Das gefährdet die letzten wilden Pandas

© George B. Schaller / WWF
© George B. Schaller / WWF

Nach Abschluss der bislang umfassendsten und genauesten Zählung der letzten Großen Pandas in China wird ihr Bestand jetzt (Stand Juni 2004) auf insgesamt 1.600 Tiere in freier Wildbahn geschätzt. Die Erhebung wurde in den vergangenen vier Jahren von der staatlichen Forstbehörde Chinas in enger Zusammenarbeit mit dem WWF durchgeführt.

Der Große Panda steht seit vielen Jahren auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Nach der letzten Zählung in den 1980er Jahren ging man von nur etwas mehr als 1.000 Tieren aus.

Auf den ersten Blick liefert die aktuelle Bestandserhebung ein erfreuliches Ergebnis. Doch die Freude ist beim WWF verhalten:
Die Pandas leben in voneinander durch Straßen und Äcker getrennten Waldgebieten. Diese 'Panda-Gebiete' sind viel zu klein, und sie sind durch besiedelte Täler, Felder und Straßen voneinander getrennt. Das erschwert es den wenigen Pandas in freier Wildbahn, einander während der nur wenige Tage dauernden Paarungszeit zu finden. Aber nicht nur die menschlichen Nutzungsansprüche gefährden die seltenen Tiere:

• Große Pandas werden aufgrund hoher Strafen zwar nur noch sehr selten gewildert, verendet aber immer wieder in Fallen, die für andere Tiere aufgestellt wurden;

• die Blüte, nach der die Bambuspflanzen absterben und erst viele Monate später wieder langsam sprossen, kann zum Hungertod der Tiere führen;

• durch Inzest und daher Verringerung des genetischen Reservoirs erhöht sich die Gefahr der Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten.

Kein Wunder also, dass der Große Panda trotz Aufklärung der Bevölkerung, Ausbildung von Wildhütern, Einrichtung neuer Schutzgebiete mit Hilfe des WWF und trotz aller Maßnahmen der Behörden zur Verhinderung von Wilderei und illegaler Landnahme bis heute eines der großen Sorgenkinder im internationalen Naturschutz geblieben ist. Ohne diese Maßnahmen allerdings wäre er mit Sicherheit schon ausgestorben.

Deshalb ist der Große Panda auch weiter auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten geführt und bedarf höchster Schutzanstrengungen, um auch in Zukunft zu überleben.