Fischerei
Der Untergang der Artenvielfalt in allen Meeren?

- © WWF-Canon / Mike R. Jackson
Fische sind seit jeher eine Hauptnahrungsquelle der Menschen. Die Ozeane, Seen und Flüsse der Welt und die Arten, die sie bewohnen, galten lange Zeit als unerschöpflich. Doch die Auswirkungen verbesserter Technologien und die ständig größer werdenden Fischereiflotten führen zu einem immer stärkeren Druck auf die Ressourcen der Binnengewässer und Weltmeere. Die daraus resultierende Überfischung zeigt, dass die Ressourcen der Gewässer Grenzen haben und eine nachhaltige Regelung des Fischfangs weltweit dringend benötigt wird, um auch in Zukunft Ernährung und Einkommen einer wachsenden Bevölkerung sicherzustellen.
Zwar existieren bereits eine Reihe von Abkommen, Gesetzen und eine gemeinsame Politik zur Fischerei, aber deren Geltungsbereich ist regional und auf bestimmte Arten beschränkt. Zudem sind meist nicht alle Staaten, die im Geltungsbereich eines Fischereiabkommens fischen, Mitglied dieses Abkommens. Die Durchsetzung der Vereinbarungen für einen nachhaltigen Fischfang, der die Bestände langfristig nicht gefährdet, ist schwierig, vor allem bei wandernden Fischarten oder Arten, die in Meeresgebieten vorkommen, in denen es keine Fischereiabkommen gibt. Ein zunehmendes Problem stellt der illegale, undokumentierte und unregulierte Fischfang dar. Nach Angaben der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) verringern sich die Fischbestände weltweit drastisch. Nach dem Bericht der FAO (2004) sind über die Hälfte der Arten bis an ihre Grenzen befischt und 25 Prozent werden sogar überfischt; das bedeutet ihre Bestände schrumpfen. Von 1974 bis 2003 war laut FAO eine permanente Zunahme der überfischten Bestände zu verzeichnen, von zehn Prozent Mitte der 1970er bis zu 25 Prozent Anfang der 2000er Jahre.
Um den internationalen Handel mit einigen Fischarten besser kontrollieren zu können, wurden schon einige bedrohte Fischarten auf den Anhängen von CITES gelistet. Dabei handelt es sich allerdings meist um Fischarten, die im Süßwasser vorkommen. Ziel des Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES ist es, sicherzustellen, dass der Handel mit wild lebenden Tier- und Pflanzenarten und deren Produkten nur in nachhaltiger Weise geschieht und im Einklang mit nationalen und internationalen Schutzbestimmungen und Gesetzen steht. Dazu fordert der WWF, dass der negative Einfluss der Fischerei auf die Meeresumwelt reduziert und der Schutz bedrohter Arten gefördert werden soll. Leitmotiv ist der langfristige Schutz der marinen Biodiversität und der Fischereigemeinschaften, die davon abhängig sind. Der WWF hatte sich in ganz Europa intensiv für eine weit reichende Reform der europäischen Fischereipolitik eingesetzt.

