Roter Panda

Bestände im östlichen Himalaja schrumpfen – WWF und der Verband Deutscher Zoodirektoren helfen mit langfristigem Projekt

Roter Panda. © Peter Prokosch / WWF
Roter Panda. © Peter Prokosch / WWF

Der WWF setzt sich seit 1999 für den überregionalen Schutz des Roten Pandas in der östlichen Himalajaregion in Nepal, Bhutan und Indien ein. 2005 wurde dieses Engagement auch auf den indischen Bundesstaat Sikkim ausgeweitet.

Der Rote Panda (auch Kleiner Panda genannt) ist dort in den Mischwäldern der Gebirgslandschaften heimisch. Über seinen Bestand in freier Wildbahn gibt es nur grobe Schätzungen. Weltweit soll es noch maximal 10.000 Tiere geben. Vermutlich ist die Population in den letzten 50 Jahren um die Hälfte geschrumpft.

Projektziel des mit Hilfe des Verbandes der Deutschen Zoodirektoren finanzierten Vorhabens ist es, den Bestand des Roten Pandas in der so genannten Khanchendzonga-Landschaft im Grenzgebiet von Indien und Nepal langfristig zu erhalten. Seit 2009 wird das Projekt auch vom Tiergarten Schönbrunn in Wien unterstützt. Das Projektziel soll durch folgende Arbeitsschwerpunkte erreicht werden:

  • Die Kapazität des technischen Personals der lokalen Forst- und Naturschutzbehörden für die Durchführbarkeit von Bestandserhebungen stärken.
  • Den Bestand sowie das räumliche Verteilungsmuster der Roten Panda-Population im Verbreitungsgebiet in Indien bestimmen.
  • Jene Faktoren, die den Bestand der Roten Pandas im Verbreitungsgebiet in Indien bedrohen, identifizieren und in ihrer Auswirkung dauerhaft reduzieren.
  • Die öffentliche Wahrnehmung der lokalen Bevölkerung für den Schutz der seltenen Tiere erhöhen.

Bereits seit Sommer 2007 wurden unter der Führung des WWF in verschiedenen Schutzgebieten Sikkims Pandabestand und Vegetation näher untersucht. Neben den Kartierungen im Gelände wurden auch Siedlungen und Dörfer in der Umgebung der Naturreservate besucht und die Bewohner nach der direkten Sichtung von Roten Pandas befragt. Nun liegt die Auswertung vor, das Ergebnis ist ernüchternd: Die Populationsgröße in Sikkim wird auf lediglich 250 Tiere geschätzt.

Die mutmaßliche Ursache: Mehr als 50 Prozent Panda-Lebensraum in Sikkim sind durch Feuerholzeinschlag, Zersiedelung und Überweidung zerstört worden. Denn der Bevölkerungsdruck auf den Lebensraum der Roten Pandas ist enorm. Um so dringender sind rasche Schutzmaßnahmen.

Bereits in diesem Jahr wird daher der Bevölkerung konkret geholfen, Waldressourcen zu schonen – mit dem Bau von Biogasanlagen sowie dem Einsatz feuerholzsparender Kochern und Gasbrenner.

Der WWF wird ebenfalls die Bestände in den angrenzenden indischen Bundesstaaten West Bengal und Arunachal untersuchen. Ende 2010 ist eine nationale Strategie zum Schutz des Roten Pandas geplant.