Naturentnahme durch Jagd und Sammlung

© WWF
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Regelungen zur Jagd in Deutschland, beispielsweise welche Arten dem Jagdrecht unterliegen, sind im Bundesjagdgesetz (BJagdG) sowie in jeweils daraus folgenden Verordnungen enthalten. Derzeit unterliegen etwa 100 Wirbeltierarten (zumeist Säugetier- und Vogelarten) dem Jagdrecht. Einzelne Bundesländer haben gemäß § 2 Abs. 2 BJagdG weitere Arten landesrechtlich dem Jagdrecht unterstellt (beispielsweise invasive Arten wie Marderhund, Waschbär oder Mink). Die Liste der jagdbaren Arten wurde 1976 letztmalig überarbeitet. So sind zurzeit 13 Säugetierarten verzeichnet, die einen Rote-Liste-Status aufweisen, darunter Luchs, Fischotter, Seehund oder Feldhase. In der naturschutzpolitischen und öffentlichen Diskussion spielt der Diskurs um die Notwendigkeit einer "Jagdreform" eine zunehmend stärkere Rolle. Brauchen wir ein neues Jagdgesetz in Deutschland? Brauchen wir die Jagd überhaupt?

Der WWF sieht weltweit in der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen eine wichtige Strategie, um das Ziel des Erhalts der biologischen Vielfalt zu erreichen. Die Bejagung wildlebender Tierarten ist nach WWF Einschätzung prinzipiell weltweit eine legitime Form der Nutzung, wenn sie, wie die Nutzung anderer natürlicher Ressourcen – Wasser, Boden, Pflanzen etc. – dem Grundsatz der Nachhaltigkeit entspricht. Nur so können störende Eingriffe in die Abläufe der Natur vermindert werden.

Die Jagd kann in Mitteleuropa jedoch nicht isoliert von anderen wirtschaftlichen Aktivitäten im ländlichen Raum betrachtet werden. Insbesondere mit der Land- und Forstwirtschaft ergeben sich vielfältige Anknüpfungspunkte. Daher muss sich die Jagd stärker als Teil ländlichen Wirtschaftens verstehen und sich in nachhaltige ländliche Entwicklungsstrategien integrieren.

Wenn die Jagd ihrem Anspruch gerecht werden will, zur Erhaltung eines standortheimischen und gesunden Wildbestandes und zur Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen beizutragen, muss sie sich offensiv auch diesen neuen Herausforderungen stellen. Daher hält es der WWF für notwendig, in Deutschland über eine Weiterentwicklung des Jagdrechts und der Jagdpraxis zu diskutieren.

Der WWF schlägt das Streichen bedrohter Arten und die Aufnahme neu eingebürgerter Arten im Jagdrecht vor, sowie die Klärung der Jagdzeiten im Bundesjagdgesetz. Weitere Schwerpunkte sind die Jagd in Schutzgebieten, die Wasservogeljagd sowie die Wald- und Schalenwildjagd. Auch zu erlaubten Jagdmethoden werden Reformvorschläge unterbreitet.

Neben der Sammlung von wild wachsenden Pflanzen und Früchten für den direkten Verzehr, bietet die Natur eine einzigartige Wildnis-Apotheke. Etwa 50.000 - 70.000 Pflanzenarten, einige tausend Tierarten und hunderte von Pilz- und Bakterienarten liefern einem Großteil der Menschheit wichtige Substanzen für ihre Gesundheitsversorgung. Die Heilkraft der Natur wird nicht nur traditionell genutzt, sondern auch in der westlichen Schulmedizin und Naturheilkunde. Die Nachfrage wächst weltweit – mit tragischen Folgen. Immer mehr Wildpflanzenarten werden übermäßig und unkontrolliert geerntet und gehandelt. Etwa 80 Prozent der weltweit für medizinische Zwecke verwendeten Pflanzenarten stammen aus Wildsammlung. Nicht ohne Folgen: Bis zu 15.000 Heilpflanzenarten sind laut Weltnaturschutzunion IUCN in ihrem Bestand durch Übernutzung und Lebensraumverlust gefährdet. Deutschland spielt hierbei als viertwichtigste Handelsnation eine entscheidende Rolle.

WWF und TRAFFIC, das gemeinsame Artenschutzprogramm von WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN, versuchen gemeinsam mit Partnern gegen diese Trends zu steuern. Sie entwickelten einen Standard für die nachhaltige Wildsammlung, der sowohl der Natur hilft, als auch die Bedürfnisse der meist einkommensschwachen Sammler berücksichtigt, denen die Wildsammlung eine Lebensgrundlage bietet. Außerdem beraten sie die am Handel beteiligten Länder und Handelspartner um den Standard anzuwenden. Gleichzeitig setzen WWF und TRAFFIC aber auch auf gezielte Aufklärung der Unternehmen, Anwender und Verbraucher sowie damit einhergehende Verhaltensänderungen beim Kauf von Produkten.

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