Content Section

Korallenriffe: Die Regenwälder der Meere

Ähnlich wie in Regenwäldern entdecken Forscher in den Riffen aller Ozeane immer neue Lebensformen. Bislang haben sie dort rund 60.000 Arten – das sind ein Viertel aller tierischen und pflanzlichen  Meeresbewohner – bereits gezählt. Mehr als fünfmal so viel wähnen sie in den Riffen noch unentdeckt.

© Jürgen Freund / WWF-Canon
© Jürgen Freund / WWF-Canon

Erfolge:

• Ein Drittel von Australiens Großem Barriere Riff – elf Millionen Hektar, das mehr als die Fläche von Bayern und Baden-Württemberg zusammen – steht auch auf Drängen des WWF seit 2004 unter Schutz. Fischerei und andere zerstörerische Aktivitäten sind dort seitdem weitgehend verboten. Das größte Riff der Welt beherbergt allein etwa 4.000 verschiedene Muscheln und Schnecken, 1.500 Fischarten und 800 Seeigel- und Seesternspezies.
• Der WWF hat weltweit viele Millionen Euro in mehr als 100 Korallenriff-Schutzprojekte investiert – zur Förderung eines naturverträglichen Tourismus’, für Initiativen gegen Umweltverschmutzung, illegalen Handel und die Unterbindung von Raubbau – etwa das wahllose Sammeln von Aquarienfischen und lebenden Korallen vor allem für europäische und nordamerikanische Märkte.

© Jürgen Freund / WWF-Canon
© Jürgen Freund / WWF-Canon

• Die sechs Staats- und Regierungschef der Anrainerstaaten des Korallendreiecks im Südwest-Pazifik zwischen Indonesien, Philippinen, Papua Neuguinea und Australien unterzeichneten 2009 auch auf WWF-Initiative eines der umfassendsten internationalen Meeresschutzabkommen, das es jemals gegeben hat. Der Zehn-Jahresplan umfasst detaillierte Meilensteine und Zielvorgaben, um die Bedrohungen für die Korallenriffe und Mangrovenwälder der Region zu bekämpfen und die maritimen Ressourcen, die Lebensgrundlage für mehr als 100 Millionen Menschen sind, nachhaltig und dauerhaft zu schützen.
• Rund 600.000 Quadratkilometer Kaltwasserkorallen-Rifffläche wurden in den letzten Jahren vor allem durch die Lobbyarbeit des WWF für Bodenschleppnetze geschlossen. Dazu gehören die „Darwin Mounds“ vor Schottland, weite Teile der „Rockall“ und „Hatton Bank“ nordwestlich Irland, vier Riffe in irischen und weitere sechs in norwegischen Gewässern, große Abschnitte des Mittelatlantischen Rückens und fast die gesamten Meeresgebiete um die Azoren, Madeira und die Kanaren.
• Im November 2004 erreichte der WWF, dass vom 250 Kilometer lange Ningaloo Riff an der Westküste Australiens rund ein Drittel vor unter Schutz gestellt wurden. Es beherbergt unter anderen rund 220 Korallenarten, Walhaie, Dugongs und Wasserschildkröten.

© Jürgen Freund / WWF-Canon
© Jürgen Freund / WWF-Canon

Gefahren:

Wenn wir den Klimawandel nicht aufhalten, werden die biologischen Schätze und Küstenabschnitte des Korallendreiecks im Südwest-Pazifik, aber auch anderer Meeresregionen, durch rasches Ansteigen der Meerestemperatur, des Säuregehalts und des Meeresspiegels mit großer Wahrscheinlichkeit teilweise zerstört werden. Weitere Gefahren: Überfischung und zerstörerische Fischereipraktiken sowie Verschmutzung und Abbau von Korallen als Souvenirs.

Ziel:

Der WWF engagiert sich für die Einrichtung eines Netzes großflächiger Schutzgebiete in mindestens zehn Prozent der Weltmeere. Bislang stehen erst weniger als ein Prozent unter Schutz.