© WWF-Canon / Hal Whitehead
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Die 59. Jahrestagung der IWC in Anchorage (USA) endete mit schwachem Ergebnis

Die 59. Jahrestagung der Internationalen Walfang-Kommission IWC wurde vom 28. bis 31. Mai 2007 in Anchorage, in Alaska (USA) abgehalten. Die Konferenz endete mit politischem Streit, wodurch nach Ansicht der Umweltstiftung WWF Ziel führende Ergebnisse für den Walschutz verhindert wurden. „Das Treffen brachte zwar kleine Fortschritte, diese entsprechen jedoch nicht dem aktuellen dramatischen Ausmaß der Bedrohung für Wale, Delfine und Tümmler“, bewertet WWF-Artenschutzexperte Volker Homes die Ergebnisse. „Die Regierungen müssen endlich ihre Effekthascherei beenden und sich ernsthaft damit beschäftigen, eine Organisation zu schaffen, die in der Lage ist, die wirklichen Probleme dieser Spezies anzugehen“, so Homes weiter.

Der dramatischste Moment kam gegen Ende der Konferenz, als die japanische Regierung – nach zahlreichen Verzögerungen – ihren Antrag für eine Höchstfangquote für Zwergwale aufgrund mangelnder Unterstützung zurückzog und ihre Absicht bekundete, die IWC zu verlassen. Diese oft wiederholte Drohung Japans und die Weigerung des Landes, an zahlreichen Abstimmungen teilzunehmen, widerlegt die Absichtserklärung, die IWC in eine konstruktive und effektive Organisation zurückzuverwandeln. Volker Homes: „Solange die Regierungen immer wieder über das gleiche Thema streiten und die Schlupflöcher des Walfang-Moratoriums ausnutzen, werden mehr und mehr Wale getötet. Das zerstört den gesamten Geist der Tagung. Die Frist für die Wale und für die IWC läuft ab.“ Das fadenscheinigste Argument sei nach wie vor der so genannte „wissenschaftliche Walfang“. Der Walfang für wissenschaftliche Zwecke ist nach Artikel 8 der Konvention offiziell trotz Moratorium der IWC erlaubt. Dabei spielt es keine Rolle, welche Walarten, wie viele Individuen und an welchen Orten die Wale erlegt werden. Länder wie Island und Japan nutzen dieses Schlupfloch, um legal Walfang zu betreiben. Innerhalb von 18 Jahren sind aus „wissenschaftlichen“ Gründen  mindestens 7.000 Wale getötet worden, ohne dass eine einzige wissenschaftliche Erkenntnis über den Status der Populationen vorliegt.

Erfreulich sei, dass die IWC einen gesonderten Workshop beschloss, auf dem die Auswirkungen des Klimawandels behandelt werden sollen. Laut einer aktuellen WWF-Studie steigen die Bedrohungen für die Wale durch den Klimawandel dramatisch. Positiv sei außerdem, dass die Kommission einstimmig eine Resolution zum Schutz der vom Aussterben bedrohten „Vaquitas“ (Schweinswale in Mexiko) annahm – zum ersten Mal wurde ein Artenschutz-Beschluss zugunsten von Kleinwalen einstimmig durchgebracht.

Zusätzlich gab es deutliche Gegenstimmen gegen den Antrag der US-Regierung, in der Bristol Bay Öl und Gas zu fördern. Hier kommen jeweils acht Bartenwal- und Zahnwalarten regelmäßig vor, darunter der hoch bedrohte Pazifische Nordkaper, der Blauwal sowie der Grönlandwal. Bis zum 9. Januar 2007 war die Gegend durch einen Beschluss des US-Präsidenten George Bush geschützt. Dieser Beschluss wurde nun gekippt, die Vorbereitungen für die Öl- und Gaserschließung in der Region laufen derzeit an. „Regierungen, die für den Schutz der Wale eintreten, müssen auch konsequent bleiben – das gilt auch für die USA. Öl- und Gasförderungen in der Bristol Bay dürfen nicht das Überleben der Wale gefährden. Der Beschluss zum Schutz der Vaquitas zeigt, dass die IWC den Walschutz ernst nehmen kann. Die Organisation hat das Potenzial, den Walen zu helfen – jetzt ist es an der Zeit, dies auch umzusetzen“, so Homes abschließend.