Die Rote Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten

- Vom Aussterben bedroht: Der Wiedehopf. © WWF-Canon / Fred F. Hazelhoff
Nach der aktuellen Roten Liste der weltweit bedrohten Tiere und Pflanzen, welche die Weltnaturschutzunion (IUCN) am 09. November 2011 vorstellte, werden rund ein Drittel aller untersuchten Arten, nämlich 19.570, als gefährdet gelistet. Das sind rund 2000 mehr als im Jahr 2009, was einer Zunahme von rund 10 Prozent entspricht.
Um den Abwärtstrend in der Artenvielfalt stoppen zu können, sind Informationen über den Gefährdungsstatus bereits bekannter Tier- und Pflanzenarten von großer Wichtigkeit. Auskunft über den internationalen Gefährdungsstatus einzelner Tier- und Pflanzenarten bietet die Rote Liste, die von der Weltnaturschutzunion IUCN in regelmäßigen Abständen aktualisiert wird.
Auf strengen wissenschaftlichen Grundlagen basierend, gibt die Rote Liste heute Auskunft über den Gefährdungsstatus von ca. 62.000 Tier- und Pflanzenarten. Davon gelten 19.570 Arten als gefährdet. Da nur ein Bruchteil der bereits bekannten Spezies bislang bewertet wurde, liegen die tatsächlichen Zahlen wohl weitaus höher.
Der Verlust der Artenvielfalt stellt heute eine der schlimmsten Katastrophen weltweit dar. Zwischen 10 und 100 Millionen Tier- und Pflanzenarten soll es nach Schätzungen von Wissenschaftlern auf der Erde geben. Doch nur etwa zwei Millionen Arten sind bislang beschrieben worden. Umso alarmierender sind Meldungen, dass mehrere tausend Tier- und Pflanzenarten jährlich für immer von der Erde verschwinden. Neuste Erhebungen gehen davon aus, dass sich die Aussterberate von Arten durch menschliche Einflüsse mittlerweile um den Faktor 1.000 bis 10.000 gegenüber der natürlichen Rate erhöht hat.
Das Aussterben einer Art ist unumkehrbar und schafft unkalkulierbare Risiken. Tiere und Pflanzen, die heute noch für den Menschen bedeutungslos erscheinen, haben neben ihrer Funktion im Ökosystem und ihrem Eigenwert außerdem vielleicht ein genetisches Potenzial für eine zukünftige Nutzung, etwa für die Herstellung von Medikamenten.
Neben der internationalen Roten Liste der IUCN gibt es in anderen Ländern auch nationale Rote Listen. In Deutschland existieren neben der bundesweiten Rote Listen sogar einzelne Listen der Bundesländer. In Deutschland werden Pflanzen, Tiere, Biotoptypen und Pflanzengesellschaften in getrennten Listen geführt. Insgesamt sind in Deutschland bislang fast 40.000 Tier- und Pflanzenarten hinsichtlich ihres Gefährdungsstatus bewertet worden. Über ein Viertel davon gilt als bedroht, beziehungsweise ausgestorben.
Zu den weltweit wichtigsten Bedrohungsfaktoren für die Artenvielfalt zählen vor allem Lebensraumverlust und Umweltverschmutzung, Verdrängung der heimischen Flora und Fauna durch eingeschleppte Arten und direkte Eingriffe des Menschen wie etwa durch unkontrollierte Entnahme aus der Natur.
Für die Erstellung Roter Listen werten die Expertengruppen der IUCN alle relevanten, zugänglichen Daten aus, sodass die Darstellung von einzelnen Arten in Gefährdungskategorien die komprimierteste Form der umfangreichen naturwissenschaftlichen Analyse darstellt.
auf der Homepage der Roten Liste der IUCN
