
- Voyage for the Future: 14 Jugendlichen aus neun Ländern fuhren im Juni 2008 mit dem WWF für zehn Tage nach Spitzbergen in die Arktis, um zu Klimabotschaftern ihrer Generation ausgebildet zu werden.© WWF
Vorleben statt einpauken - erfolgreicher Klimaschutz braucht Vorbilder
WWF-Studie untersucht Motivation von Kindern und Jugendlichen, sich für den Klimaschutz zu engagieren
Anders als die bisherigen Studien im deutschsprachigen Raum zeigt die neue WWF-Studie auf, dass Kinder und Jugendliche keineswegs zu 80 Prozent bereit wären, für den Klimaschutz aktiv zu werden. Insbesondere nicht, wenn sie dabei auf Luxus und Bequemlichkeit verzichten müssen.
Mit einer qualitativen Studie hat das Unabhängige Institut für Umweltfragen (UfU) e.V. im Auftrag des WWF Deutschland bei 60 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 20 Jahren das Meinungs- und Wissensspektrum beleuchtet. Es wurde erfragt, welches Wissen sie zum Thema Klimaschutz haben, woraus sie ihr Wissen speisen, wie sich das Wissen in Handeln ausdrückt, welche Motivation zu handeln sie haben und wie für sie gelungener Klimaschutz aussieht.
Es zeigte sich deutlich, dass die Kluft zwischen Wissen und Handeln auch in diesem Alter schon sehr hoch ist. Wissensvermittlung in der Schule reicht somit keineswegs aus! Zwar zeigen Schüler, die sich in der Schule in Unterricht oder in außerschulischen Projekten mit Klimaschutz beschäftigen, ein deutlich höheres Wissen zu klimarelevanten Themen, doch Auswirkungen auf die Motivation zu handeln bleiben aus! Daraus lässt sich schlussfolgern, dass Schule allein nicht der Hauptakteur für eine klimagerechte Bildung sein kann. Vielmehr muss es ein Zusammenspiel aller gesellschaftlich relevanten Bereiche sein. Nach den Erkenntnissen der Studie beziehen die Kinder und Jugendlichen die meisten Informationen zum Klimaschutz aus den Medien. Damit haben die Medien eine sehr wichtige Rolle für die Gestaltung einer klimafreundlichen Gesellschaft. Doch nicht nur sie. Wirtschaft und Politik wurden als Hauptakteure für erfolgreichen Klimaschutz von den untersuchten Zielgruppen identifiziert. Erst wenn diese Gruppen sich aktiv für das Klima engagierten, seien Kinder und Jugendliche bereit, ihren Beitrag zu leisten.
Für den WWF sind die Ergebnisse Ansporn, seine Bildungsangebote im Bereich Klimaschutz zu intensivieren. Bereits seit 2008 engagieren sich WWF-Klimabotschafter für den Klimaschutz. Sie haben im Rahmen einer Reise zur Arktis eine Qualifikation in Sachen Klimaschutz erhalten und geben ihre Erfahrungen nun bundesweit in Form von „Klimaaktionen“ weiter. Eine andere Orientierung bieten außerschulische Bildungs- und Mitmach-Angebote. So schult der WWF ab November 2009 Multiplikator/innen zum Thema „Nachhaltigkeit“. Das Thema „Klimaschutz“ spielt dabei eine wesentliche Rolle. Ein wesentliches Ergebnis der Studie sind Orientierungen, die Vorbilder für junge Menschen geben. Der WWF gewinnt deshalb verstärkt prominente Persönlichkeiten wie den Schauspieler Daniel Brühl, der bereits das Projekt „Klimavisionäre gesucht“ mit einem Video unterstützt und den Jugendlichen vormacht, dass Klimaschützer durchaus auch sexy sein können.
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