14. Konferenz zum Washingtoner Artenschutz- übereinkommen CITES vom 03. bis 15. Juni 2007

Vom 03. bis 15 Juni 2007 haben sich zum 14. Mal die Vertragsstaaten der CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of wild Fauna and Flora) getroffen. Alle zwei bis drei Jahre verhandeln die Staaten auf der „Conference of the Parties“ über den internationalen Handel mit bedrohten, wild lebenden Arten. Sie entscheiden inwieweit der Handel mit bestimmten Tier- und Pflanzenarten verändert oder eingeschränkt werden muss, da er das Überleben dieser Arten gefährdet. Die Konferenz fand zum ersten Mal in Europa statt – im niederländischen Den Haag.

Experten vom WWF und TRAFFIC, das gemeinsame Artenschutzprogramm von WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN, waren auf der Konferenz dabei. Auf der Agenda stand wieder viel Brisantes. Große Erfolge konnten bei Handelskontrollen folgender Arten erzielt werden:

  • Europäischer Aal: Aal darf künftig nur noch streng kontrolliert gehandelt werden. Der Europäische Aal ist als Speisefisch so beliebt, dass seine Bestände drastisch zurückgegangen waren – in einigen Gebieten um bis zu 99 Prozent seit 1980.
  • Sägefische: Die stark bedrohten, mit Haien verwandten Fische dürfen künftig überhaupt nicht mehr gehandelt werden (Ausnahme: eine in Australien vorkommende Art).
  • Nashörner: Seit 2000 hat die Wilderei von Nashörnern in einigen Staaten Afrikas so stark zugenommen, dass die Bestände bedroht sind. Deshalb sollen nun Schutzmaßnahmen und Kontrollen verstärkt werden. Außerdem soll das begehrte Horn registriert werden, um den illegalen Handel schneller aufdecken zu können. 
  • Tiger: Die Staaten haben sich zum Schutz der höchstens noch 7.000 wilden Tiger weltweit bekannt. Dazu gehört, dass die Zucht von Tigern im großen Stil auf so genannten Tiger-Farmen eingeschränkt werden soll, wenn kein Naturschutzgrund (Arterhalt, Wiederansiedlung) vorliegt.
  • Stör: Der „Kaviarlieferant“ wird besser geschützt: Das Label für legalen Kaviar wird verbessert, Kaviar muss in dem Jahr verkauft werden, in dem er auch gewonnen wurde, und ein wissenschaftliches Gremium wird über Höchstquoten entscheiden.

Für einige Arten sind die Aussichten aber weiterhin erschreckend düster. So wurden die Anträge zur Begrenzung des Handels mit Dorn- und Heringshai abgelehnt. Beide Haiarten gelten weltweit als Delikatesse. In Deutschland sind vor allem Schillerlocke und Seeaal beliebt, die vom Dornhai stammen. Die Bestände der beiden Haiarten sind stark überfischt und benötigen dringend internationalen Schutz.

Auch Tropenhölzer wie Cedro, Pau Brasil und Cocobolo werden nicht besser geschützt. Die wertvollen Hölzer werden viel zu viel und zum Teil auch illegal geschlagen. Aus den Hölzern werden hauptsächlich Möbel und Musikinstrumente hergestellt. Weiterhin beliebig verkauft werden, darf auch die Rote Koralle. Aufgrund der hohen Nachfrage als Schmuck und Souvenir gibt es heute fast nur noch kleine, zum Teil nicht mehr fortpflanzungsfähige Kolonien der Meerestiere. Bis zur nächsten CITES-Konferenz 2009 könnte es für sie schon zu spät sein.

Heiß diskutiert wurde auch der Handel mit Produkten der Afrikanischen Elefanten. Die afrikanischen Staaten haben sich erstmals seit 1989 auf einen Kompromiss zum Handel mit Roh-Elfenbein verständigt. Botswana, Namibia, Südafrika und Simbabwe dürfen demnach sämtliches Elfenbein aus Staatsbesitz, das bis zum 31. Januar 2007 registriert worden ist, in einem so genannten Einmalverkauf handeln dürfen. Anschließend soll der Elfenbeinverkauf für diese Länder neun Jahre ruhen. Die so wichtige Bekämpfung der Wilderei und des illegalen nationalen Elfenbeinhandels in West- und Zentralafrika, wo es die wenigsten Elefanten gibt, sind auf der Konferenz nach Ansicht des WWF aber viel zu kurz gekommen.

WWF-Artenschutzexperte Volker Homes zur 14. CITES-Konferenz

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