Alte und neue Aliens
Was sind Archäobiota und Neobiota?

- Tomaten sind in Europa auch Neubürger. © Meg Gawler / WWF-Canon
Bereits seit der Entwicklung des Ackerbaus und der Viehzucht in der Jungsteinzeit vor etwa 7.000 Jahren transportiert der Mensch Pflanzen- und Tierarten in für sie bis dahin fremde Regionen. So zeugt beispielsweise nicht nur der Grenzwall Limes im Taunus, sondern auch die ursprünglich aus Asien stammende Walnuss im Odenwald vom Besuch der Römer vor rund 2.000 Jahren.
Mit der Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 durch Columbus und dem daraus resultierenden Anstieg des Warenverkehrs beschleunigte sich das „Exportieren“ fremder Arten erheblich. Daher machen Wissenschaftler mit diesem Datum einen Schnitt.
Wurden neue Arten nachweislich bis 1492 eingeführt, werden sie als Archäobiota bezeichnet. Entsprechende Tierarten heißen Archäozoen, Pflanzen Archäophyten.
Beispiele Pflanzen: Knoblauch, Koriander, Salbei, Rosmarin, Kresse, Pflaume, Feige, Esskastanie, Pfirsich, Aprikose, Hirse, Große Klette, Wermut, Beinwell, Gerste und Garten-Wolfsmilch.
Beispiele Tiere: Schaf, Ziege, Damwild, Fasan, Hauskatze, Karpfen oder Hausratte.
Gebietsfremde Arten, die seit 1492 eingebracht wurden, heißen Neobiota beziehungsweise Neozoen (Tiere) und Neophyten (Pflanzen). Columbus selbst brachte nachweislich amerikanische Organismen wie die Schiffsbohrmuschel und die Moschusente nach Europa.
Beispiele Pflanzen: Tomaten, Mais, Bohne, Kartoffel, Paprika, Zwiebel.
Beispiele Tiere: Waschbär, Schnappschildkröte, Bisam, Regenbogenforelle, Marderhund.

