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Sumatra: Kampf um die letzten Regenwälder

Nirgendwo sonst wurde der Regenwald in den vergangenen zwei Jahrzehnten so schnell vernichtet wie auf der indonesischen Insel Sumatra. Mit großem Aufwand gelang es dort dem WWF, den Tesso Nilo-Nationalpark einzurichten. Doch der ist in akuter Gefahr.

Regenwald in Sumatra © Fletcher-Baylis-WWF
Regenwald in Sumatra © Fletcher-Baylis-WWF

Die Regenwälder Sumatras gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Auf einem Hektar wachsen bis zu 500 Baumarten. Nur auf dieser Insel kommen noch Großtiere wie Nashorn, Elefant, Orang-Utan und Tiger gemeinsam vor.

Dramatischer Rückgang des Regenwaldes

Projektgebiete auf Sumatra © WWF (zum Vergrößern bitte klicken)
Projektgebiete auf Sumatra © WWFLupe

Doch in weniger als 30 Jahren schrumpfte die Waldbedeckung auf unter 30 Prozent. Vor allem der tropische Tiefland-Regenwald fiel dem Raubbau zum Opfer. Zwei der weltweit größten Papier- und Zellstoffkonzerne beziehen von dort bis heute das Holz für ihre Produkte – vor allem aus Naturwald.

 

Zudem wird der Wald niedergebrannt. Denn die wachsende Bevölkerung braucht neues Ackerland. Vor allem werden Waldflächen in Ölpalmplantagen umgewandelt. Elefanten, Tiger, Nashörner und Orang-Utans auf Sumatra sind dadurch vom Aussterben bedroht. Für sie ist es deshalb besonders wichtig, dass ihre letzten Regenwälder erhalten und durch Waldkorridore verbunden bleiben – auch das besonders artenreiche Regenwaldgebiet von Tesso Nilo im Herzen Sumatras.

Wichtiges Rückzugsgebiet Tesso Nilo

Tiger-Patrouille © WWF-Indonesia / Syamsuardi
Tiger-Patrouille © WWF-Indonesia / Syamsuardi

Der WWF hat in zähen Verhandlungen mit der indonesischen Regierung und dem Konzessionär, einem Papier- und Zellstoffunternehmen, erreicht, dass der Einschlag gestoppt und stattdessen ein Schutzgebiet errichtet wurde. So wurden zunächst 38.000 Hektar von Tesso Nilo zum Nationalpark erklärt. Im Oktober 2009 wurde die Schutzfläche auf 83.000 Hektar erweitert.

 

Tesso Nilo ist vor allem für Elefanten ein wichtiges Rückzugsgebiet. Um Konflikte zwischen ihnen und den Anrainergemeinden zu vermeiden, unterhält der WWF eine Brigade mit gezähmten Elefanten, die ihre wilden Artgenossen in das Schutzgebiet zurücktreibt. Auch mit den dort lange ansässigen Gemeinden arbeitet der WWF seit Jahren zusammen, um ihnen alternative Einkommensmöglichkeiten zu erschließen.

 

In Tesso Nilo leben zwar nur wenige Tiger. Das Gebiet ist aber ein wichtiger Teil einer großen Tigerlandschaft, die nach der Vorstellung des WWF insgesamt drei Millionen Hektar umfassen soll. Neben Tesso Nilo sollen daher noch drei weitere Nationalparks und angrenzende Reservate besser geschützt und miteinander vernetzt werden, um den Großkatzen die Chance zu geben, sich zu vermehren.

Schnelles Handeln nötig

Mit Kamerafallen dokumentiert der WWF das Vorkommen der Tiger, um Beweise für den hohen ökologischen Wert und damit die Schutzwürdigkeit dieser Wälder zu sammeln. Zwischen 2005 und 2011 wurden mit Kamerafallen 36 unterschiedliche Tiger identifiziert.

 

Aktuelle Analysen zeigen allerdings, dass in den letzten Jahren weite Teile des Nationalparks trotz des Schutzstatus illegal gerodet und in Ölpalmpflanzungen umgewandelt wurden. Nun ist schnelles Handeln notwendig, um dem illegalen Treiben Einhalt zu gebieten. Unser ganzes Engagement ist gefragt, um diesen wertvollen Regenwald zu erhalten.

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