WWF-Kampagne gegen Beifang
Die Nahrungsquelle Fisch steht vor dem Kollaps. Drei Viertel der weltweiten Fischbestände sind bis an ihre Grenzen oder sogar darüber hinaus befischt und stehen mittelfristig vor dem Zusammenbruch.
Die Gründe: maßlose Überfischung und Verschwendung von Leben. Mehrere Millionen Tonnen Meerestiere werden jährlich als Müll weggeworfen, weil sie nicht dem gewünschten Fisch entsprechen. Sie sind Beifang, den Fischer zusammen mit der Zielart an Netzen und Leinen aus dem Meer ziehen, obwohl sie ihn gar nicht wollen.
Ein Feldzug gegen die Meere
Über eine Million Fischtrawler sind auf den Weltmeeren unterwegs, um möglichst allen Fischbeständen beizukommen. Je nach Zielart und Fangtechnik sind bis zu 90 Prozent des Fangs Beifang: zu kleine Tiere der Zielfischart. Fische, deren Fangquote bereits ausgeschöpft ist. Oder Meerestiere, die auf dem Markt keinen Käufer finden. Für ein Kilogramm verkaufbare Schrimps werden etwa 15 Kilogramm Fische und andere Meerestiere getötet und weggeworfen. Auf der Jagd nach Tunfisch verenden jährlich eine Viertelmillion Schildkröten an den Haken von Langleinen. Alle zwei Minuten stirbt ein Wal in Fischernetzen und 300.000 Seevögel ertrinken jedes Jahr als Beifang.
Verschwendung per Gesetz
Diese Verschwendung von Leben ist nicht nur unökologisch, sondern auch unökonomisch. Allein in der Nordsee wird jedes Jahr verwertbarer Fisch im Wert von über 50 Millionen Euro weggeworfen. Die durch Beifang entstehenden Kosten in der Fischerei durch zusätzliches Gewicht und längere Fahrtzeiten sind nur zu erahnen.
Unterschiedliche Beifanggesetze der europäischen Mitgliedstaaten haben den Fischereien bislang keine Anreize zur Vermeidung von Beifang gesetzt. Im Gegenteil: In den meisten europäischen Ländern herrscht ein Anlandeverbot. Die Fischer müssen den Beifang noch auf dem Meer als Müll über Bord schmeißen – staatlich verordnete Verschwendung.
Es gibt bereits Lösungen
Eine Verschwendung, die nicht nur die Ökosysteme der Meere überfordert und die Fischbestände zusammenbrechen lässt, sondern auch die Nahrungsquelle einer Milliarde Menschen in Gefahr bringt. Außerdem leben mehr als 200 Millionen Menschen von der Fischerei. 90 Prozent der Fischer arbeiten in Entwicklungsländern.

- Meeresschildkröte © Simon Buxton
Dabei sind Lösungen vorhanden. Die Möglichkeiten, Beifang zu vermeiden und zu verringern, sind zahlreich. So können schon heute durch den Einsatz kluger Fanggeräte und ein ökologisches Fangmanagement bis zu 90 Prozent des Beifangs vermieden werden.
Kein Zweifel: Beifang widerspricht jeder Vernunft. Deshalb hat der WWF der Verschwendung auf unseren Meeren den Kampf angesagt und eine Kampagne gestartet, um den Beifang weltweit zu verringern. Die Umweltstiftung informiert in den Medien, verhandelt mit Fischern, Produzenten und Händlern und engagiert sich auf höchster politischer Ebene, um diese Ziele zu erreichen:
- Die EU muss den Beifang der europäischen Fangflotte mit einem neuen Gesetz wirkungsvoll bekämpfen.
- Der Lebensmittelhandel muss Fisch aus beifangintensiven oder anderen schädlichen Fischereien komplett aus seinem Sortiment streichen.
- Verbraucher sollten sich mit Hilfe des WWF-Fischführers informieren, welchen Fisch sie bedenkenlos kaufen können und welchen sie lieber meiden sollten.
Unterstützen Sie den WWF! Helfen Sie uns jetzt, die Bedrohung der Meere durch Beifang zu stoppen!
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Nachrichten zu Fischerei und Beifang
09.01.2012
07.12.2011
02.12.2011
Beifang

- © St. Dawson / WWF-Canon
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Kontakt
Daniel Goliasch
WWF-Kampagnenteam
Tel.: 069-79144-167





