Herber Rückschlag für den Walschutz

© WWF-Canon / Sylvia-Earle
© WWF-Canon / Sylvia-Earle

Auf der 58. Jahrestagung der IWC in St. Kitts and Nevis (Karibik) vom 16. bis zum 20. Juni 2006, gelang es den Walfangbefürwortern - mit einer Stimme Mehrheit - eine Resolution, die 'St. Kitts and Nevis Declaration' durchzubringen. In dieser wird die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs gefordert wird. Die Walschutzländer haben sich von dieser rechtlich nicht bindenden Resolution distanziert. Das Walfangmoratorium bleibt vorerst unangetastet.

Volker Homes, WWF-Walschutzexperte zum für den Walschutz enttäuschenden Ergebnis der 58. IWC-Sitzung und die möglichen Folgen:

„Erstmals seit fast 30 Jahren wurde auf der IWC gegen den Walschutz abgestimmt. Auch wenn der knappe Entscheid zugunsten der Walfangstaaten (33 zu 32 Stimmen bei einer Enthaltung) nicht verbindlich ist, hat er Konsequenzen für die kommenden Artenschutzkonferenzen und Fischereiabkommen. Ich denke hier vor allem an das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES, das bislang den internationalen Handel mit Walfleisch verbietet. Wenn die Stimmung gegen den Walschutz so bleibt, werden die Delegierten in diesen Gremien mit größter Wahrscheinlichkeit dem Schutz der Wale nicht mehr die höchste Priorität einräumen. Dann befürchte ich, dass wir wieder in die Zeiten des Walfangs zurückkehren.

Wir müssen nun alles tun, um das zu verhindern! Die IWC darf nicht zu einem funktionslosen Gremium der Vergangenheit verkommen, das vor allem von den wenigen Walfangnationen und deren wirtschaftlichem Einfluss gesteuert wird. Die IWC muss sich reformieren und wieder ernsthaft an aktuellen Walschutzthemen arbeiten, wie dem Beifang von Walen durch Fischernetze, der Meeresverschmutzung und dem Klimawandel, der den Walen zusetzt.

Die Nichtregierungsorganisationen müssen weiter kämpfen. Der WWF wird seine Projekte zum Schutz der bedrohten Walarten, z.B. im Mittelmeer, Atlantik und Pazifik, fortsetzen. Gleichzeitig wird der WWF zusammen mit anderen NGOs versuchen, möglichst viele Staaten für den Walschutz zu gewinnen. So kann die Walschutzfraktion in der IWC gestärkt werden. Unterstützende Signale erhalten wir auch von zahlreichen europäischen Staaten, die noch nicht Mitglied in der IWC sind.“