Die Nutzung von Heilpflanzen

Von der Ernte des Rohmaterials bis zum fertigen Medikament ist es ein langer Weg: Diese Frau in Brasilien stellt Medizin aus den Heilpflanzen ihres Kräutergartens her. © WWF-Canon / Edward Parker

Die Pflanzenwelt bietet ein faszinierendes Kaleidoskop von schier unerschöpflichem Farben- und Formenreichtum: Sie produziert den lebensnotwendigen Sauerstoff, ernährt uns und liefert darüber hinaus eine Fülle heilender Substanzen. Schon Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung hat der Mensch die Heilkräfte der Pflanzen erkannt. Ägypter, Griechen und Römer haben den Grundstein zur Pflanzenheilkunde gelegt und ihre Kenntnisse und Erfahrungen den Menschen späterer Epochen überliefert. Heute erlebt die Pflanzenheilkunde eine Renaissance.

Beziehungskiste einer Heilpflanze

Die Nutzung von Heilpflanzen ist komplex und verknüpft mit einer Vielzahl an ökologischen, ökonomischen, sozialen und medizinischen Aspekten. Sie reicht von der Gewinnung des Rohmaterials, seiner Veredelung, dem Handel, der Produktion von Medikamenten bis hin zur Anwendung der Pflanzen oder daraus entwickelter Präparate durch den Verbraucher. Alle an dieser Handels- und Nutzungskette Beteiligte tragen ihren Anteil an der Verantwortung für das dauerhafte Überleben dieser Pflanzen, das nur durch bewussten und schonenden Umgang gesichert werden kann.

Auf den folgenden Seiten geht es um die Glieder dieser Handelskette und die Verantwortung der Beteiligten, um die Ursachen der Heilpflanzengefährdung sowie um die gar nicht einfach zu beantwortende Frage, welche Pflanzen eigentlich Heilpflanzen sind und welche nicht.