14.700 Hektar. Das große Biosphärenreservat Schaalsee im Osten und der Naturpark Lauenburgische Seen im Westen bilden den Rahmen für eine nachhaltige Regionalentwicklung.

 

Mit sichtbaren Erfolgen: Die Zahl der Seeadlerpaare stieg von 1990 bis heute von zwei auf sechs, die Anzahl der Kranichpaare im gleichen Zeitraum von 65 auf 130. Attraktive Wanderwege, Aussichtstürme für Vogelbeobachtungen, aber auch die Pflege alter Kulturlandschaften durch Schafe und Rinder im Zweckverbandsgebiet erfüllen die Mehrfachfunktion diese Projektes: Naturschutz mit und für Menschen. Entsprechend ist die Schaalsee-Landschaft heute ein beliebtes Ausflugsziel.

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