WWF-Protest gegen Beifang

© Ezequiel Scagnetti / WWF
© Ezequiel Scagnetti / WWF

Deutlicher kann man kaum noch veranschaulichen, welches Verbrechen sich in den Meeren abspielt: Vor dem Gebäude des EU-Rats in Brüssel ragt eine riesige Fisch-Schwanzflosse aus einem Müllwagen. „Meerestiere sind kein Müll! Stoppt Beifang!“ steht auf dem LKW zu lesen. Um die auffällige Konstruktion versammeln sich WWF-Aktivisten, die gegen das millionenfache und sinnlose Töten von Fischen, Walen, Seevögeln und anderen Bewohnern des Meeres protestieren.

Laut eines WWF-Berichts werden allein in der Nordsee pro Jahr eine Million Tonnen Fisch wie Müll wieder über Bord geworfen. „Diese Rückwurf-Praxis muss beendet werden. Wir fordern einen europäischen Aktionsplan gegen die gigantische Verschwendung von Meerestieren“, so WWF-Expertin Karoline Schacht. Die Aktion am 18. Dezember hatte natürlich einen konkreten Anlass. Während der WWF demonstriere, verhandelten die EU-Fischereiminister über die neuen Fangquoten in Nordsee und Nordostatlantik. Das Thema Beifang steht ganz oben auf der Tagesordnung.


Die vier Meter lange Fischflosse wurde vom Düsseldorfer Karnevalsbauer Gerd Wukasch gebaut. © Ezequiel Scagnetti / WWF
Die vier Meter lange Fischflosse wurde vom Düsseldorfer Karnevalsbauer Gerd Wukasch gebaut. © Ezequiel Scagnetti / WWF
WWF-Demonstranten stellen Mülltonnen mit künstlichen Fischen und Seesternen rund um den Müllwagen auf. © Ezequiel Scagnetti / WWF
WWF-Demonstranten stellen Mülltonnen mit künstlichen Fischen und Seesternen rund um den Müllwagen auf. © Ezequiel Scagnetti / WWF
Der WWF empfängt die Politiker vor dem Ratsgebäude mit einer eindeutigen Botschaft. © Ezequiel Scagnetti / WWF
Der WWF empfängt die Politiker vor dem Ratsgebäude mit einer eindeutigen Botschaft. © Ezequiel Scagnetti / WWF
WWF-Fischereiexpertin Karoline Schacht im ZDF-Interview. © Ezequiel Scagnetti / WWF
WWF-Fischereiexpertin Karoline Schacht im ZDF-Interview. © Ezequiel Scagnetti / WWF

Das Engagement des WWF hat sich gelohnt - zumindest ein Teilerfolg konnte erzielt werden. Die EU-Fischereiminister haben sich darauf geeinigt, erste Schritte gegen den Beifang zu unternehmen. Künftig darf kein marktfähiger Fisch mehr ins Meer zurückgeworfen werden. Der WWF begrüßt dieses so genannte Rückwurf-Verbot. Es gilt zunächst nur für die Nordsee.

Zugleich übt der WWF jedoch Kritik an den Verhandlungen. Die Fangquote für Nordsee-Kabeljau wurde um 30 Prozent auf 28.800 Tonnen für 2009 angehoben. "Das ist ein riskantes Spiel. Der Kabeljau erholt sich gerade von einem historischen Tiefstand, da wäre mehr Vorsicht geboten", so WWF-Expertin Karoline Schacht. Die Anhebung der Fangmenge sei nur dann gerechtfertigt, wenn ab dem 1. Januar neben dem Rückwurf-Verbot auch Schutzmaßnahmen für den Jungfisch umgesetzt werden und die Fischer neue, selektivere Netze einsetzen. Das könne heute aber niemand garantieren.Der WWF wird sich weiterhin mit Nachdruck für ein umweltfreundlicheres und wirtschaftlich sinnvolleres Fischereimanagement einsetzen.

Beifang

© St. Dawson / WWF-Canon

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Kontakt

Daniel Goliasch
WWF-Kampagnenteam
Tel.: 069-79144-167