Verlust von Lebensraum, Klimawandel und Lärm

Buckelwal (Megaptera novaeangliae). © Sylvia Earle / WWF-Canon
Buckelwal (Megaptera novaeangliae). © Sylvia Earle / WWF-Canon

Verlust von Lebensraum

Der Verlust an Lebensraum für Waltiere hängt direkt mit den steigenden menschlichen Aktivitäten in und an den Randbereichen der Meere zusammen. Mülldeponien, Häfen, Schifffahrtskanäle , Fischerei und Aquakultur (Fischfarmen) verändern oder zerstören die Gebiete, die die verschiedenen Walarten benötigen um zu fressen, zu ruhen und sich fortzupflanzen. Die Verwendung der Meere für Freizeitaktivitäten wie die Entwicklung von Urlaubsresorts und ansteigender Bootsverkehr vertreiben Waltiere, die sich normalerweise in diesen Gegenden aufhalten würden. Denn viele Waltiere können durch Kollisionen mit Schiffen verletzt oder sogar getötet werden.

Klimawandel

Wärmere Wassertemperaturen und schmelzendes Eis in den Polarregionen gefährden die Ökologie der arktischen und antarktischen Nahrungsgründe vieler großer Waltiere. Besonders gefährdet sind Grönlandwale, Narwale und Belugas, die das ganze Jahr über in arktischen Gewässern leben. Klimaveränderungen beeinflussen Wandergewohnheiten der Walen und können ihren Lebensraum insgesamt verändern.

Klimaveränderungen sowie die Verkleinerung der Ozonschicht und der damit zusammenhängende Anstieg von UV-Strahlung führen ebenfalls zu einem Rückgang der Krillpopulation (Kleinkrebse), einer der Hauptnahrungsquellen vieler Meerestierarten, wie z.B. der Bartenwale.

Der WWF setzt sich für die Steigerung des Anteils an regenerativer Energie ein, um den Klimawandel zu stoppen.

Lärm

Der Einfluss von Verlärmung z.B. durch militärische Aktivitäten auf Waltiere muss noch näher untersucht werden, aber es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte militärische Übungen und Tests die Tiere vertreiben oder sogar gefährden können. Unterwasseraktivitäten, Torpedo-Tests und erhöhter Schiffsverkehr im Zusammenhang mit militärischen Manövern können die verschiedenen Walarten in ihren Nahrungs-, Fortpflanzungs- und Ruhegründen stören. Zum Beispiel werden Tests und Verwendung von Niederfrequenz-Sonar in Zusammenhang mit Massenstrandungen von Schnabelwalen auf Fuerteventura und Lanzarote gebracht. Viele der gestrandeten Wale verendeten. Bei der Obduktion der Tiere wurden Gasblasen in den Blutbahnen sowie Blutungen in lebenswichtigen Organen gefunden. Dies sind Symptome der bisher bei Meeressäugern unbekannten 'Taucherkrankheit'. Durch schnelle Druckänderung bei zu schnellem Auftauchen entstehen im Blut, in den Geweben und Zellen kleine Bläschen aus vorher gelöstem und nun freiwerdendem Stickstoff, die die Blutgefäße verstopfen und das Gewebe schädigen können.

Als weitere Folgen der Verlärmung werden auch schwere Verletzungen wie Geweberisse im Hirn- und Ohrenbereich mit tödlichen inneren Blutungen genannt.

Die USA haben kürzlich einen Bericht veröffentlicht, in dem sie die Verantwortung für den Tod von sechs Walen übernehmen, die nach Sonartests auf den Bahamas tot am Strand gefunden wurden. Eine Obduktion zeigte Blutungen in den inneren Ohren bzw. im Gehirn. Dieser Bericht sagt aus, dass, 'das Untersuchungsteam zu der Erkenntnis gelangt, dass taktisches Mittelfrequenz-Sonar an Bord von US-Marineschiffen, das während der fraglichen Sonarübung verwendet wurde, die wahrscheinlichste Ursache für dieses akustische oder Schallimpuls-Trauma der Wale waren' und sicherte weitere Untersuchungen zu, um eine Lösung für diese Bedrohungsfaktoren zu finden.